In der Sitzung des Gemeinderats am Montag ging Bürgermeister Holger Baunacher auf die Beschwerden eines Bürgers aus Dampfach über den Lärm des Verkehrs auf der Staatsstraße 2275 ein. Dieser hatte dem Gemeinderat geschrieben, dass seit der Höherlegung der Fahrbahn der Lärmpegel für die Anwohner gestiegen sei. Daher solle das Tempo hier auf 80 Stundenkilometer beschränkt werden. Weiter schlägt der Dampfacher vor, durch Maßnahmen wie Heckenpflanzungen, Erdwall oder ähnliches dem Lärm durch zunehmenden Lkw-Verkehr entgegen zu wirken.

Vorsprache beim Staatlichen Bauamt geplant

Da den Gemeinderäten aus Dampfach keine weiteren Klage zu Ohren gekommen ist, wie deutlich wurde, wird Baunacher andere Anwohner befragen und dann eventuell mit dem Staatlichen Bauamt über eine Geschwindigkeitsbeschränkung reden. Norbert Mantel betonte aber, dass das Radfahren auf der Staatsstraße lebensgefährlich sei und ein Radweg entlang der Straße gebaut werden sollte. Der Bürgermeister sagte zu, sich zu informieren, ob dies gefördert werden kann.

Amphibienschutz

Einverstanden war der Gemeinderat Wonfurt in seiner Sitzung am Montagabend mit dem Vorhaben des Landkreises, ein Ersatzlaichgewässer für Amphibien auf einem Grundstück im Süden der A70 zwischen Wonfurt und Steinsfeld und westlich der Staatsstraße 2275 (Richtung Donnersdorf) anzulegen, ferner Gewässerrenaturierung am angrenzenden Dürrbach anzugehen.

Bisher suchen die Amphibien während der Laichzeit von ihrem Winterquartier aus, dem Horhäuser Oberforst die Gewässer südöstlich der Staatsstraße 2275 auf. Um die Population dauerhaft erhalten zu können, war bisher alljährlich ein rund 160 Meter langer Amphibienschutzzaun entlang der Staatsstraße nötig. Ihn betreuen ansässige Privatleute. Laut ihnen handle es sich bei den wandernden Amphibien hauptsächlich um Erdkröten und die nach der "Roten Liste" Bayerns als stark gefährdet eingestuften Kreuzkröten, deren Bestände in Bayern deutlich geschrumpft sind. Insgesamt wird von 600 bis 900 wandernden Amphibien jährlich ausgegangen.

Neuer Laichstandort

Langfristiges Ziel ist die Etablierung eines naturnahen feuchten Grün- und Offenlandlebensraumes als Laichstandort in direkter Nähe zu deren Winter- und Sommerquartieren, um in der Zukunft auf den Amphibienschutzzaun verzichten zu können. Allerdings: In den ersten Jahren muss trotz des Ersatzlaichgewässers weiterhin der Amphibienschutzzaun aufgestellt sein, damit die Helfer die Amphibien von dort aus zu den neu geschaffenen Laichstandorten bringen. Erst mit der Zeit richtet sich deren Wandertradition dorthin aus.

Wie Bürgermeister Holger Baunacher berichtete, wird die ganze "Umsiedelungsaktion" wohl vier Jahre benötigen.

Da der Landkreis Haßberge den Kulturführer, in dem auch Wonfurt, Dampfach und Steinsfeld aufgeführt sind, neu auflegt, möchte Baunacher einen Arbeitskreis ins Leben rufen. Dieser soll sich um die Aktualisierung der Beiträge der Gemeinde Wonfurt kümmern und zudem mit der Erforschung der Bedeutung der Flurnamen beschäftigen Jeder Bürger ist willkommen, da mitzuarbeiten (Anmeldung bei Marion Kamm in der Verwaltungsgemeinschaft Theres, Telefon 09521/92340.

Heiße Diskussionen

Recht heftig diskutiert wurde der Bericht, den Franz-Josef Selig als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses über das Jahr 2011 erstattete. Er hatte angemahnt, dass Wasserleitungen für 52 000 Euro hätten repariert werden müssen - eingeplant waren 25 000 Euro. Immerhin, ein Teil der Schäden trat überraschend auf, räumte er ein.

Wolfgang Thein vertrat die Ansicht, dass ein Teil der Schäden voraussehbar gewesen sei; die Arbeiten hätten ausgeschrieben werden können. Dem widersprach Bernd Riedlmeier. Nach einem längeren Disput meinte der Bürgermeister, dass er die Betreuung der Ortsnetze gerne dem Zweckverband zur Wasserversorgung der Knetzgau-Sand-Wonfurt-Gruppe übergeben würde. Das muss noch geklärt werden.

Ohne Gemeinderatsbeschluss

Ferner kritisierte Selig, dass in Dampfach Teile des Regenwasserkanals in der Dorfstraße und im Erlesweg für 65 000 Euro ausgewechselt wurden - ohne Gemeinderatsbeschluss. Bernd Riedlmeier verteidigte Bürgermeister Dieter Zehendner; er erklärte, dass im Gremium darüber gesprochen worden sei. Selig führte weiter aus, es seien 2011 nur 41 000 Euro Gewerbesteuer eingegangen, obwohl 150 000 Euro eingeplant waren.

Zuletzt stellte er fest, dass der Stromverbrauch der Gemeinde dem von 55 Vier-Personen-Haushalten entspräche. 38 Prozent entfalle auf die Kläranlage, ein Drittel auf die Dorfbeleuchtung und immerhin noch sieben Prozent auf die Wonfurter Turnhalle. "Wir regen daher an, den Stromverbrauch der Gemeinde durch einen Fachmann zu begutachten", so Selig angesichts der 49 000 Euro.

Pflaster im Baugebiet "Bogenfeld"

Die Gehwege und Parkstreifen im neuen Baugebiet "Bodenfeld" in Wonfurt werden nun doch gepflastert. Dies beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag.

Pflaster ist unpraktisch

Nach einem Ortstermin hatten jüngst einige Gemeinderäte dafür plädiert, die Gehwege dort besser zu asphaltieren. Sie argumentierten, dass das Pflaster vor allem beim Schneeschieben unpraktisch und asphaltierte Wege besser begehbar seien.
Nun berichtete Bürgermeister Holger Baunacher, dass die Asphaltierung rund zwölf Euro pro Quadratmeter teurer sei als das Pflaster. Er selbst würde ebenfalls Asphaltieren bevorzugen, da dann die Kinder auf der Straße malen und Inliner fahren könnten.
Doch Manfred Bengel betonte, dass ein Pflaster bei Arbeiten an einem Rohrbruch besser aufzureißen und zu schließen sei als Asphalt.

Der Boden bleibt offen

Wolfgang Thein fügte an, dass das Pflaster wasserdurchlässiger sei als Asphalt und daher vorzuziehen sei. So beschloss das Gremium, die Gehwege mit einem hellen und die Parkstreifen mit einem dunklen Pflaster zu versehen.

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