Orte der Begegnung tun gut. Als einen solchen Ort bezeichnete der Eltmanner Stadtpfarrer Bernhard Öchsner die 14-Nothelfer-Kapelle in Eschenbach. Sie steht seit 20 Jahren, und das Jubiläum wurde am Wochenende im Eltmanner Stadtteil gefeiert.

Zum Auftakt brachten die Kirchweih-Burschen einen geschmückten Baum hinauf auf den Wallberg, auf dem die Kapelle erbaut worden ist. Aus allen Stadtteilen kamen dann am Festsonntag die Bürger, um mit den Eschenbachern das Jubiläum ihrer Kapelle zu begehen. Pfarrer Bernhard Öchsner betonte, dass die Menschen Orte der Begegnung bräuchten. Die Kapelle über Eschenbach sei ein solcher Ort, an dem die Glocken einladen, Jesus zu begegnen. Spaziergänger oder Wanderer könnten hier ihre Ruhe finden und Gott alles sagen, was sie bedrücke.

Matthias Krapp, der von Anfang an bis heute der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Eschenbach ist, beschrieb die Zeitspanne seit Planung, Bau und Einweihung. Er betonte, dass die Kapelle in den 20 Jahren ihres Bestehens in dieser schnelllebigen Zeit zu einem Ort der Ruhe, der Besinnung und des Friedens geworden sei.

Bürgermeister Michael Ziegler fand es bemerkenswert, dass die Idee zum Bau des Kirchleins aus einem Mostfest entstanden sei. Schon vor dem Beschluss zum Bau habe die Dorfgemeinschaft großzügig zu Menschen etwa in der Kinder- und Jugendhilfe Eltmann oder bei der Lebenshilfe gestanden (Erlöse aus dem Mostfest gingen an soziale Einrichtungen). Sich für die Menschen einzusetzen, sei somit in der Eschenbacher Bevölkerung tief gegründet. "Dazu kommt, dass man die Kapelle oder das Gotteshaus erst in einer Zeit baute, als sich viele Menschen schon von Gott abwendeten." Wenn die 14-Nothelfer-Kapelle reden könnte, dann würde sie sicher von vielen Menschen erzählen, die hier Schutz oder Hilfe in ihren Anliegen und ihrer Not gesucht hätten. Zieglers Dank galt allen, die sich vor 20 Jahren für den Bau der Kapelle einsetzten und auch heute noch für die Kapelle stehen.

Zur Geschichte waren bei dem Fest interessante Details zu erfahren. Aus dem Verein "Dorfgemeinschaft Eschenbach 1996 e.V.", einer losen Gemeinschaft für das "Eschenbacher Mostfest", wurde mit dem Ziel "Wir bauen eine Kapelle" der "Eschenbacher Kapellenbau-Verein", der aus zwölf Personen bestand. Ihre Namen sind heute auf einem Stein in der kleinen Kirche verewigt. Zwei Personen sind schon verstorben; bis heute wurden keine neuen Mitglieder aufgenommen. Er ist kein üblicher Verein, sondern ein Trägerverein für die 14-Nothelfer-Kapelle und wird von Anfang an bis heute von dem 46-jährigen Matthias Krapp geführt, der nun in Priesendorf wohnt.

Den Altarblock bekam der Eschenbacher Vereins umsonst. Als sich damals die Kunde vom Kapellenbau verbreitete, meldete sich beim Baukomitee der angehende Steinmetzmeister Hans Albert aus Tretzendorf mit dem Wunsch und dem Angebot. "Ich stehe vor der Meisterprüfung. Darf ich als Prüf- und Meisterstück den Altar meißeln. Ich schenke ihn euch." Und so geschah es auch.