Eine Straßenbaustelle sorgt für Verzögerungen. Entgegen der ursprünglichen Planung wurde Mittwochnacht nicht das erste Brückenteil an der Ersatzstrecke neben der B 279 südlich von Baunach aufgesetzt. Der Grund: Der Schwertransport wurde auf der Autobahn bei Forchheim gestoppt, weil er für eine dortige Baustelle zu gewichtig gewesen war. 29 und 33 Tonnen wiegen die Brückenteile, die über eine Flutmulde des Maines führen. Sie dienen damit als Ersatz für eine Brücke, die im Verlauf dieses Jahres im Zuge eines ersten Bauabschnitts abgerissen und komplett neu errichtet wird.


Parallelstrecke auf neuem Damm

Dazu wurde ab dem Kieswerk an der Ostseite der bestehenden Bundesstraße ein neuer Damm aufgeschüttet sowie drei Brückenpfeiler geschalt und ausbetoniert, auf die die tragenden Teile von der Bundesstraße her per Autokran einschweben. Dazu muss die B 279 für mehrere Stunden halbseitig gesperrt werden, weswegen Ampeln aufgestellt werden. Auch für die Asphaltierung werden halbseitige Sperren notwendig.

Bis zu 14 000 Fahrzeuge passieren diese Stelle täglich, weist die Verkehrszählung von 2010 aus (die Zahlen der Zählung von 2015 (!) liegen noch immer nicht vor).

Die Arbeiten für drei Brücken wurden auf drei Abschnitte verteilt, so dass bis in die Jahre 2020/2021 mit Behinderungen gerechnet werden muss. So darf auf den Behelfsstrecken nur Tempo 30 gefahren werden.

Die jetzt angegangenen Sanierungsmaßnahmen kollidieren nicht mit einer immer noch in der Diskussion stehenden (Ost-)Umgehung von Baunach, wofür derzeit naturschutzrechtliche Untersuchungen laufen.

Wegen des hohen Verkehrsaufkommens, so die Auskunft aus dem Staatlichen Bauamt in Bamberg, war eine Vollsperrung nie eine Alternative. "Es fehlt einfach an Umleitungsalternativen", so Projektleiter, Dipl.-Ing. Joachim Schilling.

Anstelle der maroden Brücken, die 1932 gebaut, 1945 teilweise gesprengt und 1958 wieder errichtet wurden, müssen nun Behelfsbrücken und -umfahrungen erstellt werden. "Das wird nicht ganz stressfrei, weil wir in einem sensiblen Bereich arbeiten", hatte Baudirektor Uwe Zeuschel schon bei der Vorstellung der Maßnahme vor Monaten vorausgeahnt. Naturschutzfragen sind ebenso zu beachten wie Hochwasserlagen und Rückstauräume.

Die bestehenden Brücken seien jedenfalls nicht mehr tragbar gewesen. "Sie taugen aufgrund ihres Alters nicht mehr für die jetzigen Anforderungen und Verkehrsbelastungen", ergaben die Schadensbilder und statische Untersuchungen. Die ständigen Nachbesserungen hatten für einen regelrechten Flickerlteppich gesorgt.

"Weitere Verschlechterungen hätten zu erheblichen Verkehrseinschränkungen geführt", so Joachim Schilling. Sanierungen seien nicht mehr wirtschaftlich gewesen.

Die Fahrbahn über die neuen Brücken wird 8,50 Meter breit, zusätzlich erfolgt auch der Lückenschluss für Radfahrer mit einem Weg von 2,50 Meter Breite.

Die gesamte Maßnahme kostet viel Geld: Bereits bei den ersten Vorplanungen im Jahr 2016 lag man bei 3,3 Millionen Euro, die aus einem Sonderprogramm des Bundes für Brückensanierungen an die Gestade von Main und Baunach fließen.