Herr Greger, aktuell befasst sich der Rot-Kreuz-Kreisverband Haßberge damit, wie man die Arbeit der Ehrenamtlichen innerhalb des Bayerischen Roten Kreuzes noch besser verankern kann. Was tut sich da?
Dieter Greger Das Selbstverständnis des Bayerischen Roten Kreuzes fußt darauf, dass ehrenamtliche und freiwillige Helfer die Aufgaben erfüllen. Die Freiwilligen wirken bisher in den vier Gemeinschaften "Bereitschaften", "Bergwacht" (die es bei uns nicht gibt), "Jugendrotkreuz" und "Wasserwacht". Wir sind aber auch ein Verband mit vielen sozialen Projekten. In der neuen und fünften Gemeinschaft "Wohlfahrts- und Sozialarbeit" wollen wir unser bisheriges Engagement auf dem sozialen Sektor bündeln und sichtbar machen.

Aber die ganze Arbeit des Bayerischen Roten Kreuzes gründet doch auf der Wohlfahrts- und Sozialarbeit. Was ist daran neu?
Wir sind auf der einen Seite ein Blaulichtverband und im Rettungsdienst und im Katastrophenschutz führend. Auf der anderen Seite sind wir aber auch ein großer Wohlfahrtsverband. Dieses soziale Engagement unserer Ehrenamtlichen soll sowohl innerhalb als auch außerhalb des BRK besser wahrgenommen und noch mehr geschätzt werden.

Hat diese neue Struktur auch Einfluss darauf, neue Ehrenamtliche zu gewinnen?
Ja. Diese Gemeinschaft ist die Lösung auf die Frage, wie man Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, am besten in die Gemeinschaft des Roten Kreuzes einbindet. Auch im Kreisvorstand wird die neue Gemeinschaft vertreten sein. Für soziales Engagement gibt es beim BRK unzählige Möglichkeiten: in den Rotkreuz Läden, in der Integrations- und Bildungsarbeit, in der Mittags-und Ganztagsbetreuung, im Mehrgenerationenhaus, bei Besuchsdiensten und so weiter.

Fehlen dem Kreisverband Haßberge schon Helfer?
Wir haben momentan 1900 aktive ehrenamtliche Mitglieder, das ist eine beachtliche Zahl. Aber die werden älter. Teilweise ist der Altersdurchschnitt in den Ortsgruppen schon recht hoch. Wir müssen uns bemühen, die Attraktivität des Bayerischen Roten Kreuzes weiter zu erhöhen. Wir konkurrieren mit anderen Hilfsorganisationen um Freiwillige und müssen uns darum gut vermarkten.

Was ist Ihr Ziel?
Wir müssen in unseren ehrenamtlichen Strukturen flexible Möglichkeiten für Freiwillige schaffen, um sich zu engagieren. Ich möchte aber nicht nur junge Menschen erreichen. Viele Ältere, die in den Ruhestand gehen, sind noch agil und mobil. Unter ihnen wollen wir die Talente erreichen, die sich sozial engagieren möchten und können.