Die Bräute sind schon unter der Haube. Sie tragen allesamt Weiß. Bedeckt von einer zarten Schneeschicht. Die Rede ist nicht von glücklichen Eheleuten, sondern von Baumstämmen und deren glücklichen Eigentümern. Denn Bräute im Holzmacher-Sinn sind die Stämme, die bei Versteigerungen Rekordpreise erzielt haben .

Und dafür greifen Säge- und Furnierwerker wie auch Fassmacher tief in die Tasche. So liegt am Wertholz-Lagerplatz in Ebern eine Eiche, deren Stamm dem Grafen von Ortenburg 3471 Euro einbringt. In Rentweinsdorf ist es eine Rotenhansche Lärche, für die 288 Euro je Festmeter geboten worden waren.

Die Stämme ruhen noch auf den Lagerplätzen in Ebern, Rentweinsdorf und Sailershausen. Das Geld landet bald auf den Konten der Waldbesitzer. "Die Submissionen sind in diesem Winter sehr gut gelaufen", fällt der Kassensturz von Birgitt Ulrich, der Geschäftsführerin der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Unterfrankens mit Sitz in Hofheim, nach den spannenden Tagen im Dezember und Januar aus. "Die Preise haben sich bei Kiefer und Lärche höchst erfreulich entwickelt."

Und auch die Eiche bleibt ein Renner. "Zum Glück haben wir in Unterfranken genug davon." Sie wird für Fußbodenbeläge ebenso nachgefragt wie für Furniere, aber auch für Wein- und Whiskey-Fässer.

Für Wein- und Whiskey-Fässer

Anscheinend wird in Frankreich wieder mehr getrunken: "Von dort kamen mehr Faßmacher und haben auch gute Preise eingereicht, und damit unsere Durchschnittserlöse nach oben getrieben." Die Durchschnittspreise: 144 Euro für den Festmeter bei der Kiefer (Vorjahr: 142 Euro), 225 bei der Lärche (Vorjahr: 184), 173 Euro bei der Fichte (150 Euro).

Die Zahl der Bieter bei den Wertholz- und Nadelholzversteigerungen in Unterfranken, und damit auch in Ebern, Sailershausen und Rentweinsdorf hat zugenommen. "Bis auf einen Stamm ist nichts liegen geblieben, und selbst den haben wir im Nachgang auch schon vermarktet."

44 Firmenvertreter begutachteten beispielsweise in Sailershausen das Angebot. Eine Rekordmarke. Im Vorjahr waren es 35 gewesen. "So kam es zu Preisen, die auf dem normalen Markt nicht erreicht worden wären", so Ulrich.

Es ging alles weg, was da an Festmetern aufgereiht worden war: 786 Festmeter in Sailershausen, 254 in Ebern und 240 in Rentweinsdorf. Geschlagen und angefahren aus Wäldern derer zu Ortenburg, von Rotenhan, den Gemeinden Ebern und Ermershausen wie auch aus Privatwäldern. "Trotz der schwierigen Holzernte ob der warmen und feuchten Witterung, hatten wir ein Angebot, das gute Preise erzielte. Es hat sich wieder bestätigt, dass es besser ist, mehr auf Qualität denn auf Quantität zu setzen," bilanzierte Birgitt Ulrich.

Einzig bei den Douglasien blieben Käuferwünsche offen. "Da hatten wir nicht so viel wie nötig", hat der Förster der Forstbetriebsgemeinschaft Haßberge (FBG), Christian Mehlhorn, festgestellt . "Da müssen wir noch ein paar Jahre warten und in die Pflege gehen, um Werthölzer zu bekommen", so der Förster.