Die CSU bleibt in Feierlaune. Nach dem Gewinn der absoluten Mehrheit vor einer Woche im bayerischen Landtag haben die Schwarzen aus dem Freistaat bei der gestrigen Bundestagswahl erneut sehr erfolgreich abgeschnitten. Ihren Anteil daran hat die stellvertretende Generalsekretärin der Partei, Dorothee Bär aus Ebelsbach (im Kreis Haßberge). Der Einsatz in den vergangenen Wochen und Monaten habe sich gelohnt, sagte sie gestern Abend in einer ersten Reaktion auf das Wahlergebnis.

Und auch persönlich kann sie sehr zufrieden sein. Sie hat das Direktmandat im Wahlkreis 248 Bad Kissingen, der aus den drei Landkreisen Haßberge und Bad Kissingen sowie Rhön-Grabfeld besteht, souverän behauptet. Deutlich liegt sie vor den anderen Bewerbern um den Einzug in den Bundestag. Am nächsten kam ihr die SPD-Kandidatin Sabine Dittmar aus Maßbach im Kreis Bad Kissingen.

Dorothee Bär erzielte im Wahlkreis 57,91 Prozent der Erststimmen. Im Kreis Haßberge kam sie auf 54,85 Prozent. Sie zieht direkt in den Bundestag ein, in den sie 2002 erstmals berufen worden war (damals über die Liste, seit 2009 ist sie die Direktkandidatin der CSU).

"Ich bin überglücklich", bewertete sie gestern Abend ihren Erfolg. Wenn eine Fünf beim Ergebnis vorne dran stehe, dann "freut man sich riesig".

Die 35-Jährige war davon ausgegangen, als CSU-Direktkandidatin für den Wahlkreis 248 Bad Kissingen wieder gut abzuschneiden. Sie persönlich habe in den letzten Wochen und Monaten intensiv für Wählerstimmen geworben. "Ich habe mir überlegt, ob ich mehr hätte machen können, und ich hätte nicht mehr machen können. Ich hatte keinen einzigen Tag Urlaub, war wirklich Tag und Nacht unterwegs, nicht nur im Wahlkreis, sondern bayernweit." Mitgenommen habe sie eine "ganz positive Grundstimmung, anders als vor acht Jahren", wie sie einräumt. "Wenn sich das nur ein bisschen vom Gefühl her bestätigt, bin ich eigentlich guten Mutes", hatte sie bei der Stimmabgabe gestern Vormittag in Ebelsbach erklärt.


Mitleid mit der FDP
Um kurz nach 9.30 Uhr hatte die Bundestagsabgeordnete im Ebelsbacher Wahllokal im Gymnastikraum bei der Mittelschule (alte Kegelbahn) ihren Stimmzettel in die Wahlurne geworfen. "Es wird auf jeden Fall wesentlich enger als letztes Wochenende", lautete ihre persönliche und gleichzeitig "schwierige" Prognose über den Ausgang der Wahl für den 18. Deutschen Bundestag. Sie sollte recht behalten. Es wurde knapp.

Nach ihrer Stimmabgabe in Ebelsbach ging es indes gleich nach München. "Wir habe heute Anwesenheitspflicht", machte Dorothee Bär deutlich. Als stellvertretende Generalsekretärin der CSU hat sie zusammen mit Generalsekretär Alexander Dobrindt für die CSU-Wahlparty eingeladen und ist für den Ablauf mitverantwortlich. Bei allen ihren Helferinnen und Helfern will sich die Politikerin dann am kommenden Samstag in Ebelsbach bedanken.

Völlig überrascht wurde Dorothee Bär vom Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag. "Das hätte ich nicht für möglich gehalten", gestand sie. Ihrer Ansicht nach müsste in Deutschland ein Potenzial von dauerhaft sechs bis sieben Prozent für eine liberale Partei vorhanden sein.

"Sehr leid" tut es Dorothee Bär um einige "liebe Freunde", die sie bei der FDP gefunden hat. Das Schlimme: Die Mitarbeiter der Abgeordneten müssen jetzt damit rechnen, dass sie in die Arbeitslosigkeit geraten. ks,rn

Alle Ergebnisse der fränkischen Stimmkreise für die Bundes- und Landtagswahlen finden Sie unter wahlen.infranken.de. Auch Detailinformationen zu den Kandidaten finden Sie auf dieser Seite.