Als Staatsstraße für den überörtlichen Verkehr firmiert die Verbindung zwischen Haßfurt und Ebern, dennoch dient vorrangig der Streckenabschnitt zwischen Unterpreppach und Strasser Kreisel, der in Teilen noch als Gemeindestraße ausgewiesen ist, hauptsächlich dem innerörtlichen Verkehr.

Mehrere Einfahrten sorgen für Gefahrenstellen, wie EAL-Stadtrat Oliver Kröner bereits vor mehr als einem Jahr festgestellt hat. Deswegen hatte er auch den Antrag gestellt, im Bereich zwischen Unterpreppach, eventuell sogar ab Vorbach, und Ebern eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 km/h anzuordnen.

Obgleich Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) die Notwendigkeit hierfür nicht nachvollziehen konnte und ihm eine 11:9-Mehrheit folgte, beschloss der Stadtrat danach einstimmig, bei den zuständigen Behörden die Notwendigkeit und Machbarkeit eines solchen Tempolimits abzufragen. Maßgeblich beteiligt sind dabei die Polizei und das Landratsamt.

Monate nutzlos verstrichen

Was Oliver Kröner ärgert: Seither sind Monate vergangen, aber außer der Weiterleitung der Anfrage auf dem Dienstweg (im Mai) sei nichts passiert. "Alles noch in der Prüfungsphase", klagt er und hat nun beim Bürgermeister bis zur Januar-Sitzung des Stadtrates eine Klärung angemahnt: "Ich halte es nicht für in Ordnung, dass ein vergleichsweise einfacher Sachverhalt knapp 13 Monate nach einer Beschlussfassung noch immer nicht geklärt ist und zur Herbeiführung einer Klärung wiederholte Nachfragen eines Antragstellers erforderlich sind. Ich wünsche mir, dass Sie und die Stadtverwaltung den aus Stadtratsbeschlüssen resultierenden Handlungsbedarf stärker im Auge behalten."

Unterstützung erhält Kröner vom Verkehrsreferenten Harald Pascher (FDP), der einen ähnlich gelagerten Geschäftsordnungsantrag bei der Jahresabschluss-Sitzung am kommenden Donnerstag einbringen wird: "Nachdem es in diesem Jahr an der Einmündung von der B 279 zur Staatsstraße zu zahlreichen Unfällen gekommen ist, fordere ich, über eine Geschwindigkeitsbeschränkung nochmals nachzudenken. Gleiches gilt für die Ausfahrt von der Alten Kaserne. Wenn ich mir vorstelle, dass demnächst ein Krankenwagen mit Blaulicht zügig ausfahren muss und von Haßfurt kommend ein Pkw oder Motorradfahrer mit 100 km/h ankommt, sind brenzlige Situationen vorprogrammiert. Ab der Kaserne bis nach Ebern muss die Geschwindigkeit auf 70 km/h beschränkt werden."

Ein Blick in die Unfallstatistik der Polizeiinspektion in Ebern verzeichnet in der Tat eine Häufung an der Auffahrt von der B 279 zur Staatsstraße: 2012 wurden dort vier Unfälle mit Vorfahrtsverletzung, davon einer mit drei Leichtverletzten verzeichnet. Zuvor - von 2009 bis 2011 - hatte es der Statistik der Polizei zufolge keine Vorfahrtsverletzungen gegeben.

Im Einkaufsstress

Der nächste Gefahrenpunkt, wo es immer wieder zu Bremsmanövern kommt, da (über-)eilige Einkäufer(innen) dem heimischen Herd entgegeneilen, ist die Alte Ziegelei. Allerdings verzeichnete die Polizei an der Einmündung dort nur 2009 einen Unfall, als es einen Kollegen mit dem zivilen Dienst-Pkw erwischte. An der östlichen Ortseinfahrt von Unterpreppach gab es schon mehrere Jahre keine Unfälle mehr. Lediglich an der Einfahrt zum Wanderparkplatz auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände krachte es bei einem Auffahrunfall, weil ein Linksabbieger wegen Gegenverkehrs halten musste und ein nachfolgender Pkw-Fahrer dies zu spät erkannte und mit seinem Auto auffuhr.

Ein ähnlicher Unfall ereignete sich an der Abzweigung nach Reutersbrunn mit einem Oldtimer-Nachbau.