Dekan Jürgen Blechschmidt eröffnete die Herbstsynode des evangelisch-lutherischen Dekanatsbezirks Rügheim mit dem Abendmahlsgottesdienst in der Ortskirche. Die musikalische Umrahmung lag in den bewährten Händen von Dekanatskantor Matthias Göttemann an der Orgel. Bei der Liturgie wirkten die beiden Synodalpräsidenten Gisela Schott und Gerhard Koch sowie Pfarrer Jan Lungfiel (Ermershausen) mit, der die Predigt hielt.

Lungfiel legte seinen Ausführungen einen Abschnitt aus dem Markus-Evangelium zugrunde, in dem es um die Heilung eines besessenen Knaben geht. Dabei ging er schwerpunktmäßig auf die beiden Kernsätze der biblischen Geschichte ein, in der Jesus bekundet: "Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt" und die Antwort und Bitte des Vaters lautet: "Ich glaube... hilf meinem Unglauben!" Durch diese scheinbaren Gegensätze wird laut Lungfiel erkennbar, dass Glauben und Zweifel unmittelbar zusammengehören, dass sie den Glauben lebendig erhalten. "Wir können uns immer mit unseren Nöten an Gott wenden, denn Gott streckt seine Hand hin, durch alle Zweifel hindurch - wir müssen sie nur ergreifen", so der Prediger.

Nach dem Gottesdienst wechselten die Synodalen ins Martin-Luther-Haus, um dort den Bericht des Präsidiums und des Dekans zu hören. Gleich zu Beginn hieß Blechschmidt die beiden "Abgeordneten" aus dem Nachbardekanat Hildburghausen-Eisfeld, Judith Jurgeit-Prieß und Anna Kriesel, bei der Herbstsynode in Rügheim willkommen. Die Gäste brachten einen Gruß aus ihrem Dekanat mit, der an Justus Jonas den Älteren erinnern soll, der als Theologe und Reformator nach dem Tode von Martin Luther konsequent die Konfessionalisierung verfolgte und sich daran in Eisfeld - seiner letzten Wirkungsstätte - bis zu seinem Tod beteiligte.

In seinem Rückblick ging Dekan Blechschmidt insbesondere auf das erfolgreiche ökumenische Christusfest ein. Es wurde am Ostermontag von rund 400 Menschen beider Konfessionen in Hofheim gefeiert.

Zur Lage der Stellenbesetzung im Dekanat konnte das Präsidium berichten, dass inzwischen die Pfarrstelle in Ermershausen wieder besetzt ist, es aber weder für Burgpreppach noch für Oberhohenried Bewerbungen gibt. Man hofft, dass wenigstens eine dieser beiden Vakanzen im kommenden Frühjahr beendet werden kann.

Im weiteren Verlauf kamen die anstehenden Kirchenvorstandswahlen, das Projekt "Profil und Konzentration - PuK" sowie die wiederholte Ablehnung einer Eingabe der Dekanatssynode bezüglich zusätzlicher Finanzmittel zur Sprache. Breiteren Raum nahm die Gestaltung des erst- und einmaligen Feiertages 31. Oktober ein. An diesem Tag lädt das Dekanat Rügheim zu einer "evangelischen Pilgerfahrt" ein, die in Rügheim beginnt und zunächst die Teilnahme am Kirchentagsgottesdienst in der Coburger Moriz-Kirche vorsieht. Weiter geht es dann über Altenstein (mit Andacht in der Ortskirche) und Königsberg (mit Andacht in der Marienkirche) zurück nach Rügheim, wo noch zum Festgottesdienst in die Dekanatskirche und zum Empfang im Martin-Luther-Haus eingeladen wird. Als weitere Termine in naher Zukunft wurden die beiden Gospelkonzerte in Haßfurt (Samstag, 21. Oktober) und Burgpreppach (Sonntag, 22. Oktober) sowie der Dekanatsfrauentag in Rügheim (Samstag, 25. November) genannt.

Beim Schwerpunktthema "Jugendarbeit im Dekanatsbezirk Rügheim" gaben Dekanatsjugendreferent Siegfried Weidlich, Dekanatsjugendpfarrerin Melanie von Truchseß und Dekanatsjugendpfarrer Sieghard Sapper zunächst einen Abriss der vergangenen Projekte, beispielsweise Ehrenamtsmesse, Brasilienprojekt, ELJ-Festival in Friesenhausen sowie Mitarbeiterschulung zur "Playmobil-Aktion Luther". Als herausragende neue Projekte wurden unter anderem genannt: "Rotes Sofa", Outdoorspiele, Konfi-Tag und Vaterunser-Parcours.

Mit dem "Chabba"-Workshop sollen die Pfarrer für das gleichnamige Projekt der evangelischen Landjugend (ELJ) gewonnen werden, zu dem ein Jugendcamp sowie Begleitung und Aktionen vor Ort gehören. Das ELJ-Festival in Friesenhausen Ende September war ein erster - und durchwegs erfolgreicher - Schritt, um ein vernetztes überregionales Arbeiten anzuregen und ebenso der nötige Zündfunke für einen möglichen "Chabba"-Prozess in der hiesigen Region. Das Festival brachte Zuspruch auf mehreren Ebenen und Bereichen. Ziel ist es nun, überregional Konfirmanden für die Jugend- und ELJ-Arbeit zu gewinnen und zu begleiten. "Im geplanten ,Chabba'-Camp erleben Jugendliche vier Tage Action, Spaß, Kreativität und Besinnung. ,Chabba' (das heißt: Freund, die Red.) stößt die Jugendarbeit vor Ort an und nutzt die Ressourcen evangelischer Jugendarbeit für mehr Leben," so die Verantwortlichen.

Was Playmobil-Aktionen bringen, konnten die Synodalen im Obergeschoss des Martin-Luther-Hauses begutachten. Dort wird das Thema "Luther" derzeit in einem Wartburg-Modell plastisch dargestellt.