Die Stadt Zeil hebt die Strompreise an. Ab dem neuen Jahr gelten die neuen Sätze. Der Stadtrat billigte die höheren Strompreise einstimmig in seiner Sitzung am Montagabend im Rathaus.

Die Stadträte hatten gar keine andere Möglichkeit. "Wir haben keinen Spielraum", erklärte der Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD). Die Stadt, die über ihre Stadtwerke als Stromversorger tätig ist, gebe Erhöhungen eins zu eins weiter, die durch neue Vorgaben des Staates anfallen, sagte er. Die Erhöhung "hat uns der Gesetzgeber aufgedrückt", erläuterte Stadelmann und gestand ein, dass es ihm und dem Stadtrat nicht leicht falle, die Preise anzuheben. Die Geschichte habe ihm regelrecht Magenschmerzen bereitet.

Die Erhöhung, die zum 1. Januar in Kraft tritt, liegt bei über 3,8 Cent pro Kilowattstunde (netto) mehr. Hochgerechnet auf einen Haushalt mit Wohnhaus, der etwa 4500 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, kommen rund 200 Euro Mehrkosten im Jahr dazu.
Teurer macht der Staat die vier Umlagen für EEG (erneuerbare Energien), für den Industrienachlass, das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz und die Offshore-Haftung sowie die Netzentgelte. Zusammen ergibt das die gut 3,8 Cent (netto) pro Kilowattstunde Strom.

Gegenüber unserer Zeitung erläuterte Günther Bier, der Leiter der Zeiler Stadtwerke, dass der Staat jetzt die echten Zahlen vorlege - was bisher nicht der Fall gewesen sei. "Die Energiewende fordert ihren Tribut."
Sie ist aber gewollt.
Das bekräftigte in der Sitzung am Montagabend der SPD-Stadtrat Harald Kuhn (der an führender Stelle im Grünen-Kreisverband tätig ist). Er appellierte an die Bürger, Strom zu sparen. Das ist nach seiner Auffassung der einzige Weg, um Kosten zu senken. "Wir müssen uns bemühen, dass wir in Zukunft etwas verändern", sagte er. Ergänzend wies die Dritte Bürgermeisterin Adelinde Friedrich (CSU) auf die Energieberatung im Umweltbildungszentrum (Ubiz) in Oberschleichach hin, die der Kreis Haßberge kostenlos anbietet. Die Energieberater sind auch vor Ort - zum Beispiel in Zeil.