Die Jury beeindruckte dabei der Inhalt. Besonders ein Interview mit Lehrern über deren Handy-Gewohnheiten (Welche Apps benutzen Sie?) und zu deren Wissen über Begriffe aus der Jugendsprache. "Das hatten die Juroren bisher noch nicht gekannt", erfuhr Yannick Wich bei der Preisverleihung mit Kultusminister Ludwig Spaenle.

Yannick (16) war Initiator der Schülerzeitung, Chefredakteur und der Gleußener fungiert auch noch als Schülersprecher. Ein sozialer Tausendsassa also.

Weil er sich derzeit aber auf die Abschlussprüfungen vorbereitet, hat er das Amt des Chefredakteurs schon in jüngere Hände abgegeben: Justin Devlin (13), ein Pfiffikus aus Allertshausen, der aktuell die zweite Ausgabe vorbereitet.

Nächste Ausgabe in Arbeit

Der Themenplan steht schon. Darin will Yannick Wich auch seine prämierte Serie über den Handy-Einsatz seiner Pädagogen fortsetzen. "Er hat tolle Ideen", lobt ihn Realschuldirektor Hartmut Weis, der ihn auch als Schülersprecher schätzt: "Er hat beispielsweise einen Fotowettbewerb angeregt zu schönen Ansichten von der Schule und ihrem Umfeld, wo sich derzeit ja viel tut. Und daran können Schüler wie auch Lehrer teilnehmen", schildert Weis.

Das neue Werk der Schülerzeitschrift sei im Entstehen, schaut der neue Chefredakteur Justin voraus. "Ein Erscheinungstermin steht aber noch nicht fest. So viel passiert an unserer Schule ja doch nicht."

Nun gut, Sido kann nicht zu jeder Pause auftreten, aber Erfolge heimst die Ernst-Schmidt-Realschule aktuell serienweise ein. Und dann gibt's auch den Themenplan: Schulleiter Weis wird zum Bereich Facebook Überlegungen anstellen. Die Lehrer-Befragung mit ihren Steckbriefen geht weiter. "Viel Spaß wird drin sein", verspricht Justin jetzt schon.

So auch die Suche nach den zehn besten Lehrern oder den drei Lieblingsfächern. Berichte über die Berlinfahrten verschiedener Klassen, über einen Tag beim Hausmeister (Gaudi garantiert) und die Auszeichnungen in München haben schon ihren festen (Seiten-)Platz in der nächsten Ausgabe, deren Finanzierung auch gesichert ist, da ein entsprechender Scheck der Hanns-Seidel-Stiftung vorliegt.

Aus der Prämierung in München zog Yannik Wich weiteren Profit. "Unter den verschiedenen Zeitungsmachern aus ganz Bayern gab es in einem ansprechendem Umfeld einen regen Austausch und so manche Anregung." 15 Schüler waren an der Premierenausgabe beteiligt, aktuell wirken sieben mit. "Wir haben uns alle 14 Tage getroffen, dabei geplant und Arbeitsaufträge vergeben", blickt Yannick zurück. Den Rest erledigte der Chefredakteur selbst.

Yannik rang der Schulleitung die Anschaffung eines Publishing-Programms ab, das die beeindruckende Gestaltung möglich machte, und kümmerte sich zusammen mit seinem Team auch um die Anzeigen-Akquise. "Ich bin halt zu Geschäften in Ebern und der Umgebung hin." Das 40-seitige Produkt, auf Hochglanzpapier und mit einer Auflage von 400 Exemplaren gedruckt, kann sich sehen lassen. Nicht nur bei der Hanns-Seidel-Stiftung in München, zumal sich auch Stellenbeschreibungen und -gesuche sowie Berufsbilder darin finden lassen.