"Oh, mein Gott!", dachten sich wohl die meisten Besucher, die am Wochenende eine der ersten beiden Vorstellungen der Ebelsbacher Theatergruppe im Bürgersaal besuchten. Nein, nicht vor Enttäuschung. Ganz im Gegenteil.

Weil die Platzverhältnisse in der Küche von Pferdeschlachter Max Piening (Rudi Klos) und seiner Frau Dora (Ronda Flemming) ohnehin beengt sind, und sich dann noch "Zwangsuntermieter" Ella Grimmer (Regina Lang) und ihr Mann Georg (neu dabei: Georg Markert) Platz verschaffen, kommt es immer wieder zu turbulenten "Begegnungen" und Wortgefechten.

Zeitreise in die 50er Jahre

Zunächst müssen sich die Zuschauer bei der Komödie "Mit Küchenbenutzung" in die 50er Jahre zurückdenken. In dieser Zeit nämlich wurden vermeintlich überzählige Zimmer von Amts wegen einfach akquiriert und Wohnungssuchende dort eingewiesen. Leider ist die an Pferdeschlachter Max Piening vermietete Wohnung aber bereits bestens ausgelastet. Doch kein Erbarmen: Auf Anordnung des zurückhaltenden Walter Wendland (ebenfalls neu: Lorenz Düsel) vom Wohnungsamt dürfen es sich dort jetzt auch die "liebenswürdige" Ella sowie Georg gemütlich machen.

Enthalten ist bei der Unterkunft, so wurde es im "Mietvertrag" festgelegt, die Benutzung der schmucken Küche. Gerade dies hätte mal besser nicht passieren sollen ...

Tatsache ist, dass Dora Piening viel lieber ihren Vater Toni (Dieter Kraft) und ihren Kartoffelkloß liebenden Stiefbruder Erich (Heiko Braunreuther) - beide suchen ebenfalls eine größere Unterkunft - zu sich holen würde. Deshalb greift sie zu einem drastischen Mittel: Schikane. Nach allen Regeln der Kunst. Bis Ella Grimmer rasch den Spieß umdreht und ihrer "Peinigerin" alles doppelt und dreifach zurückzahlt.

Nur gut, dass die Männer dazwischentreten, wenn es unter anderem mit Schuhen oder Bratpfannen heiß hergeht, und wenigstens für ein paar Minuten einen "Scheinfrieden" herstellen. Dabei ist der Herr Pferdeschlachter beileibe keine friedliche Natur, wenngleich er das natürlich komplett anders und sich als ruhenden Pol sieht. Doch schlechter Geschäftsgang, Dauerkrieg mit dem Wohnungsamt und der Straßenbahnverwaltung, wo es Walter, der zu allem Übel auch noch mit Max' Schwester Uschi (Stefanie Haase) verlobt ist, hin verschlagen hat, sind Beweis genug: Er ist einfach ein Hitzkopf. Hinzu kommen ständige Reibereien mit Dora. Für sein leicht erhitzbares Gemüt ist diese Mischung ganz und gar nicht zuträglich. Dann steht plötzlich noch Walters ehemalige Wohnungsamt-Kollegin Lisa Träger (Yvonne Kuhn) im Haus. Mitgebracht hat sie eine Nachricht, die eigentlich die Wogen glätten und die Gemüter abkühlen sollte. Ganz nach dem Motto "erstens kommt es anders und zweitens als man denkt" wendet sich das Blatt jedoch abermals. Selbst die Männer sind jetzt mit ihrem Latein am Ende.

Die weiteren Vorstellungen

Weitere Aufführungen des turbulenten Treibens sind samstags, 3. und 10. November, sowie am Freitag, 9. November (mit Stühlen und Tischen). Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Dazu gibt es am Sonntag, 4. November, wieder eine Nachmittagsvorstellung ab 16 Uhr, bei der Kaffee und Kuchen serviert werden (ebenfalls mit Stühlen und Tischen). Karten können telefonisch unter der Rufnummer 0178/9063289 bestellt werden (ab 18 Uhr). Reservierungen sind über das Internet (www.theatergruppe-ebelsbach.de) ebenfalls möglich.