Seit Monaten wurde spekuliert, Namen und Gerüchte machten die Runde. Die "Bewerbungsfrist" war zum Faschingsende ausgelaufen, ohne greifbares Ergebnis. Doch damit hatte niemand gerechnet: Die CSU-Ortsvorstände von Ebern und Jesserndorf haben am Freitagnachmittag ihren Vorschlag für eine Bürgermeister-Kandidatin präsentiert: Es ist die Diplom-Verwaltungswirtin Barbara Baumbach (53), die Tochter von "Burgl" Bauer. Sie zieht es nach Stationen bei der Deutschen Rentenversicherung, dem Bundesrechnungshof und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Hessen und Berlin wieder in ihre Heimatstadt zurück.

Die Biografie der CDU-Politikerin versetzte CSU-Ortsvorsitzende Gabi Rögner "ins Schwärmen", um nach 18 Jahren Robert Herrmann die Arbeit bestmöglich weiter zu führen. Rögner, der selbst Ambitionen zugeschrieben worden waren, attestierte der Kandidatin "Kompetenz und Lebenserfahrung" und sicherte - wie sämtliche CSU-Vorstände - volle Unterstützung zu.

Vollen Rückhalt findet Barbara Baumbach auch bei Bürgermeister Robert Herrmann, der nach Informationen unserer Zeitung die ausschlaggebenden Gespräche geführt hatte: "Wir hätten's nicht besser erwischen können. Das ist ein Vorschlag hinter dem wir stehen und ein gutes Gefühl haben."

Die Tochter der Stadt, die ihre Jugend in Ebern verbrachte und ihr Abitur an der Fachoberschule in Bamberg machte, wechselte dann an die Fachhochschule in Berlin. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter (20 Jahre).

Zur Politik sei sie durch die Suche nach einem Kindergartenplatz in der Stadt Langenselbold/Hessen gekommen, weil es eben zunächst keinen für ihre Tochter, die mittlerweile studiert, gegeben habe. Seit 2000 ist sie Mitglied der CDU und gehört dem Bundesvorstand der Frauenunion an. "Ich habe nah am Zentrum der Macht gearbeitet", sagte sie bei ihrer Vorstellung, da sie aktuell beim Beauftragten der Bundeskanzlerin für die deutsch-griechische Versammlung tätig ist.

Auf die Kandidatur in Ebern sei sie von mehreren Seiten angesprochen worden, zuletzt beim 80. Geburtstag der Mutter vor einigen Wochen. "Es wäre für mich etwas Besonderes, meine Heimatstadt mit zu gestalten, denn ich habe hier mehr als einen Koffer, sondern auch einen Wohnsitz und meine Familie. Ich weiß, wie sich Ebern weiterentwickeln kann und eine Stadt mit Zukunft ist."

Barbara Baumbach, als Gastwirtstochter kein Wunder, kocht gerne, schwimmt und fährt Rad und Ski. "Ich bin gerne unter Menschen und auf Festen." Ganz die Mama.

Ihre Nominierung durch die CSU-Mitglieder soll Ende Oktober erfolgen. Ein möglicher Umzug von Berlin nach Ebern hängt vom Votum der Wähler ab, sagte sie. Zwischenzeitlich findet sie sicher ihr Quartier - bei der Mama.

Dass auch Männer auf sie hören, dafür hat sie frühzeitig gesorgt: Als erste Fußball-Schiedsrichterin Eberns - und dies schon in jungen Jahren.