Die Fleisch- und Wurstfreunde in Ebern sind nicht nur einer der rührigsten und aktivsten Vereine im Stadtgebiet. Mit zehn Jahren sind sie auch relativ jung. Entstanden aus einer, nein, nicht Bierlaune, eher aus einer Kaffeelaune heraus hat sich der Verein zu einem der erfolgreichsten in Ebern entwickelt.
David Pfeufer, der Vorsitzende, erinnert sich immer wieder gerne an die Gründungsidee und wie sie zustande kam: In den Sommerferien, bei einer 24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehr, saßen die Betreuer nachts zusammen und hielten sich mit Kaffee wach. Doch die Löffel zum Umrühren waren ausgegangen. "Also hat einer den Kaffee mit einer Bratwurst rumgerührt", schmunzelt er. Und aus dem Geplänkel, das darauf folgte, resultierte die Erkenntnis, dass sich in der heutigen Zeit die vielfältige Wurstkultur immer weiter zurückentwickelt. "Es gibt immer weniger und immer größere Bauernhöfe und Fleischereien. Die Hausschlachtung, wie sie vor einigen Jahren noch üblich war, wird immer seltener. Die Kinder und auch viele Erwachsene heutzutage wissen doch gar nicht mehr, wo das abgepackte Fleisch im Supermarkt herkommt." Und aus dieser Erkenntnis heraus entstand damals der Verein der "Fleisch- und Wurstfreunde Ebern-Heubach e.V.".


Selbermachen liegt im Trend

Eigentlich hatten sie damals gedacht, lange werde es den Verein nicht geben. Doch das sollte sich als Irrtum erweisen. Der Verein trifft einen Nerv der Zeit. Selbermachen liegt wieder im Trend, auch wenn das gerade im Bereich Fleisch und Wurst noch selten ist. Doch vielleicht haben die vereinsinternen Schlachtfeste gerade deshalb so großen Zuspruch. Die durch den Verein initiierten Feste und Veranstaltungen sind im Kalender in Ebern fest etabliert: Egal ob Bratwurstfest oder Kirchweihtanz, wenn die Wurstfreunde einladen, dann ist die Bude voll.
Auch die Mitgliederentwicklung spricht für sich: "Angefangen haben wir mit 20, 25 Mann" erinnert sich Stefan Plott, der Zweite Vorsitzende. Nach mittlerweile zehn Jahren hat der Verein 330 Mitglieder. Die kommen aus allen Altersschichten. Vom Neugeborenen bis zum über 80-Jährigen ist alles dabei.
Die meisten Mitglieder kommen auch aus Ebern und Umgebung. Aber nicht alle: Einer kommt sogar aus Südtirol. "Den besuchen wir einmal im Jahr", sagt David Pfeufer, der sich jetzt schon wieder auf den Vereinsausflug freut.
Doch vorher wird das zehnjährige Bestehen vom 13. bis 15. April gefeiert. Schon das fünfjährige Bestehen haben die Wurstfreunde groß gefeiert.
Der Erfolg des Vereins hat sich mittlerweile herumgesprochen. Vor kurzem erst war Mainfranken-TV dagewesen und hatte einen Beitrag über das Bratwurstmachen gedreht (siehe www.tvmainfranken.de/mediathek/video/fraenkische-tradition-bewahren-die-fleisch-und-wurstfreunde-aus-ebern-heubach).
Am Karsamstag kam sogar der Bayerische Rundfunk (BR) und drehte für eine Ostersendung. Stefan Plott hatte dem Sender eine E-Mail geschrieben und gefragt, ob der BR nicht über das Jubiläumsfest in knapp zwei Wochen berichten wolle. Das kam für den Sender zwar nicht infrage, doch die Redaktion erkannte das Potenzial, das der Verein gerade für die Ostersendung bot. Denn nicht nur das Thema "Selbermachen", sondern auch das Ende der Fastenzeit bot sich dafür an.


Gefilmt wurde alles

Da die Menschen in den 40 Tagen vor Ostern immer noch am häufigsten auf Fleisch und Alkohol verzichten, blickte der BR gerne einmal hinter die Kulissen einer Hausschlachtung. Dafür hat sich das Fernsehteam acht Stunden Drehzeit genommen. Bereits vor 6 Uhr in der Früh war es in Heubach am "Haus der Bäuerin", wo der Verein immer schlachtet. Gefilmt wurde alles, das Einheizen des Kessels und die Anlieferung der Sau, das Brühen und Borsten-Abschaben, das Zerteilen und endlich der Verzehr des Kesselfleisches.
Auch einen Ausflug nach Freudeneck haben die Wurstfreunde mit dem Fernsehteam gemacht. Dort haben sie zum Kesselfleisch ein paar Fässer vom Jubiläumsbier geholt. So konnten sie nebenbei auch gleich testen, ob das Bier gut schmeckt. Und David Pfeufer nutzte natürlich auch die Gelegenheit, dem Rest Bayerns zu zeigen, was dieser Verein alles kann.
Dem Kamerateam schmeckte nicht nur das Bier bei der Verkostung, auch sonst hatte es viel Spaß mit den Wurstfreunden aus Ebern-Heubach.
Ein Erlebnis war der Drehtag besonders für David Pfeufer, der sich langsam zum Interview-Experten vor der Kamera mausert. "Das war am Anfang gar nicht so einfach, dass man da in die Kamera schauen soll. Normal schaut man doch Menschen ins Gesicht", erzählte er. Doch wenn der Redakteur sein Gesicht ganz nah neben die Kamera hält, dann klappt es auch mit dem In-die-Kamera-Sprechen.


Auch Vegetarier sind willkommen

Und David Pfeufers Fazit ist kurz vor Ende des Beitrags zu sehen: "Jeder ist willkommen, auch Vegetarier. Denen lernen wir das Fleischessen auch noch."
Zu sehen war der knapp fünfminütige Beitrag bereits am Sonntagabend in der Frankenschau. Wer ihn verpasst hat, kann ihn in der Mediathek sehen. Der Beitrag über die Fleisch- und Wurstfreunde Ebern-Heubach beginnt nach etwa einer halben Stunde (www.br.de/mediathek/video/frankenschau-01042018-schoko-hasen-aus-cadolzburg-naila-sucht-den-eier-koenig-ausflugstipps).