Im Landkreis Haßberge soll eine Selbsthilfegruppe zum Thema "Polyneuropathie" gegründet werden. Dies teilt die Leiterin der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe im Landkreis Haßberge, Monika Strätz-Stopfer, mit. Ein erstes Treffen ist für Mitte November 2012 geplant.

Ziel der Gruppe ist es, sich mit Ursachenforschung und der Diagnostik auseinanderzusetzen. Außerdem sollen Fragen im Mittelpunkt stehen wie zum Beispiel: Wie gehe ich mit Schmerzen um? Wie wirkt sich die Krankheit auf Partnerschaft und Familie aus? Welche Folgen gibt es für das Berufsleben (Vor- und Nachteile eines Schwerbehindertenausweises).
Neben dem Erfahrungsaustausch und dem Kennenlernen von Behandlungsmethoden soll die Gruppe angesichts einer oft verständnislosen Umgebung aus einer möglichen Isolation führen, Hilfestellung und gegenseitige Unterstützung bieten.
Interessierte und Betroffene können sich bei Monika Strätz-Stopfer unter der Telefonnummer 09521/27313 melden und näher informieren.
Alle Angaben werden selbstverständlich vertraulich behandelt, unterstreicht die Fachfrau aus dem Landratsamt.
Polyneuropathie ist der Oberbegriff für bestimmte Erkrankungen des peripheren Nervensystems, von dem es Hunderte verschiedener Arten gibt. Sie kann Menschen in jeder Lebensphase treffen. Die Symptome reichen von Brennen, Kribbeln, Schwäche, Taubheit, Lähmungen bis hin zu quälenden Schmerzen vor allem in den Armen und Beinen und Muskelschwäche.

Von Diabetes bis Borreliose


Die Ursachen sind vielfältig. Als Auslöser kommen in Betracht: Diabetes Mellitus, Erkrankungen des Immunsystems, Vergiftungen, rheumatische Erkrankungen, Nierenerkrankungen, Alkoholismus, Tumore; Borrelien, Vitamin B12-Mangel.
Schätzungen zufolge leiden weltweit 40 von 100 000 Menschen an einer Polyneuropathie (PNP). Da die PNP eine mögliche Folgeerkrankung des Diabetes mellitus ist, sind beispielsweise 60 Prozent der Diabetiker betroffen. ft