Wieder einmal, und das gleich einen ganzen Nachmittag lang, opferten Feuerwehrleute und Einsatzkräfte des BRK ihre Freizeit, um für den Ernstfall gewappnet zu sein. Gut 200 Kräfte von Feuerwehr, dazu einige Rettungsdienstkräfte des BRK, waren bei einer groß angelegten Waldbrandübung rund um Reutersbrunn im Einsatz. Den Ernstfall gab es am Ende tatsächlich, und zwar in Eichelberg: Dessen Bürgern ging das Wasser aus!
Das Szenario: "Waldbrand mit Bodenfeuer an mehreren Stellen im Waldabschnitt "Erlenhut" zwischen Reutersbrunn und Eichelberg. Die Übungsleitung hatte Kreisbrandinspektor (KBI) Rudi Lübke, die Einsatzleitung Kreisbrandmeister (KBM) Thomas Habermann.

33 Fahrzeuge im Einsatz

Bereitstellungsraum für die eingesetzten Kräfte der generalstabsmäßig geplanten Übung war zwischen Unterpreppach und Reutersbrunn, an der Abzweigung zur ehemaligen Standortschießanlage. Hier warteten die Einsatzkräfte der Feuerwehren Reutersbrunn, Eichelberg, Heubach, Vorbach, Bramberg, Weißenbrunn, Eyrichshof, Unterpreppach, Wüstenwelsberg, Gereuth, Ebern, Rentweinsdorf, Pfarrweisach, Untermerzbach, Jesserndorf, Kirchlauter, Fischbach-Höchstädten, Kraisdorf, Treinfeld und der BRK-Bereitschaft Ebern mit insgesamt 33 Fahrzeugen auf den Einsatz.

Eingebunden waren auch vier Landwirte mit großen Wasserfässern und einer Transportkapazität von insgesamt 32 000 Litern für den Transport von Löschwasser an den angenommenen Brandort. Um 13.07 Uhr heulte in Reutersbrunn die Sirene. Als Erster raste Michael Walz, Gruppenführer der Feuerwehr in Reutersbrunn, mit seinem Fahrrad zum örtlichen Feuerwehrhaus.

Im Einbahnverkehr

Dass ein solcher Einsatz einer intensiven Vorplanung bedarf, wurde am Einsatztag deutlich. Um am angenommen Waldbrandort kein Chaos entstehen zu lassen, wurden alle anrückenden Feuerwehren in Eichelberg in Empfang genommen und ihnen ihr Einsatzort präzise zugeteilt. Die Anfahrt erfolgte, da alles über einen schmalen Waldweg lief, im Einbahnverkehr. Vier "Verletzte", darunter einer mit starken Brandverletzungen, mussten gerettet werden. Einige Feuerwehrführer aus dem Landkreis waren zusammen mit Kreisbrandrat Ralf Dressel als Beobachter vor Ort.

Wie Thomas Habermann erläuterte, war Zweck der Übung: Aufbau und Funktion der Einsatzleitung, Wasserförderung über lange Wege, Wassertransport mittels Tanklöschfahrzeugen mit Unterstützung von Landwirten, Wasserentnahme aus offener Schaltstelle mit möglichst durchgängiger Wasserversorgung zum Einsatzort, Wasserentnahme aus Faltbehältern, Straßengräben oder Biotopen.

Ein Problem war das Heranbringen von genügend Wasser an die angenommen Brandherde. Da hatte man sich einiges einfallen lassen. So wurden mobile Wasserbehälter nahe der Brandorte gefüllt, aus denen dann die Wehrleute das Wasser an die Strahlrohre pumpten. Genutzt wurde ein angestauter Graben, in den Landwirte mit Güllefässern große Mengen Wasser brachten. Dieses wurde dann mit Motorspritzen abgesaugt und zu den Strahlrohren geleitet. Selbst ein Biotop wurde mit Wasser gefüllt, um einen gewissen Vorrat zu haben.

Wasser war Mangelware

In allen Fällen zeigte sich jedoch, dass das angekarrte Wasser schnell verbraucht war und somit die Strahlrohre häufiger versiegten. Gelegt wurden auch Schlauchleitungen von 500 und 700 Metern Länge. Wasser wurde aus Eichelberg und vom Löschteich in Reutersbrunn sowie aus Hydranten im Gewerbegebiet der ehemaligen Kaserne geholt. Da die entnommen Wassermengen enorm waren, alle eingesetzten Fahrzeuge konnten in einem Umlauf 43 000 Liter transportieren, kam es in Eichelberg zu Problemen.



Aus dieser Versorgungsanlage, sie gehört zur Rentweinsdorfer Gruppe, wurden nach Auskunft eines Feuerwehrverantwortlichen in kurzer Zeit mehr als 35 000 Liter Wasser entnommen. Der Ort hatte um 15.30 Uhr kein Wasser mehr. Auch gab es einen Rohrbruch, der möglicherweise durch die Druckschwankungen im Ortsnetz entstand, womit Bürgermeister Willi Sendelbeck, der als Beobachter mit vor Ort war, sich bei der Abschlussbesprechung als Mitverantwortlicher für die Rentweinsdorfer Wasserversorgung, nicht glücklich zeigte. Er rechnet mit einer Schadenssumme von mindestens 5000 Euro.
Ein kleiner Unfall war zu registrieren, wie Thomas Habermann bei der Abschlussbesprechung in der Frauengrundhalle in Ebern sagte. Bei einer Tragkraftspritze habe es eine Verpuffung gegeben, wobei ein Feuerwehrmann verletzt wurde. "Da sieht man das es gut ist, wenn auch das BRK mit eingebunden ist", sagte Habermannn. Die Verletzung wurde wohl im Krankenhaus Ebern behandelt, scheint aber nicht schlimm zu sein, da der Betroffene an der Abschlussbesprechung teilnehmen konnte.

Verbesserungen nötig

Habermann zeigte sich insgesamt mit dem Ablauf zufrieden und kündigte an, dass diese Übung im Winter mit den Verantwortlichen nachbearbeitet wird, um möglicherweise für künftige Einsätze Verbesserungen erarbeiten zu können. Bürgermeister Jürgen Hennemann schloss sich dem an. "Für mich war es beeindruckend zu sehen wie viele Feuerwehrleute Hand in Hand gearbeitet haben. Nur so geht, nur so kann man was in Verbindung mit gutem technischen Gerät erreichen", sagte der Eberner Bürgermeister.












Reutersbrunn - Mehr als 200 Feuerwehreinsatzkräfte übten am Samstagnachmittag im Wald bei Reutersbrunn das Einsatzszenario eines Waldbrandes. Als Beobachter waren dabei Bürgermeister Jürgen Hennemann aus Ebern und Bürgermeister Willi Sendelbeck aus Rentweinsdorf.
Jürgen Hennemann sagt: "Eine Waldbrandübung ist eine wichtige Sache um für den Ernstfall, der möglichst nicht eintreten sollte, gerüstet zu sein. Das Problem wird hier immer sein, genügend Wasser in kurzer Zeit an den Brandort zu bringen. Die Feuerwehrautos bringen halt nur 800 oder 1000 Liter in den Tank und das ist in zwei Minuten verspritzt. Deshalb ist es auch wichtig Landwirte mit großen Güllefässern einzubinden und man kann sehen, dass wir eine gute Truppe haben, die das prima organisiert hat und vor Ort koordiniert." Sein Amtskollege aus Rentweinsdorf, Willi Sendelbeck: "Ich finde so eine Übung Klasse. Ein Ernstfall ist nie auszuschließen und da muss man einfach üben um gerüstet zu sein, um Erfahrungen zu sammeln, die man dann verwenden kann. Beeindruckt bin ich über die Zusammenarbeit der vielen Wehren, die wie selbstverständlich ist." hw