Für die Haßfurter erfüllt sich ein Traum: Endlich können auch sie mit dem Kennzeichen "EBN" am Auto durch die Gegend fahren. Das war bis 1972 lediglich Einwohnern des Altlandkreises Ebern vorbehalten, die mit der Gebietsreform im selben Jahr ihre Identität auf dem Nummernschild verloren haben. Voraussichtlich ab Januar beziehungsweise Februar 2014 steht es nun jedem Landkreisbürger frei, sein im Verwaltungsbezirk zugelassenes Auto entweder weiterhin mit dem Kennzeichen "HAS" oder einem der Altkennzeichen "EBN", "GEO oder "HOH" bestücken zu lassen.

Drei Monate dauert es noch

Die Empfehlung dafür hat der Kreisausschuss des Landkreises Haßberge am Dienstag im Landratsamt in Haßfurt dem Kreistag einstimmig gegeben. Der wiederum soll bei seiner Sitzung am Montag einen Antrag auf Zulassung an das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie befürworten. Das Ganze läuft noch über die Regierung von Unterfranken. Reine Formalitäten sind das, somit gilt die Wiedereinführung der viel diskutierten und umstrittenen Altkennzeichen als sicher. Etwa drei Monate soll das Prozedere nach Auskunft des Landratsamtes dauern, bevor die Nummernschilder wieder ausgegeben werden. Nichtsdestotrotz blieb Landrat Rudolf Handwerker (CSU) dabei: Er hält die ganze Sache für überflüssig. Erneut darauf eingehen wollte er aber nicht. "Meine Meinung zu diesem Thema habe ich wiederholt geäußert."

Thema war schon vom Tisch

Die ganze Debatte schien nach der Kreistagssitzung am 29. April dieses Jahres eigentlich schon vom Tisch: Damals hatte das Gremium mehrheitlich entschieden, alles beim alten Neuen, also bei "HAS", zu belassen. Besonders aus Ebern allerdings regte sich Widerstand gegen diesen Beschluss. In der ehemaligen Kreisstadt wollte man partout nicht akzeptieren, dass es das für das geliebte "EBN" gewesen sein soll. Die Befürworter argumentierten, dass es keinem weh tun würde, wenn man die alten Kennzeichen wieder aufleben ließe. Die eigens gegründete Initiative "Pro-EBN" machte sich für Entscheidungsfreiheit und Pluralismus stark und setzte sich ein für lokales Marketing- und Tourismusbestreben.

Petition bringt die Wende

Eine Petition, mit der sich 2500 Landkreisbürger für die Wiedereinführung der Altkennzeichen aussprachen, brachte schließlich die Wende: Überparteilich hatten sich Politiker aus Ebern zusammengetan und Landrat Handwerker vor einigen Monaten die Unterschriftenliste überreicht. Der reagierte im August darauf und erklärte, den Kreistag erneut zu der Sache hören zu wollen. Zwei Gründe seien dafür maßgebend gewesen, wie es in seiner gestern dem Kreisausschuss vorgelegten Feststellung heißt: "Ich befürchte, dass die Zulassung der Altkennzeichen zum zentralen Thema des bevorstehenden Kommunalwahlkampfes wird (die Wahlen finden am 16. März 2014 statt, die Red.). Das ist das Thema wirklich nicht wert." Außerdem würden mit der neuen Regelung, dass bei einem Ortswechsel das bisherige auswärtige Kennzeichen behalten werden dürfe, "letztendlich die Ortskennzeichen aufgegeben. Aus dem Kennzeichen wird man dann künftig nicht mehr auf die Herkunft des Halters schließen können."

Ebern gewinnt

Die Eberner wird's freuen, sie haben einen Sieg errungen. Ob so viel Hickhack von allen Seiten allerdings notwendig war, darf bezweifelt werden. Ebenso das Gerücht, dass Dienstfahrzeuge des Landkreises Haßberge künftig mit EBN-Kennzeichen ausgestattet werden sollen.