Der FSV Krum ist ein kleiner, aber erfolgreicher Verein. Die Fußballer spielen in der Kreisliga seit Jahren eine wichtige Rolle, und vor Jahren haben sich die Mitglieder einen Traum erfüllt: Sie bauten sich auf ihr Sportgelände ein herrliches Vereinsheim. Direkt neben dem Hauptspielfeld liegt es, ganz nah am Geschehen auf dem Rasen.

Es ist aber auch weit weg. Weit weg von den nächsten Orten. Weder Krum noch die Stadt Zeil liegen in Sichtweite, und das ist ein Problem für den FSV.

Das Sportheim lockt Einbrecher an, weil die Gefahr für sie, entdeckt zu werden, gering ist. Seit der Eröffnung des Sportheims 2005 ist sechs Mal dort eingebrochen worden. Zuletzt gleich zwei Mal: erst Anfang August und zehn Tage später noch einmal. Erbeutet haben die Gauner nichts. Der Schaden hält sich mit einigen hundert Euro in Grenzen.

Beim ersten August-Einbruch wurde eine Balkontür leicht beschädigt. Bei der zweiten August-Tat wurden zwei Fenster zum Untergeschoss eingeworfen. Eines ist bereits repariert, das andere folgt noch.

Insgesamt geht der Schaden seit 2005 allerdings in die Tausende. Anfangs wurde ein Zigarettenautomat komplett zerstört. Jetzt gibt es kein Kippen-Gerät mehr im Sportheim. Das Risiko ist dem Verein und dem Automatenaufsteller zu groß.

Im Sportheim des FSV Krum "ist definitiv nichts zu holen", schildert Zweiter Vorsitzender Michael Pfaff unserem Portal. Das Geld wird abends immer aus der Kasse genommen. Allenfalls Bier und Limonaden könnten einem Einbrecher in die Hände fallen. Aber darauf haben es die meisten Täter nicht abgesehen. Sie suchen Geld.

Was tun gegen Einbrecher? Das scheint nicht einfach zu sein, denn einen Königsweg gibt es nicht. Soll man Gitter vor die Fenster montieren?, fragt Pfaff und beantwortet die Frage gleich selbst. "Das gefällt mir nicht. Das sieht aus wie ein Gefängnis." Das schmucke Vereinsheim wäre kein schmuckes Vereinsheim mehr.

Hat der FSV eine Versicherung, um Schäden ersetzt zu bekommen? Nein, erklärt Kassier Marco Schorr. Der Verein habe zwar angefragt, sagt er. Aber eine solche Versicherung "wäre unbezahlbar", ergänzt Pfaff. Außerdem müssten Auflagen erfüllt werden, etwa der Einbau einer Alarmanlage - oder Gitter.

Besprochen haben die Verantwortlichen auch die Möglichkeit, ob über im Vereinsheim installierte Sensoren auf ein Handy eingehende Meldungen zu ungebetenen Gästen mehr Sicherheit bieten. Nein, meinen Pfaff und Schorr. Und wer will es sich antun, quasi ständig in Bereitschaft und auf dem Sprung zu sein? Ganz abgesehen davon ist es nicht ungefährlich, wenn man nachschaut und einem Einbrecher gegenüber steht...

Der Schutz vor Einbrechern ist für den FSV Krum eine sehr schwer zu lösende Aufgabe. Und selbst wenn der Verein alle Maßnahmen ergreifen würde, die möglich sind, hätte er immer noch nicht die Gewissheit, dass nichts passiert. "Ich glaube nicht, dass wir irgendetwas machen werden", folgert Schorr.


Informationsabend

Der FSV Krum steht nicht allein da mit seinem Problem. Vor einigen Wochen hatte eine Serie von Einbrüchen in Sportheime die Vereine, die Polizei und die Bürger im Landkreis aufgeschreckt. Einrichtungen in Zeil, Sand, Zell und anderen Orten waren betroffen. Beute machten die Täter kaum, aber der Sachschaden ist erheblich. Ein Täter ist bis heute nicht gefasst. Mittlerweile scheint die Einbruchserie abgebrochen zu sein, aber die Gefahr, dass Sportheime das Ziel von Gaunern werden, bleibt.

Aus diesem Grund boten die Polizei und der Kreisverband Haßberge im Bayerischen Landessportverband (BLSV) am Donnerstagabend im Sportheim des FC Zeil am Tuchanger eine Informationsveranstaltung an. Dabei unterrichtete Polizeioberkommissar Roland Schmied von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Schweinfurt die Vertreter von Vereinen darüber, wie sich die Clubs vor Einbrüchen schützen können. Über 20 Vereinsvertreter nahmen teil.

Sportheime liegen meist etwas außerhalb der Orte und sind nicht bewohnt. "Alles, was unbewohnt erscheint, zieht Einbrecher an", sagte Schmied. Folglich müsse man etwas tun, um den Eindruck zu vermeiden, dass ein Gebäude leer aussieht.

Mit Licht zum Beispiel, innen und außen. Über Bewegungsmelder gesteuerte Außenbeleuchtungen und mit Zeitschaltuhren für die Innenbeleuchtung könne man manche (leider nicht alle) Einbrecher abschrecken, erklärte der Experte der Polizei.

Die Vereine sollten, so ein weiterer Rat, ihre Gebäude technisch so sichern, dass Einbrecher es schwer haben einzudringen. Solche Techniken müssten nicht teuer sein, und viele Vereine könnten in Eigenleistung einiges tun. Je länger ein Täter brauche, um einzudringen, desto höher sei für ihn das Risiko, entdeckt zu werden, beschrieb Schmied. Weitere Risiken für Einbrecher: Schwitzen beim Aufbruch oder Verletzungen an eingeschlagenen Scheiben können, wie Roland Schmied schilderte, bedeuten, dass der Täter DNA-Spuren hinterlässt. Erscheint dem Gauner das Risiko insgesamt zu hoch, lässt er vielleicht von seinem Vorhaben ab.

Als schwächste Glieder an einem Vereinsheim bezeichnete der Polizist Balkon-, Terrassen- und Nebeneingangstüren sowie die Fenster. "Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster", warnte er. Ein Profi brauche zehn Sekunden, um es zu öffnen. Ein geschlossenes, aber technisch schlecht gesichertes Fenster hält 16 Sekunden einem Aufbruch stand. Länger nicht, wie die Besucher der Informationsveranstaltung in Zeil auf einem Demonstrationsvideo sahen.

Schmied appellierte an die Vereinsvertreter, dass sie sich über Einbruchschutz informieren, etwa bei der Beratungsstelle der Polizei. Die Polizei komme auch vor Ort, um die Sportheime auf ihre Sicherheit zu prüfen und um konkrete Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten - kostenfrei und produktneutral, versicherte er.

Sein Fazit lautete: Durch das richtige Verhalten, angemessene technische Sicherungen und die Mithilfe aller Mitglieder (aufmerksam sein) könnten Vereine ihre Sicherheit für die Sportheime deutlich erhöhen. "Sehr viel
liegt an uns selber", sagte der Kriminaloberkommissar.


Dazu ein Kommentar von Klaus Schmitt

Ehrenamtliche Tätigkeit macht Spaß. Meistens, aber nicht immer. Auf jeden Fall bedeutet sie viel Arbeit, Verantwortung, Durchhaltevermögen und auch Mut.

Gerade in Sportvereinen, die zahlreiche Aktive und Mannschaften haben, ist gut zu tun. Da braucht es eine zusätzliche Herausforderung in der Form, dass sich Vorstände und Funktionsträger verstärkt um den Einbruchschutz kümmern müssen, überhaupt nicht.

Aber es ist nun einmal leider so: Immer wieder suchen Einbrecher Sportheime heim. Dabei müsste sich bis zum dümmsten Gauner herumgesprochen haben, dass dort nichts zu holen ist. Die Vereine leeren abends die Kassen.

Gleichwohl wird es immer wieder versucht, und zurück bleibt teilweise immenser Sachschaden, den die Vereine beheben und aus eigener Tasche bezahlen müssen. Geld muss eingesetzt werden, das den Vereinen an anderer Stelle fehlt. Das macht die Arbeit der Ehrenamtlichen nicht leichter.