Innerhalb kurzer Zeit hat ein 20-jähriger Mann aus einem Ort im Maintal ziemlich viel Mist gebaut und musste sich deswegen vor dem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Haßfurt verantworten. Das Hauptaugenmerk der Anklage richtete sich auf das Kaufen und Verkaufen der Droge Cannabis in nicht geringer Menge. Hier ging es um Geschäfte, die der 20-Jährige im Zeitraum März bis Mai vergangenen Jahres abgewickelt hatte.

Weitere Verfehlungen des jungen Mannes aus dem vergangenen Jahr: In einem Waldstück nahe seines Heimatortes hat er einen Jägerstand beschädigt. Außerdem hatte er mit seinem Auto Schleuderübungen auf dem Sportplatz des TSV Westheim gemacht und dort vermutlich den Untergrund in Mitleidenschaft gezogen.

Dieses Verfahren wurde allerdings eingestellt, da auch andere Autofahrer solche Übungen ausprobiert hatten und nicht zu klären war, von wem letztendlich die Spurrillen verursacht worden waren. Den Sportplatz konnte der TSV in Eigenleistung reparieren.

Für seine anderen Taten bekam der junge Mann von Jugendrichter Martin Kober ein Jahr und zwei Monate Jugendstrafe aufgebrummt, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt sind. Außerdem wird ihm für zwei Jahre ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt.

1500 Euro an Suchtberatung

Zusätzlich muss der Verurteilte 1500 Euro an die Suchtberatung der Caritas in Haßfurt zahlen und vier sogenannte Drogenscreenings besuchen, bei denen er auf illegale Substanzen getestet wird, um sicherzustellen, dass er dem Drogenkonsum tatsächlich abgeschworen hat.

Zugunsten des 20-Jährigen wurde gewertet, dass er ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte und vorher nicht nennenswert strafrechtlich in Erscheinung getreten war.

Zu dem Fall: Der Staatsanwalt Christopher Rosenbusch warf dem Angeklagten vor, in mehreren Fällen mit Cannabisprodukten gehandelt oder sie zum Eigenverbrauch erworben zu haben.

Drei Mal soll der junge Mann im vergangenen Jahr kleinere Mengen Cannabis zwischen 4,2 und 6,85 Gramm für den eigenen Konsum erworben haben. Zudem ging es um Drogenan- und -weiterverkäufe in nicht geringen Mengen: Sechs Mal habe der Mann Haschischplatten gekauft, von denen die kleinste 41,2 Gramm und die größte 186,9 Gramm wogen.

Die Polizei hatte Wind von den Geschäften bekommen und stand eines Tages mit einem Durchsuchungsbefehl vor der Wohnung des 20-Jährigen. Die Beamten stellten damals eine Haschischplatte sicher, die knapp 90 Gramm wog. Von den anderen Deals war nichts übrig geblieben, jedoch machte der junge Mann keine Anstalten, seine Geschäfte zu leugnen.

Er habe sich von Anfang an kooperativ gezeigt, erklärte der als Zeuge geladene Polizist, der die Ermittlungen geführt hatte. Was anderes blieb dem 20-Jährigen offensichtlich aber auch gar nicht übrig: Auf einem Laptop nämlich, den die Polizei bei ihm sichergestellt hatte, fand sich eine Excel-Datei, die die Drogengeschäfte präzise dokumentierte. Außerdem waren auf dem Rechner sowie auf dem Mobiltelefon Bilder abgespeichert, die den Angeklagten sowie weitere Personen beim Posieren mit Haschischplatten oder Konsumieren der Droge in Form eines Joints zeigten.

Nichts vertuscht

Der 20-Jährige versuchte ob dieser recht eindeutigen Beweise erst gar nicht, irgendetwas zu vertuschen. Stattdessen, so betonte es der Polizist, habe der junge Mann dazu beigetragen, dass weitere in Drogengeschäfte verwickelte Personen ermittelt werden konnten. "Er hat nichts verschleiert." So konnten durch die Mithilfe des Angeklagten insgesamt 19 weitere vermutliche Täter aus dem Drogenmilieu angezeigt werden.

Dieser Umstand trug zu einer Minderung des Strafmaßes bei. Staatsanwalt Christopher Rosenbusch war dennoch verwundert, wie viel kriminelle Energie der 20-Jährige entwickelt hatte: "Sie haben richtig viel angestellt im vergangenen Jahr. Reißen Sie sich mal am Riemen."

Diese Chance bekommt der 20-Jährige nun: Richter Martin Kober und die beiden Schöffen verurteilten ihn zu einem Jahr und zwei Monaten Jugendstrafe, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung (der Staatsanwalt hatte ein Jahr und vier Monate Jugendstrafe auf Bewährung gefordert). Sollte der junge Mann gegen die Bewährungsauflagen verstoßen, wird es eng für ihn.