Das Amtsgericht Haßfurt hat den 25-jährigen Mann wegen Beleidigung einer 41-jährigen Frau zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt.

Während einer Feier am 30. Oktober des vergangenen Jahres kam es in einem Mehrfamilienhaus in Haßfurt zu einem Streit zwischen dem Angeklagten und dem späteren Opfer. Bereits gegen 0.45 Uhr hatte die 41-Jährige den 25-Jährigen gebeten, die Musik leiser zu drehen. Aber zwischen zwei und drei Uhr nachts war die Musik noch immer so laut, dass die 41-jährige Frau an der Tür des Mannes klingelte und ihn dazu aufforderte, die Lautstärke zu drosseln.

Daraufhin hat der Angeklagte die Frau beschimpft und beleidigt. Als sie schon wieder auf dem Weg nach unten war, hat der Angeklagte auch noch einen Zigarettenstummel nach ihr geworfen. Weil das Opfer aber mittlerweile zehn Meter von der Tür entfernt auf der Treppe stand, wurde sie vom Angeklagten nicht getroffen. Das Gericht hat daher das Verfahren wegen vorsätzlicher Körperverletzung gegen den Mann eingestellt. Die anderen Vorwürfe blieben.


"Ich habe mich entschuldigt"



Der Angeklagte gab jedoch zu, die Frau beleidigt zu haben. Er bat aber zu bedenken: "Ich habe mich eine Woche später bei ihr entschuldigt." Als Grund für sein Verhalten erklärte er, dass er wegen der Feier unter erheblichem Alkoholeinfluss gestanden habe.

Die 41-jährige Frau, die auch als Hausmeisterin im Haus arbeitet, gab zu Protokoll, dass "es schon früher immer wieder Probleme mit dem Angeklagten gegeben hat". Er habe sie zwar nach dem Vorfall nicht mehr beleidigt, aber sich erst zwei bis drei Wochen danach entschuldigt. "Ich kann es kaum erwarten, bis er auszieht", sagte die Frau, die als Zeugin vom Gericht gehört wurde.

Der Angeklagte räumte ein, dass er die Frau nicht hätte beleidigen dürfen. Er machte auf seine Lebensumstände aufmerksam, die ihn derzeit zu überfordern scheinen. Er ist seit Anfang Februar arbeitslos und muss sich nach einer neuen Stelle umsehen. Hinzu kommen zwei Kinder, um die er sich mit seiner Freundin kümmern muss, und hohe Schulden, die sich angesammelt haben.


"Sie müssen Ihr Leben in den Griff bekommen"



Richter Roland Wiltschka entgegnete dem Angeklagten: "Sie haben sich unter Alkoholeinfluss nicht unter Kontrolle und müssen Ihr Leben endlich wieder in den Griff bekommen." Der Angeklagte sieht das offenbar ein und erläuterte, dass er bereits an Anti-Aggressionstrainings teilnimmt und zusätzlich auch noch in eine Alkoholtherapie gehen will. Immerhin war er schon öfter auffällig gewesen und hat schon sechs Einträge im Bundeszentralregister, unter anderem wegen Körperverletzung und Beleidigung.

Für den Angeklagten spricht, dass er sich beim Opfer entschuldigt hat und versucht, sein Leben wieder zu ordnen. Zudem ist seine letzte Straftat schon drei Jahre her.

Roland Wiltschka verurteilte den 25-jährigen Mann wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe zu 40 Tagessätzen mit jeweils 30 Euro. Der Richter mahnte: "Sie sind kein unbeschriebenes Blatt mehr. Sie müssen Ihre Angelegenheiten jetzt endlich regeln." Das Urteil ist rechtskräftig.