Für Anton Stöhr, der bis hierhin noch nie ausländischen Boden betreten hatte, war es "ein Erlebnis, das man nicht beschreiben kann. Das muss man selbst erlebt haben." Über 600 Mitglieder aus Kirchenchören der Diözese Würzburg, darunter zahlreiche Chöre aus dem Landkreis Haßberge, waren eine Woche lang mit elf Omnibussen auf einer Pilgerreise nach Rom unterwegs. Der Pfarrweisacher Stöhr und seine Frau Antonie sowie mit ihnen eine kleine Schar von Teilnehmern aus dem Dekanat Haßberge, waren mittendrin. Stöhrs Frau Antonie, mit der zusammen er den Mesnerdienst in der Kirche in Pfarrweisach versieht, pflichtete bei: "Für mich ist ein Lebenswunsch in Erfüllung gegangen. So was Schöns hab ich noch nie g'sehn."
Als mehrstimmig singende Erlebensgemeinschaft sangen die Chöre unter anderen bei Messfeiern in den bedeutendsten Kirchen der Welt, so im Petersdom, der Lateranbasilika, dem Pantheon und in St. Paul vor den Mauern. Hinzu kamen Besuche in den Vatikanischen Museen, der Sixtinischen Kapelle, den Katakomben und einigen weiteren touristischen Zielen. Selbst italienische und deutsche Medien berichteten von diesem außergewöhnlichen Unternehmen. Mittendrin war eine.
Für Klemens Albert, dem Chorleiter des Singkreises Pfarrweisach wurde neben all den musikalischen Höhepunkten beim Gang durch Kolosseum, Forum Romanum und Palatin sein altes Lateinbuch wieder lebendig, das er vor nunmehr 47 Jahren mit Abschluss des Abiturs aus der Hand gelegt hatte.
Seine Frau Walburga war in Gedanken und per WhatsApp-Kontakten immer wieder beim Besuch des Papstes Franziskus in Kolumbien.


Kolumbien im Blick

Zeitgleich, als eigentlich die Papst-Audienz auf dem Petersplatz hätte stattfinden sollen, besuchte das Kirchenoberhaupt Einrichtungen der Stiftung "Weg der Hoffnung" in Villavicencio, für die sich der Kolumbienkreis Pfarrweisach seit fast drei Jahrzehnten engagiert. Walburga Albert ist Sprecherin dieses Kreises.
Als geistlicher Begleiter im Bus mit den Haßberglern fand der Regionalkantor von Ebern Wolfgang Schneider stets passende Worte der Besinnung. Aus seinem Eberner Kirchenchor waren fünf Mitglieder dabei. Weiter waren Mitglieder des Chors Ebelsbach sowie einige Sänger aus Zeil und Haßfurt mit von der Partie.


Neuer Blickwinkel

Die organisatorische und musikalische Leitung der Pilgerreise hatte Diözesanmusikdirektor Gregor Frede, geistlicher Leiter war Dompfarrer Dr. Jürgen Vorndran. Er hatte als Ziel einer solchen Reise erklärt, gegebenenfalls seinen Blickwinkel zu ändern und die Welt mit den Worten Jesu zu schauen.
Bischof Friedhelm Hofmann, der die Pilger in Rom begleitete, würdigte das bedeutende Engagement der zahlreichen Mitwirkenden in den Heimatpfarreien und bei ihren Auftritten in Rom und bei den Zwischenstationen Neustift und Bozen. Er äußerte den Wunsch, "die Woge der Begeisterung in die Gemeinden daheim zu tragen". KA