Als der 19-jährige, stark angetrunkene junge Mann nachts gegen zwei Uhr in der Disco sah, dass seine Ex-Freundin neben einem anderen Mann saß, sah er rot: Zuerst packte der 19-Jährige den Nebenbuhler am Kragen und kurz darauf schlug er brutal mit der Faust zu.

Bei dem Hieb aufs rechte Auge brach er dem vermeintlichen Konkurrenten das Jochbein und die Augenhöhle. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung wurde der rabiate Schläger nun vom Jugendgericht am Amtsgericht in Haßfurt zu einem einwöchigen Dauerarrest verurteilt.

Opfer war 27 Jahre

Das Eifersuchtsdrama spielte sich im Juni in Knetzgau ab. Bei dem Opfer handelt es sich um einen 27 Jahre alten Arbeitslosen aus der Kreisstadt Haßfurt.

Die vor Ort eingesetzten Polizeibeamten hatten dem Verletzten dringend geraten, sich von einem Rettungswagen ins Krankenhaus fahren zu lassen. Dort erhielt er erst einmal Schmerztabletten, aber zwei Tage später musste er im Bamberger Klinikum operiert werden.

Heute noch, erklärte das Opfer im Zeugenstand, verspüre er etwa beim Zähneputzen Schmerzen im Gesicht. Die Heilung wird einige Zeit dauern, weil demnächst erst die im Hospital eingesetzte Platte operativ entfernt werden muss.
Über seinen Anwalt klagt er in einem parallelen Zivilverfahren auf 5000 Euro Schmerzensgeld.
Der Bericht der Jugendgerichtshelferin verdeutlichte das Tatmotiv. Dazu muss man wissen, dass der Angeklagte psychisch alles andere als stabil ist. Bereits drei Mal befand er sich stationär in einer psychiatrischen Einrichtung. Zum Tatzeitpunkt stand er nicht nur unter Alkohol-, sondern auch unter Medikamenteneinfluss.

"Geht in Ordnung"

Bereits seit Jahren war der Bursche mit einer jungen Frau zusammen, die von ihm schwanger wurde und mittlerweile allein erziehende Mutter einer sechsmonatigen Tochter ist. Zu dem Aussetzer in und vor der Disco kam es dann, weil seine damalige Lebensgefährtin kurz vorher Schluss mit ihm gemacht hatte. Das verkraftete der Heranwachsende offenbar nicht und flippte bei der erstbesten Gelegenheit aus.

Als die Einträge aus dem Bundeszentralregister verlesen wurden, war schnell klar, dass der 19-Jährige kein unbeschriebenes Blatt ist. 2011 war er wegen Trunkenheit im Verkehr und erst Mitte dieses Jahres auch wegen Körperverletzung verurteilt worden. Trotzdem plädierte der Staatsanwalt - wie von der Jugendamtsmitarbeiterin vorgeschlagen - darauf, wegen Reifeverzögerungen Jugendstrafrecht anzuwenden.

Als Vertreter der Anklage schlug er dem Gericht vor, dem Beschuldigten eine stationäre Therapie aufzuerlegen. Zudem kämen eine Kontaktsperre zur Ex-Partnerin und ein einjähriges Alkoholverbot in der Öffentlichkeit in Betracht.

Jugendrichter Martin Kober verhängte jedoch mit dem einwöchigen Dauerarrest ein so genanntes Zuchtmittel. Diese Sanktion wird häufig als Abschreckung gebraucht, das bedeutet, der Jugendliche soll "einen Geschmack" davon kriegen, was es heißt, für längere Zeit gesiebte Luft atmen zu müssen. Und, um das künftig zu vermeiden, ein rechtstreues Leben führen. Äußerlich ungerührt nahm der Verurteilte den Richterspruch mit den Worten "Geht in Ordnung" entgegen. Damit ist das Urteil bereits rechtskräftig.