Sie haben keine Berufe im sozialen Sektor gewählt, vielmehr gehören die zehn Jugendlichen zum Team der Firma "Maintal Konfitüren" in Haßfurt und erlernen Berufe wie Fachkraft für Lebensmitteltechnik, Industriekauffrau oder Lagerlogistiker. Und trotzdem haben sie jüngst einen Ausflug in verschiedene soziale Einrichtungen unternommen.

Im Zuge des firmeninternen Projektes "Azubi Sozial 12" haben alle zehn Auszubildenden des Unternehmens jeweils vier Arbeitsstunden im städtischen Kindergarten in Haßfurt, beim Roten Kreuz oder bei der Lebenshilfe Augsfeld geleistet, wie die Firma mitteilte. Dafür wurden sie von der Arbeit beim Konfitürenhersteller befreit.

Für Jana Schlinke (Serrfeld) und Tobias Goger (Sand) vergingen die vier Stunden in der Lebenshilfe Augsfeld wie im Flug: Die Menschen dort seien unglaublich offen und unvoreingenommen, haben die jungen Besucher erfahren. Sie würden gerne mal allen Azubi-Kollegen die Einrichtung zeigen", sagten sie.

In Königsberg war die Rot-Kreuz-Bereitschaftsleiterin und Organisatorin des monatlichen Seniorennachmittags, Anne Grimmer, sehr angetan, zum einen vom Projekt und noch mehr von den Helfern selbst: Sebastian Arnold (Haßfurt) und Stefan Krug (Theres) "waren sehr engagiert und haben auch aktiv das Gespräch mit unseren Senioren gesucht", lobte Frau Grimmer.

Herausforderung

Julia Stephan (Augsfeld) und Eugen Ackermann (Krum) hatten ihren Einsatz im städtischen Kindergarten Haßfurt: Basteln, Turnen, Spielen und Singen gehörten genauso dazu wie die gemeinsame Brotzeit, bei der die Kinder genau wissen wollten, wie es in einer Marmeladenfabrik zugeht. Die beiden Auszubildenden sind sich einig, dass 30 Kinder auf einem Haufen doch eine ganz andere Herausforderung sind als ein Nachmittag mit dem eigenen Patenkind.

Tamara Mantel (Krum), Benjamin Kast (Happertshausen) und Dominik Greul (Breitbrunn) unterstützten ebenfalls im städtischen Kindergarten in Haßfurt oder halfen in der Augsfelder Werkstatt der Lebenshilfe aus: "Ein völlig anderes Aufgabengebiet", sind sich die drei einig, "aber wenn man wieder zuhause ist, geht man doch nicht gleich zur Tagesordnung über, sondern denkt über das ein oder andere Schicksal schon nach. In jedem Fall bekommt man einfach mehr Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen."

Eine Bereicherung

Das Thema Sozialkompetenz liegt der "Maintal"-Geschäftsführerin Anne Feulner am Herzen: "Ich finde es für die Persönlichkeitsentwicklung sehr wichtig, wenn man mit oder für verschiedene Menschen - jung, alt, behindert - arbeitet und ein offenes Ohr für sie hat. Heutzutage erschweren unsichtbare Barrieren zwischen den verschiedenen Gruppen eine Annäherung." Deswegen hat ihre Firma das Projekt "Azubi Sozial 12" ins Leben gerufen.

Bereits im vergangenen Jahr haben die Auszubildenden des Unternehmens die Deutsche Kindertafel in Schweinfurt unterstützt. Damals hieß es früh aus den Federn, um Frühstückstüten für Schweinfurts Schulkinder zu packen. Auch in Zukunft möchte "Maintal" das Engagement fortführen. Das Projekt "Azubi Sozial 12" soll zum festen Bestandteil in der Ausbildung des Betriebes werden.