Es waren einmal drei Musikstudenten, die lernten sich im Ensemble für außereuropäische Musik an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn-Bartholdy" in Leipzig kennen und beschlossen, eine eigene Formation zu gründen. 2008 stießen zwei weitere Studenten hinzu und das "Ben Hadschi Quintett" war komplett. Sie begannen, eigene Jazzkompositionen zu spielen. Das erste Mal beim Kulturamt Haßfurt zu Gast, präsentierten sie kürzlich im Gewölbekeller der Stadthalle ihre Musik.

Krystoffer Dreps (Trompete/Flügelhorn), Simon Schorndanner (Tenorsaxophon), Felix Franzke (E-Gitarre), Jakob Petzl (Kontrabass) und Sebastian Flaig (Perkussion/Schlagzeug) sind Reisende in der Welt der Musik, so wie Ali Ben Hadschi in den Romanen von Karl May unterwegs war. Reisende in den Orient, durch "psychosomatische Traumata", in die Natur, durch den Jazz zur Weltmusik und wieder zurück. Sie spielen "ihre" Musik, die geprägt ist vom Jazz, von orientalischen Klängen, Rock und Neuer Musik. 2010 nahmen sie am Bundesnachwuchs-Jazzfestival in Leipzig teil und im letzten Jahr gelangten sie beim Wettbewerb "Creole - globale Musik aus Mitteldeutschland" bis ins Finale.

Beeindruckende Klangvielfalt


Die meisten Kompositionen stammen von Krystoffer Dreps und Simon Schorndanner, der in Haßfurt bereits als Mitglied von "Gankino Circus" bekannt ist. Ihre Musik klingt größtenteils sehr experimentell; ruhige Melodien wechseln sich mit ekstatischen Ausbrüchen ab, schnelle Rhythmen forcieren das Tempo. Solistische Passagen und Improvisationen ragen aus dem Zusammenspiel aller Musiker heraus. Kontrabass- und Gitarrensaiten bringen die Luft zum Flirren. Perkussionsinstrumente nehmen direkten Einfluss auf den Herzschlag der Zuhörer, die Trompete peitscht das Blut auf und das Saxophon schreit und schmeichelt im gekonnten Wechsel. Lauten, rockigen und pulsierenden Passagen folgen ruhige, teils balladenhafte Töne.

Einig waren sich die Zuhörer, dass das Konzert sehr interessant war und sich die Musiker durch hohes technisches Können auszeichnen. "Als Live-Konzert hat es mir sehr gut gefallen", sagte Daniela Berninger aus Jesserndorf. "Die Stücke waren sehr spannend und besonders gut hat mir der schöne Klangteppich gefallen. Außerdem war es wunderbar, so authentisch wirkende Musiker zu erleben. Auch wenn ich mir vorstellen kann, dass eine solche Musik, nur von der CD gehört, nicht so lebendig wirkt." Carolin Marquardt aus Haßfurt wiederum meinte: "Man kann sich in dieser Musik wunderbar verlieren." Ohne die Musiker zu kennen, meinte sie, dass ihr Spiel sehr "verkopft" geklungen habe. "So, als ob die Musiker studiert hätten." Womit sie richtig lag, denn alle fünf Musiker studieren noch in Leipzig: Nicht nur Instrumentalspiel, sondern auch Komposition, Musikpädagogik, Musiktheorie, Jazz und Popularmusik.