Ein Stadtrat hat im Internet unter einem Pseudonym schon Jürgen Hennemann, dem designierten SPD-Bürgermeister-Kandidaten, zum Wahlsieg gratuliert.

Was denken die Menschen in Ebern über die Gastwirtstochter Bauer, die in jungen Jahren Ebern verlassen hat, wie ein Politprofi auftritt und aktuell in Berlin auf Platz 11 der CDU-Landesliste auch für den Bundestag kandidiert? Was so manche Kritiker schon als "krassen Widerspruch" zu der Aussage "es wäre für mich etwas Besonderes, meine Heimatstadt zu gestalten und eine Herzensangelegenheit, die erste Bürgermeisterin Eberns zu werden" werten.

Bei ihrer Vorstellung am Freitag erklärte die 53-Jährige aus ihrer Verwaltungserfahrung heraus, dass es sich bei öffentlichen Haushalten um Steuergelder handele und "nicht um unser Geld". Gleichzeitig gab die CDU-Politikerin auch preis, dass "Ebern vor großen Herausforderung steht". Drei Schwerpunkte nanntesie als Ziele: Familien, Arbeitsplätze und Wirgefühl bzw. bürgerschaftliches Engagement.

Wir haben uns umgehört: Harald Theuring, Berufssoldat im Ruhestand (71):"Es ist eine sehr gute Wahl für Ebern, dass ein bisschen frisches Blut reinkommt. Aufgrund ihrer Qualifikation, die sie nachweisen kann, wäre das eine gute Bürgermeisterin für Ebern."

Das sehen nicht alle der Befragten und Meinungsäußerer im Internet so: ""Hochinteressante Kandidatin - ziemlich unglaubwürdige Kandidatur! Offenbar tanzt diese Berlinerin auf zwei Hochzeiten", postete ein User auf www.infranken.de.

Auch bei Facebook gibt es schon kritische Anmerkungen, aber auch Befürworter. Martin Ankenbrand meint: "Mal wieder jemanden aus der Verwaltung, herzlichen Glückwunsch CSU, ob das mal gut geht !?" Ute Ulbrich dagegen findet: "Frau Baumbach ist eine sehr gute Wahl, Gratulation!"

Geteiltes Echo auch beim Laurenzifest, wo die eben präsentierte Kandidatin zusammen mit ihrem Mann ("Ich halte mich gerne in Kreisen auf, wo man sich wohlfühlt") zu Gast war. "Eigentlich sollten wir die Leute von Ebern nach Berlin schicken und nicht umgekehrt", sagte ein Jungpolitiker. Ein älterer Eberner hielt es für ein "Armutszeugnis der Eberner CSU, dass sie keinen aus ihren Reihen für geeignet hielt". Eher als Scherz war die Einschätzung gemeint, dass "die Burgl jetzt ja zur Queen Mum wird".

Barbara Hahnlein möchte keine Bürgermeisterin, die seit langem nicht mehr hier lebt und die Probleme nur vom Hörensagen kennt. "Ich möchte für meine Familie einen Volksvertreter, der aktuell und schon länger hier lebt, mit dem Industriestandort und der ansässigen Wirtschaft vertraut ist und dem dieser Ort als Lebensraum am Herzen liegt." Hahnlein weiter: "Wir brauchen eigentlich niemand aus Berlin, der unsere nette kleine Stadt als Karrieresprungbrett nutzt. Leider werden viele Frau Baumann alleine deshalb wählen, weil sie der gewohnten Partei angehört und Tochter eines alten Eberner Urgesteins ist - gut gemacht CSU."