Das haute selbst den Schulleiter vom Hocker, den Dr. Oliver Dünisch "als Reliquie an diesen Jahrgang" gleich mehrfach ansprach und vorzeigte (und sogar als schwierigeres Werk als den Bau eines Wolkenkratzers bezeichnete). Bei der Verabschiedung des 57. Kurses der Meisterschule für das Schreinerhandwerks schwelgte der Chef am Sonntagnachmittag in Superlativen. "Eigentlich hatten wir aufgrund der nüchternen Anmeldedaten einen durchschnittlichen Kurs erwartet." Und dann so etwas: Zehn Mal stand eine Eins vor dem Komma, der Rest schloss mit einer Zwei vornedran.

Das hatte es bisher noch nicht gegeben. Was auch Christian Senff verblüffte. Der Direktor der Raiffeisen-Volksbank, der sonst einen Besten prämiert, zeichnete diesmal den gesamten Jahrgang mit dem Preis der Bank aus.

Und auch Landrat Rudolf Handwerker (CSU) staunte. "Sie haben gezeigt, was man aus einem umgesägten Baum alles machen kann", schwärmte Handwerker nach Betrachtung der Meisterstücke.

Bürgermeisterin Gabriele Rögner (CSU) sah für die Absolventen neue berufliche Möglichkeiten eröffnet. "Sie haben das Rüstzeug erhalten, um in ihrem Beruf weiter zu kommen."

Eine Chance, die auch Tobias Kaiser ergreifen will. Er fertigte das Meisterstück mit der höchsten Punktzahl. Der 29-Jährige aus Ahorntal bei Bayreuth arbeitet in einer Schreinerei in Gesees und "schaut mal, ob sich in Sachen Arbeitsvorbereitung etwas Neues ergibt".

"Keinerlei Probleme innerhalb des Jahrganges" machten dessen Sprecher Christoph Weiß und Holger Hornung aus, "Es war von Anfang an eine angenehme Aufnahme und wir haben uns sehr wohlgefühlt und werden die Schule weiterempfehlen."

Darum hatte auch Landrat Rudolf Handwerker gebeten. "Die Schule hat schon in ganz Deutschland einen hervorragenden Ruf und ist auch für 2015 schon ausgebucht, aber Werbung kann nicht schaden."

Schulleiter Dünisch attestierte den Abgängern viel Experimentierfreude. "Die Solidarität untereinander ist mir auch aufgefallen, vielleicht haben Sie es in Prüfungssituation auch etwas übertrieben."