Spannend wie ein Krimi, erschreckend wie ein Horrorfilm und informativ wie ein Dokumentarfilm war der Vortrag des IT-Spezialisten und Hackers Erwin Markowsky unter dem Thema "Tatort World Wide Web", zu dem der Elternbeirat des Regiomontanus-Gymnasiums und die Sparkasse Ostunterfranken in Haßfurt eingeladen hatten. 350 Schüler und Eltern sowie Lehrer wurden Zeugen, wie leicht Computer oder Handys gehackt werden können, und erhielten wertvolle Sicherheitstipps.

Fast jeder Besucher hatte ein Mobiltelefon einstecken und die allermeisten hatten ihr W-Lan nicht ausgeschaltet. Daher war es ein Leichtes für den Referenten, all diese Handys mittels eines kleinen Abhörgerätes zum Preis von 110 Dollar auszuspionieren. "Schalten Sie Ihr W-LAN nur zuhause ein, unterwegs brauchen Sie das nicht. Sie können es nicht kontrollieren und es kostet jede Menge Akkuleistung", so der Kommentar von Erwin Markowsky.

Er arbeitet als IT-Spezialist und Hacker bei der Firma 8com in Neustadt an der Weinstraße und weiß: "Hacker haben es ganz leicht!" Nicht nur, dass User leichtsinnig agieren, auch Programmierer machen viele Fehler, die Hacker ganz schnell ausnutzen können. Dass es schnell geht, ein Handy zu hacken, demonstrierte Markowsky, als er sich in das Mobiltelefon des Schülers Julian hackte. Er kann aber auch über den PC Trojaner verschicken, ohne dass es ein zuvor aufgespieltes Anti-Viren-Programm erkennt.

Geräte, mit denen man die Heizung, das Licht oder die Rollläden steuern kann, sind ebenfalls anfällig. "Ich habe die Heizung meines Bruders in der Nacht auf 36 Grad eingestellt, ohne dass er das ändern konnte", berichtete der Referent, für den auch Handys mit Gesichtserkennung oder mit Fingerabdruck-Entsperrung kein Problem sind.

Beeindruckt waren die Zuhörer auch, als er mit Hilfe zweier Telefonnummern dem elfjährigen Tom eine Nachricht auf das Handy schickte, die angeblich von dessen Vater stammte. Erwin Markowsky ging weiterhin auf den WhatsApp-Messenger, Social-Media-Apps, Streamer-Dienste sowie You Tube ein und gab Tipps zum sicheren Verhalten. Den Eltern riet er, sich ihrer Verantwortung zu stellen, mit ihren Kindern über die Gefahren zu reden und hin und wieder auch - angekündigte - Kontrollen durchzuführen. "Sie müssen Vertrauen aufbauen und sollten bei Kindern, aber nicht bei Jugendlichen, eine Kinderschutz-Software einsetzen. Dann können Sie nach und nach Seiten freigeben, wenn Ihr Kind die nötige Kompetenz nachgewiesen hat. Ein generelles Internetverbot hingegen wirkt sich kontraproduktiv aus", sagte er.

Weil der Identitätsdiebstahl eine immer größere Rolle spielt, sollte man gerade bei Amazon, PayPal oder Ebay seine Bankdaten immer wieder einmal prüfen. "Sonst kann es sein, dass sich jemand einhackt, Ihre Daten ändert, bei Ebay in Ihrem Namen Verkäufe tätigt und das Geld einstreicht, während Sie dann die aufgebrachten Kunden, die keine Ware erhalten haben, finanziell entschädigen müssen! Das kann teuer werden", so der Referent, der Beispiele aus der Praxis mitteilte. Wer sich nicht sicher ist, ob seine Daten bereits Hackern zum Opfer gefallen sind, kann seine Mail-Adresse im Internet unter https://haveibeenpwned.de eingeben und erhält sofort eine entsprechende Antwort. Über die Sicherheitslage im Internet kann man sich unter www.buergercert.de, einer Seite des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, informieren.

Zum Schutz vor Hackern riet Markowsky allen, möglichst komplexe Passwörter zu erstellen, sie immer wieder zu ändern, jeweils nur für ein Konto zu verwenden und sicher aufzubewahren. Besonders wichtig sei, immer wieder Updates zu machen, keine unbekannten Dateien zu öffnen, Apps immer wieder zu prüfen, Sicherheitseinstellungen zu aktualisieren, über WhatsApp nur mit verschlüsselten Kontakten zu kommunizieren oder den Computer regelmäßig mit Boot-CDs zu prüfen. "Es gibt keine absolut sicheren Systeme, Hacker kommen überall rein und die Bedrohung wächst jeden Tag. Aber Sie haben die Möglichkeiten, am Ball zu bleiben. Nutzen Sie sie", gab Erwin Markowsky den Zuhörern auf den Weg.