Unter den Referenten waren etliche Ehemalige des Friedrich-Rückert-Gymnasiums. Sie waren an ihre einstige Bildungsstätte zurückgekehrt, um ihren Nachfolgern in der Schulbank bei einer "Berufsmesse" einen realistischen Blick auf Berufszugänge, Bildungswege und die Arbeitspraxis zu vermitteln. Solch eine "Messe" wird alle zwei Jahre angeboten, um den Gymnasiasten zu zeigen, was sie mit ihrem Abi alles anstellen können. So waren auch etliche Vertreter örtlicher Betriebe angetreten, um möglichen Nachwuchs zu werben. Insgesamt war das Angebot deutlich größer und vielseitiger als noch vor zwei Jahren.

Über 40 Referenten stellten sich den Fragen und versuchten den zahlreichen jungen Interessenten relevante Antworten zu geben, wobei sie häufig Erfahrungen aus dem eigenen Erleben, aus ihrem eigenen Berufsleben und dem persönlichen Werdegang dorthin einbrachten.

Besonders gefragt waren die Schilderungen der sogenannten "Alumni", der Ehemaligen, denn nicht etwa Senioren standen da an den Informationsständen Rede und Antwort, sondern junge dynamische Leute, die mit den Schülern noch annähernd auf Augenhöhe stehen und wissen, worauf es Jugendlichen bei der Berufswahl ankommt.


Weitblick vermittelt

Etliche Lehrer freuten sich, auf diese Weise zu erleben, dass aus den "Ehemaligen" durchaus etwas Repräsentables geworden ist und ihr Bemühen offensichtlich Früchte getragen hat. "Beeindruckend zu sehen, was aus unseren Schülern so alles geworden ist", staunte etwa Studiendirektor Rudolf Hein, der in manchem Gymnasiasten die Liebe zu Fremdsprachen und zu einer Karriere in der "großen weiten Welt" geweckt hatte.

Die Globalisierung eröffnet ungeahnte Möglichkeiten, sorgt aber auch dafür, dass die Orientierung noch schwieriger wird. Nicht leicht ist demzufolge heute die Berufswahl und der Weg dorthin kann sehr steinig sein. "Fast jeder Dritte bricht heute sein Studium ab", bemerkte etwa Schulleiter Klaus-Peter Schmidt. Der Oberstudiendirektor wies darauf hin, dass man nicht eingleisig denken solle und dass im Berufsleben Flexibilität geboten sei.
Die Hilfestellung bei der beruflichen Orientierung musste den Schülern, von denen viele in Begleitung ihrer Eltern gekommen waren, umso willkommener sein.


Riesige Auswahl

Verantwortlich für das beeindruckende Angebot zeichnete ein Team um die Oberstudienräte Roland Baumann, Frauke Müller, Bettina Natterer und Udo Fleischmann, die analog zur seit Langem üblichen Berufsorientierung an Real- und Mittelschulen die umfangreiche Palette der Möglichkeiten aufzeigen wollten, die Gymnasiasten in der Berufswelt offensteht.

Werbung in eigener Sache machten beispielsweise Vertreter der Firma FTE, der Seßlacher Geiss AG, der Fränkischen Rohrwerke, der Weigang AG, Marcapo oder der Memmelsdorfer Firma Rösler, denen natürlich daran gelegen ist, junge Leute aus der Region für heimatnahe Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu begeistern. Auch die großen Unternehmen und Banken, Polizei, Landratsamt oder die Bundeswehr suchen ihr künftiges Personal auch unter den Gymnasiasten. Selbst die evangelische Kirche war vertreten und stellte sich als Arbeitgeber vor. Am Ende staunten selbst die Aussteller über das imposante Angebot bei dieser Bildungsmesse.
Wie spannend beispielsweise die Herausforderungen im Berufsfeld Sonderpädagogik sein können, zeigte Eckart Roeß auf, der von einer "Wundertüte" sprach. So viel Überraschendes könne man hier erleben.
Über ihr Psychologie-Studium berichtete Damaris Schaller, die bereits zum zweiten Mal als Referentin bei der Berufsmesse dabei war und inzwischen um einige Semester weiter ist, um dem Nachwuchs somit noch fundierter Tipps und Ratschläge geben zu können.

Den Reiz eines Auslandsaufenthalts und die damit verbundene Horizonterweiterung machte beispielsweise Laura Blum deutlich. Die frühere Schülersprecherin des Eberner Gymnasiums hatte nach ihrem Abitur ein freiwilliges soziales Jahr geleistet und sich für ein Hilfsprojekt in Peru entschieden. tk/eki