"Ein wohlklingender Strauß bunter Melodien", mit dieser kreativen Metapher eröffnete Oberstudiendirektor Martin Pöhner, Schulleiter des Friedrich-Rückert-Gymnasium Ebern, das Sommerkonzert.
Denn am Donnerstagabend hatten sich stolze Eltern und Familienmitglieder, engagierte und interessierte Schüler, Musikliebende, darunter viele Lehrern des Gymnasiums in der Aula eingefunden. Manch einer, der etwas später kam, bekam keinen bequemen Sitzplatz und musste mit Holzbänken oder einem Stehplatz Vorlieb nehmen. "So voll war es noch nie!", war sich die Leiterin des Großen Chors und des Männerchors, Musiklehrerin Kathleen Hümmer, sicher. Was die Besucher dieses Abends jedoch nicht verschrecken konnte, denn für dieses Konzert war es auf jeden Fall wert, zu stehen.


Gummibärenbande

Den Auftakt machte die "Gummibärenbande". Dieser ungewöhnliche Name sorgt erst einmal für Amüsement und Verwunderung, doch es bleibt die Frage: Wer steckt hinter diesem Pseudonym? Eine Schülerband möglicherweise? Oder doch einer der Chöre? Nein, jemand anderes: Die Big-Band des Friedrich-Rückert-Gymnasiums unter der Leitung des Musiklehrers Maximilian Ludwig. Ihr Name ist auf ihre Tradition, zu jeder Probe Gummibärchen mitzubringen und zu naschen, zurückzuführen. Die "Gummibärenbande" also stimmte für die Zuhörer "The Blues Brother Rockin' Soul" und "Revue" an.
Martin Pöhner wünschte allen einen unterhaltsamen musikalischen Abend, bevor der kleine Chor mit Schülern der fünften und sechsten Klassen auftrat. Die Jüngsten des Gymnasiums meisterten mit Bravour die englischsprachigen Texte, wie "Just the way you are" oder "Always look on the bright side of life". Musiklehrerin Isabel Fricke hatte mit ihnen diese Klassiker der Unterhaltungsmelodien einstudiert.
Sie waren nicht die einzigen, die an diesem Abend Applaus bekamen. Auf den Unterstufenchor folgte ein vierhändiges Klavierstück zweier Abiturienten, welches sich einfach nur zauberhaft anhörte. Zwei weitere Solo-Darbietungen von Schülerinnen der zehnten Klasse verdienten ebenso großen Respekt: Zum einen von Merle Kleist, die mit ihrem zarten Gesang für Gänsehaut sorgte, und zum anderen von Arezou Hassanzadeh, die die Zuhörer durch ihr leidenschaftliches Klavierspiel und großes Können an diesem Instrument begeisterte. Bei "Fields of Gold", gesungen von der Abiturientin Eva Arnold und begleitet von ihrem Vater Philipp an der Gitarre, herrschte in der vollbesetzen Aula eine beeindruckende Stille.
Die 70 Schülerinnen und Schüler des Großen Chors, waren bei ihrem Auftritt mit Herzblut bei der Sache. Fünf Lieder bekam das Publikum von ihnen zu hören, unter anderem einen Klassiker der 80er, "Sweet Dreams" von den Eurythmics, sowie "Shape of you" von Ed Sheeran, ein aktueller Hit aus dem vergangenen Jahr.


Engagierte Abiturienten

Im Großen Chor sind nahezu alle Jahrgangsstufen des Gymnasiums vertreten, bis auf die fünfte und sechste Klasse. Dafür wirkten auch hier Abiturienten des Jahrgangs 2018 mit. Ihnen muss man ihr großes Engagement besonders anerkennen, da sie eigentlich schon ihr Abschlussjahr beendet haben.
Die anderen drei Chöre bestehen aus einem reinen Frauenchor, einem reinen Männerchor und einem gemischten Vokalensemble, die jeweils einen Song zum Besten gaben. Zwar hatte das Vokalensemble zu Beginn ein paar Startschwierigkeiten, doch beim zweiten Versuch funktionierte alles wunderbar und auch sie erhielten große Anerkennung vom Publikum. Der Männerchor, welcher in den ersten Minuten seines Auftritts nur aus Schülern der höheren Klassen bestand und passend zu seinem Namen den Titel "Männer" von Herbert Grönemeyer sang, wurde in der Mitte des Liedes erweitert und von einigen Jungs aus der Unterstufe unterstützt.
Zwei weitere musikalische Arrangements hatte das FRG an diesem Abend noch zu bieten: Zum einen die Schüler-Lehrer-Band unter der Leitung von Udo Fleischmann, welche mit zwei Songs, "Wannsee" von den Toten Hosen und "Zombie" von The Cranberries, für eine rockige Stimmung sorgte; und zum anderen ein Saxofonquartett, das sich durch großes instrumentales Können ebenso die Begeisterung der Menge sicherte.
Zum Schluss waren sich alle einig, dass es sich sehr lohnt, Jahr für Jahr wieder das Sommerkonzert zu besuchen, damit man all die Virtuosen erleben kann, die Tag ein, Tag aus im Friedrich-Rückert-Gymnasium die Schulbank drücken. Mit den Klängen des "Straußes bunter Melodien" im Ohr ließen alle den Abend ausklingen.