Die kleine Emilia weiß genau, was an Heiligabend unter dem Weihnachtsbaum für sie liegen soll. Sie möchte eine Ritterburg, einen Polizisten und ein Gefängnis als Geschenke vom Christkind haben. Damit nichts schief geht und die Wünsche in Erfüllung gehen, hat das Mädchen am Samstag beim Zeiler Weihnachtsmarkt den Wunschzettel selbst beim Christkind abgegeben. Das Christkind nahm den Wunschzettel der Dreijährigen aus Zeil gerne entgegen und versprach, ihr Bestes zu tun. Vor allem müssen wohl die Eltern der kleinen Emilia, Sandra und Alexander Holzause, ihr Bestes geben, damit die drei Geschenke unter dem Baum liegen werden.

Wieso möchte eine Dreijährige ein Gefängnis und einen Polizisten als Geschenk haben? Das Gefängnis sei gedacht für "die bösen Jungs", verrät die Mama. Die Tochter spielt momentan Geschichten, die mit Dieben zu tun haben, und da sind natürlich auch die Polizisten wichtig. "Die Polizisten haben es ihr sehr angetan, genauso wie die Feuerwehr", schildert Sandra Holzause die besondere Vorliebe ihrer Tochter. Ob der Wunsch Emilias in Erfüllung geht?

Und die Wünsche der vielen weiteren Kinder, die ihre Zettel beim Christkind abgegeben haben oder noch abgeben werden? Das Christkind nahm im Torbogen des Gewölbekellers am Rathaus Platz. Kind für Kind sprach beim Christkind vor. Katharina Esslinger war zum zweiten Mal in diese Rolle geschlüpft. Die 23-Jährige arbeitet als Erzieherin im Kindergarten in Limbach. Sie hat Erfahrung mit Kinderwünschen.

Keine Kutsche für das Christkind

Zum Auftakt des Marktes ist das Christkind heuer erstmals nicht in einer Kutsche vorgefahren. Das hat einen traurigen Grund: Erich Zösch, der bisher immer mit seiner Kutsche, die von zwei Pferden gezogen wurde, das Christkind zum Auftakt des zweitägigen Marktes auf den Marktplatz gebracht hatte, ist vor wenigen Tagen gestorben.

Zum siebten Mal in der neuen Form findet der Zeiler Weihnachtsmarkt am Samstag und Sonntag statt. Neue Form heißt, dass aus dem eintägigen reinen Verkaufsmarkt ein zweitägiger Markt mit ausgeprägtem weihnachtlichen Charakter geworden ist. Mit Musik, Gesang und mit weihnachtlichen Artikeln.

Er dient vor allem der Begegnung. "Man steht zusammen und redet miteinander", beschrieb eine 60-jährige Zeilerin die Atmosphäre, die ihr und vielen anderen Besuchern gefällt. Der Lichterglanz mit den herrlichen Fachwerkhäusern rund um den Marktplatz gilt als einmalig.

Aufregung gab es zu Beginn des Zeiler Weihnachtsmarktes am Samstagabend. Die Feuerwehr fuhr mit Blaulicht und Martinshorn vor. Der Grund: Im Adlergässchen, das genau gegenüber dem Marktplatz liegt, hatte ein Anwohner Gasgeruch festgestellt. Das bewahrheitete sich glücklicherweise nicht. Es passierte nichts, und die Zeiler Feuerwehr rückte wieder ab.