34 Hobbyspieler aus dem Landkreis Jaßberge und darüber hinaus sowie 32 Vereinsspieler aus den Vereinen TV Ebern, SC Knetzgau, SF Zeiler Turm, SV 1865 Würzburg, SC Prichsenstadt, SK Schweinfurt, SC Pirmasens, SV Bergtheim, SK Gerolzhofen, DJK Abersfeld, SV Wildflecken und SK Sulzbach konzentrierten sich am Sonntag ganz auf das Spiel der Könige: das Schach.

Zum achten Mal hatte Thomas Reis aus Obertheres mit seinem Team den "Thereser Schachpokal" für Hobbyspieler und ein Meisterturnier für Vereinsspieler in der Johann-Peter-Wagner-Volksschule Theres in Obertheres ausgerichtet. Christa Heilmann war die einzige Frau beim Hobbyturnier, an dem aber auch vier Mädchen im Alter von elf bis 16 Jahren teilnahmen.

Sie hat den Männern gezeigt, dass Frauen auch spielen können

Die 52-Jährige, die letztes Jahr Platz fünf belegte, erreichte dieses Jahr den ersten Platz. "Ich freue mich total", sagte sie, "vor allem, weil ich den Männern gezeigt habe, dass wir Frauen auch spielen können." Nicht, dass ihr der Erfolg in den Schoß gefallen wäre. Vielmehr standen ihr sehr starke Spieler gegenüber. "Doch ich habe bei einigen Spielen im entscheidenden Moment den besseren Zug gemacht", erklärte sie.

"Besonders stolz bin ich, dass ich Hilmar Lindacher aus Obertheres im letzten Spiel schlagen konnte. Denn er hat in den letzten vier Jahren immer den Wanderpokal gewonnen!" Dass Christa Heilmann tatsächlich sehr gute Gegner hatte, bewies das Endergebnis. Obwohl auch der 49-jährige Bernhard Mantel aus Buch und der 20 Jahre alte Patrick Gerike aus Obertheres jeweils sechs Punkte errungen hatten, kamen sie nur auf Platz 2 und 3, weil die Schachspielerin gegen die stärkeren Gegner angetreten war und dadurch einen leichten Vorteil errungen hatte.

Einmal will sie ihren Vater schlagen...

Zu den weiblichen Teilnehmern zählte auch die 16 Jahre alte Jana Lindacher aus Obertheres. "Mich reizt die Herausforderung und es macht sehr viel Spaß. Denn es ist ein Spiel, bei dem man nachdenken muss", erklärte sie ihre Liebe zum Schach.

Ihr Ziel ist es, einmal ihren Vater zu schlagen, der bereits viermal den "Thereser Schachpokal gewonnen hat. Bei ihrem ersten Start erreichte sie mit drei Punkten einen respektablen 21. Platz.

Ebenfalls drei Punkte erzielte Johannes Kaufmann aus Zeil, der sich das Schachspiel selbst beigebracht hat. "Ich mag Schach, weil es abwechslungsreich ist, die Herausforderungen immer anders sind und weil man lernt, sich zu konzentrieren." Wie er mitteilte, hatte sich für ihn die Teilnahme an dem Turnier gelohnt. "Es hat mir super gut gefallen und ich werde gerne nächstes Jahr wieder kommen", versprach er.

"Schach ist am schönsten, wenn man gegen einen leibhaftigen Gegner spielt", betonte Franz Ott, der bei den ersten sieben Turnieren Mitorganisator und Mitspieler war und sich nun aus der aktiven Teilnahme zurückgezogen hat. "Wenn eine Situation besonders verzwickt ist, fängt das Herz stärker an zu schlagen", sagte er, "das kann einem im Spiel mit einem Computer nicht passieren."

Franz Ott, heute 75 Jahre alt, ist ein begeisterter Schachspieler. Rund 30 Jahre war er Mitglied bei den Schachfreunden Zeiler Turm und spielte mit seiner Mannschaft in der Bezirksliga. Außerdem rief er 1980 eine Schachgruppe mit Schülern der Johann-Peter-Wagner-Volksschule Theres in Obertheres ins Leben und vermittelte ihnen die Freude am Schachspiel. Zu diesen Schülern zählt auch Thomas Reis, der seinem früheren "Lehrer" und langjährigem Helfer recht herzlich dankte.

Turnier für die Meister

Neben dem Hobbyturnier fand wieder ein Meisterturnier statt, an dem auch Marco Viernekäs aus Obertheres, der neue Mitorganisator des gesamten Turniers, teilnahm. Der heute 17-Jährige hat das Königsspiel im Alter von zwölf Jahren von seinem Vater gelernt und findet es unglaublich faszinierend. "Es macht einfach Spaß, dass man mit den unterschiedlichsten Leuten spielen kann, dass es so unglaublich viele Variationen und auch mehrere Schachformen wie das Tandemschach oder das Atomschach gibt", schwärmte er. Anfangs hatte er am Hobbyturnier teilgenommen und einmal einen dritten Platz errungen. Weil er jedoch seit fünf Jahren Mitglied des Schweinfurter Schachklubs 2000 ist, spielt er seitdem beim Meisterturnier mit und gelangte heuer auf einen guten sechsten Platz.

Nach sechs Stunden erklärte Thomas Reis den "Thereser Schachpokal" für beendet und dankte allen Helfern, den Sponsoren der vielen Preise, dem Schachversand Ullrich aus Limbach für die kostenlose Bereitstellung der gesamten Ausrüstung und der Schule für die Räumlichkeiten. Er berichtete, dass aus den geringfügigen Überschüssen der letzten Turniere fünf Schachbücher, Schachgarnituren und ein Demobrett angeschafft und der Johann-Peter-Wagner-Volksschule Theres zur Verfügung gestellt worden seien. Er selbst habe im Mai sieben Viertklässler eine Woche lang im Schach unterrichtet.

Zum Schluss überreichte er Pokale an die drei besten Hobbyschachspieler Christa Heilmann, Bernhard Mantel und Patrick Gerike, an die beste weibliche Teilnehmerin Hanna Stingl aus Obertheres, den jüngsten Teilnehmer Raphael Richter aus Dingolshausen, den ältesten Spieler Hilmar Lindacher aus Obertheres, den "Pechvogel", den Letztplatzierten Peter Lang, sowie an die drei besten Vereinsspieler Dr. Gabriel Seuffert, Christopher Alm und Sebastian Zehnter vom SV Würzburg.

Infos zu diesem und den vorangegangenen Turnieren sind im Internet unter www.therescup.de erhältlich.