Es geht um eine enge und vor allem unübersichtliche Kurve, die entschärft werden soll. Auf der Verbindungsstraße HAS 46 von Kraisdorf zur Bundesstraße 279 ereignen sich immer wieder Unfälle, weil Autofahrer zum einen den tückischen Kurvenverlauf unterschätzen, zum anderen weil die Sichtverhältnisse zum voranfahrenden Fahrzeug in einigen Bereichen schlecht sind.

Um diese Gefahrenstelle loszuwerden, ist ein Ausbau des 1,3 Kilometer langen Straßenabschnitts schon länger im Gespräch. Am gestrigen Freitag informierte Alfons Schanz, der Leiter der Tiefbauverwaltung des Landkreises, den Kreistag-Bauausschuss bei der Sitzung in Haßfurt über die Kosten, die für die geplante Begradigung der Strecke anfallen werden: eine Million Euro.

Warum so viel?

Ein ordentlicher Batzen Geld, fand Rentweinsdorfs Bürgermeister Willi Sendelbeck (SPD), der den Ausbau der Strecke zwar für nötig hält, aber eines nicht begreifen konnte: "Ich frage mich, was da eine Million Euro kosten soll", sagte er zu Alfons Schanz.

Der erklärte ihm, dass die Straße in einem Wasserschutzgebiet liegt, was zusätzliche Maßnahmen erfordere, um die Sicherung der Grundwasserqualität zu gewährleisten. Würden zum Beispiel bei einem Unfall Öl oder andere (schädliche) Flüssigkeiten auslaufen, müsste sichergestellt sein, dass diese nicht in den Untergrund gelangen können. "Wir haben dem Wasserwirtschaftsamt angeboten, einen zehn Meter breiten Streifen anzulegen", erklärte Schanz.

Der soll ausreichend Schutz vor solchen Gefahrgutunfällen bieten. So muss unter anderem im Untergrund eine Abdichtung mitsamt Sickerrohrleitung und Kontrollschächten geschaffen werden. Auch im oberen Bereich der Straße sind Fugenabdichtungen und wasserundurchlässige Schichten vorgesehen. Die jetzt vorgestellte Version des Ausbaus steht mit Baukosten von 942.000 Euro plus 58.000 Euro Nebenkosten im Haushalt für 2013.

Ideen der Schüler

Bei der Sitzung hat der Bauausschuss außerdem der Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Kreisbauhof zugestimmt (siehe den eigenen Artikel) sowie über die Gestaltung der Außenanlagen der Fachakademie für Sozialpädagogik in Haßfurt entschieden.

Die Ideen für die Neugestaltung brachten die Schüler über einen schulinternen Wettbewerb selbst ein. Die Fachstelle Gartenbau und Landespflege des Landkreises Haßberge hat diese Vorschläge dann in ihren Gestaltungsentwurf eingearbeitet, wie Kreisfachberater Guntram Ulsamer erklärte. So soll etwa die asphaltierte Pausenhoffläche aufgebrochen und stattdessen mit Betonpflaster eine (kleine) befestigte Freifläche geschaffen werden.

Auf den Seitenflächen drumherum sollen unter anderem ein Kleinspielfeld entstehen sowie unterschiedliche Sitzmöglichkeiten. Auch ein Sinnesparcours sowie eine Kräuterschnecke sollen angelegt werden. Der Ausschuss stimmte zu. Der Kostenpunkt liegt bei etwa 60.000 Euro.

Photovoltaikanlage auf dem Kreisbauhof

Zustimmung Der Kreistag-Bauausschuss hat bei seiner Sitzung am Freitag in Haßfurt die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Werkstattgebäude des Kreisbauhofes Haßfurt genehmigt.

Hintergrund Die Tiefbauverwaltung des Landkreises hat wegen stark gestiegener Stromkosten eine Wirtschaftlichkeitsberechnung bei der GUT (Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Energieprojekte) in Auftrag gegeben. Nach deren Berechnungen würde die Rentabilität der Photovoltaikanlage bei mindestens sechs bis sieben Prozent liegen.

Energie Der Energiebedarf des Bauhofs liegt bei 36.000 Kilowattstunden. Mit der geplanten Anlage ist eine Leistung von 40 kWp möglich (kWp steht für Kilowatt-Peak und bezeichnet die vom Modul erzeugte elektrische Leistung unter Standard-Testbedingunen). So ist eine jährliche Produktion von 35.900 Kilowattstunden möglich.

Kosten Die Anlage soll insgesamt 6000 Euro kosten. Amortisierungszeit: zehn Jahre.