"Vergehendes" heißt die neue Ausstellung von Perry Alka im Weinhaus Schaffner in Haßfurt, zu deren Vernissage etliche Ehrengäste gekommen waren. Mit seinen digitalen Bildern, ob sie nun unbearbeitet blieben oder "aufgepeppt" wurden, öffnet der Fotograf nach eigenen Worten "ein Zeitfenster in die Vergangenheit".

Die Arbeiten, die ungewohnte, aber faszinierende Einblicke in eine "vergehende" Zeit der Analogie, der Gelassenheit oder der Handarbeit gewähren, schmücken das ganze Weinhaus, vor allem aber den Raum im Obergeschoss. Sie zeigen Gegenstände und Menschen, die durch den Bildausschnitt, aber zum Teil auch durch die Bearbeitung die Blicke auf sich ziehen. "Meine Bilder von Antiquitätenmärkten aus Amsterdam, Paris, Wien, Berlin und Haßfurt zeigen Dinge, die besonders bei der älteren Generation Erinnerungen wach werden lassen und jüngeren Betrachtern einen Einblick in die Zeit vor der Digitalisierung geben", sagte der Fotograf beispielhaft. "Es geht um das, was langsam vergeht, auch wenn manch bearbeitetes Bild eine Schönheit vortäuscht, die über die Realität des tatsächlichen Verfalls hinwegsehen lässt."

So offenbart das Bild "Porto" einen Blick in einen verfallenden Straßenabschnitt in der portugiesischen Hafenstadt Porto. Die Bilderserie "Oxidation" dokumentiert die fortschreitende Auflösung von Metall unter der Einwirkung von salzhaltiger Meeresluft. Andere Fotos rücken Tänzerinnen, Frauen in Oldtimern, Kronleuchter, ein Sherry- und ein Teeservice, Wählscheibentelefone oder Obstkisten ins rechte Licht.

Das Künstlerische in Perry Alkas Arbeiten ist sein besonderer Blick für die Wirklichkeit und den einzigartigen Augenblick. Das Beeindruckende seiner Bilder sind der Ausschnitt, das Detail, das Alltägliche, das herausgehoben wird und im Betrachter etwas wach ruft: eine Erinnerung, ein Staunen oder ein Gefühl wie Verwunderung, Neugier, Trauer oder Freude.

Dass Perry Alka als zweiter Künstler die Gelegenheit erhielt, seine Arbeiten im Weinhaus Schaffner zu präsentieren, hat er der Inhaberin Sabine Büchner und ihrem Mann Renée Büchner zu verdanken. "Wir haben uns vor zwei Jahren vergrößert und seitdem auch im Obergeschoss einen schönen Raum, in dem regionale Künstler ihre Werke ausstellen können", teilte Renée Büchner mit. "Denn Wein und Kunst sind eine gute Kombination und nun kann man bei uns - hier in der Kunststadt Haßfurt - beides ganz zwanglos genießen."

Dafür zollte der stellvertretende Landrat Michael Ziegler dem Ehepaar ein großes Kompliment. "Es ist eine tolle, nicht selbstverständliche Leistung, dass Sie Ihre Räume der Kunst zur Verfügung stellen." Im Landkreis gebe es viele Künstler, auf die man stolz sein könne - da müsse man nicht immer weit weg fahren. "Perry Alka war schon in seinem Beruf ein Künstler, und ich finde es gut, dass er sich nun Zeit nimmt, um auch privat in der Kunst aufzugehen", sagte Michael Ziegler abschließend.

Der Haßfurter Bürgermeister Günther Werner freute sich ebenfalls, dass das Weinhaus Schaffner Kunst und Gewerbe verbindet. "Hier kommen Menschen in den Genuss von Kunst, je öfter, desto besser, und dazu wünsche ich viel Erfolg. Denn das macht Haßfurt ein Stück weit attraktiver," sagte er.

Die Ausstellung ist noch bis 3. April zu den Öffnungszeiten des Weinhauses Schaffner zu sehen.