Aumüller machte zunächst bewusst, dass die Zusammensetzung des Blutes von vielen Faktoren abhänge. So seien die Werte bei Frauen und Männern und bei Menschen unterschiedlicher Hautfarbe verschieden. Einfluss auf das Blutbild hätten Lebenswandel und Medikamente, Gendefekte und Erbanlagen. Auch die kurzfristigen Veränderungen sollten beachtet werden: Nach einem nächtlichen Horrorfilm beispielsweise werde am nächsten Morgen ein erhöhter Blutzuckerwert gemessen.

Die verschiedenen Stoffe können Labore im Blut finden. Bestimmte Enzyme weisen hin auf Organschäden oder einen Herzinfarkt. Der Blutzucker kann beobachtet werden, ebenso der Fettstoffwechsel. Der Elektrolyt- und Mineralhaushalt lässt Rückschlüsse zu auf die Schädigung durch Medikamente oder auf Osteoporose. Natürlich kann eine Blutuntersuchung auch toxische Stoffe nachweisen.

Entzündungen und Tumore?

Ausführlicher ging Aumüller auf das so genannte "Blutbild" ein. Dazu gehört die klassische Blutsenkung, die Aussagekraft hat, etwa über Entzündungen im Körper, über Tumore, Anämie oder eine Schädigung von Leber oder Niere. Die roten Blutkörperchen werden bestimmt, weil sie für die Sauerstoffversorgung im Körper zuständig sind, die weißen, weil sie für die Immunabwehr unverzichtbar sind. Anhand der weißen Blutkörperchen kann der Arzt beispielsweise feststellen, ob er gegen ein Bakterium oder ein Virus ankämpfen muss.

Allerdings musste Aumüller zu hoch geschraubte Erwartungen dämpfen. So gibt es keine typischen Tumor-Marker, die die gezielte Suche nach Krebs in einer Blutprobe ermöglichen. Es gebe Anhaltswerte wie den PSA für Prostatakrebs, "aber wenn der Patient am Tag zuvor eine größere Strecke Rad gefahren ist, ist der Wert auch deutlich erhöht", sagte der Mediziner.

"Lachnummer"

Zur "Lachnummer" sei der von den gesetzlichen Kassen bezahlte "Check Up" verkommen, da hier eigentlich nur noch Zucker und Cholesterin im Blut bestimmt werden. Mit Hausarztverträgen würden jetzt neuerdings einige wenige Werte mehr bestimmt, etwa Leber, Niere sowie Schilddrüse. Ein EKG gehöre nicht mehr zum Check.

Dringend riet Aumüller in der Diskussionsrunde zur Darmkrebsvorsorge, vor allem bei familiärer Veranlagung. Die Stuhlprobe sei nicht aussagekräftig, im Gegenteil, "eigentlich Augenwischerei". Auch die Sinnhaftigkeit der Grippe-Impfung wurde diskutiert.

Die VdK-Kreisvorsitzende Elfriede Kerker dankte Anton Aumüller für den informativen Vortrag und wies gleich auf die nächste Veranstaltung des Gesundheitsforums hin. Diesmal geht es eher um ein Rahmenthema. Rechtsanwalt Heiko Weidenthaler referiert am Mittwoch, 16. Oktober, zum Thema Verbraucherschutz, Rückgaberecht und Umtauschrecht.