Rege ist der Haßbergverein (HBV) Jesserndorf schon immer. Das geht bis weit über 40 Jahre zurück, als Richard Räder Vorsitzender des Vereins im Eberner Stadtteil war. Nun hat der Verein ein Projekt angepackt, das Sanieren und Ausbessern des "Hasenbrünnles." Dieses liegt, etwa 650 Meter Luftlinie nordöstlich von Bühl, nahe der Verbindungsstraße Richtung Jesserndorf.
An dieser Straße weist ein hölzernes Schild den Weg zu der etwa 100 Meter weiter im Wald versteckten Quelle des "Hasenbrünnles."

Christian Schmitt, derzeit Vorsitzender des HBV Jesserndorf, Heinz Fausten, "Heimatkundler" des HBV, und Hans Kern aus Weißenbrunn, erklären am "Hasenbrünnle", der Quelle des "Hassenbach", worum es geht. Der "Hassenbach" fließt in Richtung Ebern und mündet bei den Seen zwischen Jesserndorf und Gemünd in den "Jesserndorfer Bach." Dieser wiederum speist die "Preppach", in die er nahe der Gemünder Mühle mündet.
Die beiden Jesserndorfer, Schmitt und Fausten, sind zusammen mit Hans Kern aus Weißenbrunn die "Triebfedern" für die Sanierung der Quelle des "Hasenbrünnle" gewesen.


Die Schäden rechtzeitig beseitigt


HBV-Vorsitzender Christian Schmitt erläutert, dass das "Hasenbrünnle", obwohl es vom HBV immer wieder mal gereinigt wurde, einige Schadstellen aufwies. "Es war nicht in einem schlimmen Zustand", ergänzt Heinz Fausten, früherer Wasserwart der Stadt Ebern, aber man habe sich entschlossen einzugreifen, bevor größerer Schaden eintritt. Deshalb gingen die Männer ans Werk, wobei Hans Kern die Maurerarbeiten ausführte. "Sieben Sack Spezialzement war alles, was wir vom HBV an Material investiert haben", sagt Vorsitzender Schmitt. Mit der Investition von 150 Euro sei alles erledigt gewesen. Dass die Kosten nicht weiter nach oben stiegen, sei der freiwilligen Arbeit einiger Helfer zu verdanken, freute sich der Vorsitzende.

Gegenwärtig führt die Quelle des "Hasenbrünnle" ganz gut Wasser, was auf die zurückliegende Regenperiode zurückzuführen ist. "Aber auch sonst läuft da immer Wasser", sagt Heinz Fausten, der im Jahr öfter mal an der Quelle vorbei und nach dem Rechten schaut.

Er und Schmitt haben einen Zeitungsausschnitt aus dem Jahr 1978 dabei und einen Kostenvoranschlag der Firma "Müller-Bau" für die Fassung der Quelle des "Hasenbrünnle" aus dem gleichen Jahr. Auf 10 032,96 Mark lautet das Angebot. Damals hat sich der HBV unter Vorsitz von Richard Räder entschlossen, die Quelle zu fassen und hat diese Summe, aber auch zahlreiche freiwillige Helferstunden investiert. 304 freiwillige Arbeitsstunden, ausgeführt von mehreren Helfern sind in der Chronik des Vereins vermerkt.


Brunnenstube ausgebessert

"Wir sind heute froh, dass die Mitglieder des HBV das vor 40 Jahren angegangen sind", sagt Christian Schmitt. Deshalb habe man sich auch entschlossen, das "Hasenbrünnle" nicht verkommen, sondern ihm wieder mal eine "Auffrischung" zukommen zu lassen", lacht er. Diesmal wurden nach seinen Worten 30 Stunden freiwilliger Arbeit geleistet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die "Brunnenstube" und die Einfassung des Beckens, in welche das frische Quellwasser sprudelt, wurden ausgebessert, alles gereinigt und die ersten Meter des abfließenden Wassers nach dem Becken befestigt.

Davon, dass die Sanierung gelungen ist, kann man sich beim Brunnenfest des HBV Jesserndorf am Freitag, 4. August, ein Bild machen. Es beginnt um 18.30 Uhr in Bühl. Heinz Fausten bietet eine Wanderung von etwa 40 Minuten an, die von Bühl zu dem etwa 600 Meter entfernt gelegenen "Hasenbrünnle" und von dort weiter zum circa 500 Meter entfernten "Kreuzschlagmarterle" führt.


Kleien Wanderung beim Brunnenfest

Auch dieses wurde restauriert dun auch dort ist die Arbeit gut gelungen, sind sich Fausten und Schmitt einig. Beide wollen weiter dafür stehen, der Satzung des HBV in ihrer Arbeit gerecht zu werden. Dort steht, dass der HBV besonders die Liebe zur Heimat wecken und beleben, das Verständnis für die Eigentümlichkeiten der Haßberge und seiner Bewohner pflegen, das Wandern betreiben und den Natur- und Umweltschutz fördern soll.
"Heimatkundler" Fausten erzählt noch, dass die Ortschaft Bühl früher Probleme mit ihrer Wasserversorgung hatte und der "Rotbühl", heute ein Waldstück nahe des Dorfes Bühl, schon im Jahr 1346 besiedelt gewesen sei. Das "Hasenbrünnle" und wohl auch das "Schopfenbrünnle" und die "Feuerrangenquelle", waren damals Wasserlieferanten für die Bühler.