In den vergangenen Jahren war die SpVgg Roßstadt vom Pech verfolgt. Im Jahr 2003 nahm das Vereinsheim an der B 26 Schaden durch ein Hochwasser. Bis 2009 dauerte es, ehe alles wieder beim alten war. Die Kosten der Reparaturarbeiten brachten den Verein an den Rand des Ruins. Dann, kaum ein Jahr später, zerstörte ein Brand das Wirtschaftsgebäude, samt Küche, Gastraum und Toiletten. Diesmal musste ein kompletter Neubau her, der im Sommer 2011 begonnen wurde.

Jetzt ist der Rohbau vorerst komplett, Fenster und Türen sind eingesetzt und "das Dach ist auf jeden Fall dicht, da tropft nichts mehr rein", sagt Stefan Klarmann, Zweiter Vorsitzender der SpVgg Roßbach. Das ist gut, denn Regenwasser war laut Polizei der Auslöser für den Brand vor etwa einem Jahr. Das Wasser hatte in einem Stromkasten einen Kurzschluss ausgelöst und so das Feuer entfacht, welches das gesamte Gebäude zerstörte. Damals wurde der Sachschaden auf rund 100 000 Euro geschätzt.

Ein Autofahrer bemerkte damals den Brand und verständigte die Feuerwehr. Auch der Vorsitzende des Vereins, Uwe Pappenheimer, war damals mit vor Ort. Zwar war die Feuerwehr schnell an der Unglücksstelle, die Einsatzkräfte konnten allerdings nicht mehr verhindern, dass das Gebäude nahezu vollständig ausbrannte. Das Haus von Grund auf neu zu bauen, war die einzige Möglichkeit.

Im Moment, so Klarmann, werden die Baukosten noch von der Versicherungssumme gedeckt. Ob das allerdings auch nach dem Ende der Baumaßnahme noch so ist, sei unklar. "Wir achten natürlich darauf, dass es nicht zu teuer wird." Der Vorstand möchte eine möglichst billige Lösung - gepfuscht werde allerdings nicht, sagt Klarmann: "Es soll schließlich für die Ewigkeit gebaut sein." Um auf Nummer sicher zu gehen, hat man sich entschieden, zusätzliche Einnahmequellen aufzutun. "Da müssen wir uns schon etwas einfallen lassen", sagt Klarmann.

Und das hat man bisher auch getan. Im vergangenen Jahr wurden beispielsweise Benefizspiele angesetzt, deren Erlös dem Neubau des Wirtschaftsgebäudes zugute kam. Größere Spenden von Einzelpersonen seien bisher nicht nötig gewesen. Schulden, so Klarmann, möchte der Verein vermeiden. "Das käme nur in Frage, wenn es nicht mehr anders geht", sagt er.

Das Dach ist also dicht, damit von außen kein Wasser mehr eindringen kann. Auch vor Hochwasser hat man das neue Gebäude geschützt: Damit die Fluten dem Bau nichts mehr anhaben können, wurde die Bodenplatte zur Sicherheit um einen Meter nach oben verlegt.

Während der Bauarbeiten mussten die Mitglieder ins alte Rathaus in Roßstadt ausweichen. Eigentlich kein Problem, denn das Gebäude befindet sich direkt auf der anderen Straßenseite. Doch die Vereinsmitglieder mussten ständig die B 26 überqueren, um zu ihrem Interimssportheim zu gelangen. Dort gab es einen großen Sitzungssaal, Sanitäranlagen und auch eine Küche. Allerdings bedeutete es bürokratischen Aufwand, da zunächst wieder eine Schanklizenz beantragt werden musste.

Wenn alles planmäßig verläuft, dann können die Mitglieder der SpVgg Roßbach im Juli 2012 wieder in ihren eigenen Räumen zusammenkommen. Bleibt zu hoffen, dass die Gebäude künftig von wild wütender Naturgewalt verschont bleiben.