Ob Tanzgarden, Showtanz, Männerballett oder verschiedene Gruppen, die die Höhepunkte der Gemeinde vom vergangenen Jahr Revue passieren ließen - es war wohl für jeden etwas dabei. Während es am Freitag einige freie Plätze gab, war die Rentweinsdorfer Faschingssitzung am Samstag ausverkauft. Das Motto lautete - wie man auch unschwer am Outfit der Faschingsbegeisterten Zuschauer erkennen konnte - "Born to be Wild - Rentweinsdorf beinhart". So kreuzten im Marktsaal unzählige Rocker und Biker auf.

Für die Gäste hat sich der Besuch gelohnt. Manch einer konnte sich vor Lachen kaum noch auf dem Stuhl halten, anderen kullerten Tränen die Wangen hinunter - natürlich vom Lachen. Verantwortlich dafür waren die vielen Gags und Witze der Akteure. Egal ob im Duo oder in größeren Gruppen - sie sorgten für prima Stimmung und ausgelassene Lachattacken.


Sechserrat als Bikerclub

Das fing schon an, als der Sechserrat mit getunten Motorrädern - meist aufgemotzte City-Roller - die Bühne befuhr, um den "Club" aufzuräumen. Einer der Biker fahre so langsam, dass ihn die Polizei gar nicht blitzen brauche - die Beamten könnten ihn malen, so schleiche er durch die Gegend. Ein anderer beklagte, dass sein Reifen "Burn Out" habe. Auch der MCKE (Motorradclub Kulturring Ebern) wurde auf die Schippe genommen. Den Gags schloss sich, passend zum Thema das Lied "Beinhart wie'n Rocker" an.

Martin Frank aus Pettstadt umrahmte den Abend musikalisch. Durch das rund sechsstündige Programm führte Sechserratsmitglied Oliver Stark. Er begrüßte unter anderem das Rentweinsdorfer Prinzenpaar Isabel I. und Frederik I. und die Rentweinsdorfer Prinzengarde I und II. Die Tänzerinnen der Prinzengarde I unter Betreuung von Kathrin Schorn und der Prinzengarde II unter der Leitung von Franzi Sperber und Lene Stark überzeugten das Publikum. Egal ob beim traditionellen Gardetanz oder beim Showtanz: Die Tänzerinnen begeisterten durch ihr Takt- und Rhythmusgefühl und teilweise halsbrecherische Figuren.

Auch die Rentweinsdorfer Kindertanzgruppe unter Franziska Schmittlutz und Steffanie Neubauer überzeugte durch ihr Können. Als Gast war die Showtanzgarde Heubach mit Betreuerin Petra Elflein dabei. Unter dem Motto "That's America" schwangen die Mädels aus dem Eberner Stadtteil das Tanzbein.


Ba..., Ba..., Ballettüberfall

Unter den Tanzbeiträgen wurde wohl am meisten beim Auftritt des Männerballetts gelacht und getobt. Drei Gangster überfielen die "Flessabank" und wurden von feschen Polizistinnen geschnappt. Schon alleine die Kostüme waren hier ein Highlight, ganz abgesehen von der tänzerischen Leistung der Männer, die zum Teil sogar in hochhackigen Schuhen performten. Eintrainiert haben sie dies unter der Leitung von Carmen Schilling, Petra Elflein und Christiane Weidmann.

Frauengespräche und Beziehungsprobleme der besonderen Art kamen bei den Masseurinnen Margit und Elfriede - alias Andrea und Thomas Schrempf - auf den Tisch. Elfriedes Ehemann hat sie wegen der Jaqueline-Chantal aus Ebern verlassen. Ihren Frust ließ die Masseurin an ihrem Patienten aus und bohrte ihre Fingernägel schon einmal tiefer in den Rücken.

Ein weiterer Höhepunkt war der Damenstammtisch unter der Verantwortung von Gerit Rippstein. Da gibt es im Fernsehen einfach eine Programmänderung: Anstatt Massagen steht das Promi-Kochen an. In dem Glauben es gehe darum, ihren Mann zu massieren, befolgt die Teilnehmerin die Anweisungen der Moderatorin und reibt ihren Mann mit Gewürzen und Öl ein, zwickt ihm Petersilie unter die Flügel und einen Apfel in den Mund. Schließlich sollte ja ein knuspriges "Gögerla" zubereitet werden - also ab in die Pfanne damit. Als die Teilnehmerin jedoch mit der Geflügelschere den Bürzel abschneiden soll, ahnt ihr Mann Schlimmes und springt aus der Pfanne.


Ausschreitungen im Markt

Bei der närrischen Frankenschau kam so einiges aus dem Gemeindeleben auf den Tisch. So habe es nach dem Faschingszug in Reckendorf im letzten Jahr so manche Ausschreitungen gegeben. Hierbei wurden etliche Gemeindemitglieder auf die Schippe genommen und bekamen ihr Fett weg - auch Bürgermeister Willi Sendelbeck und so manch ein Gemeinderat.
Auch die "Rentweinsdorfer Dorfrocker" alias Julian und Kurt Weißheimer, die "Treinfelder Dorfdeppen" und die "Spezialisten" gaben lustige Geschichten aus dem Dorfgeschehen preis. Ob der Reckendorfer Faschingszug, Ereignisse in der Silvesternacht in Gräfenholz oder der Gemeindefeuerwehrtag in Rentweinsdorf - die Akteure schafften es, die Geschichten lustig verpackt rüberzubringen. Die "Treinfelder Dorfdeppen" waren beim Betreten der Bühne so "unterhopft", dass sie zunächst zu einem Bier greifen mussten, um die Mangelerscheinung wieder in den Griff zu bekommen.
"Der Narr", alias Kurt Schorn, fragte sich, was "Born to be Wild" übersetzt heißt. "Geboren um wild zu sein". Deshalb würde ab sofort wieder das Hinweisschild "Wildtollwut gefährdeter Bezirk" am Rentweinsdorfer Ortsschild angebracht werden.