36 Kinder in Haßfurt und 65 Kinder und Jugendliche betätigten sich in den Ferien als Zirkusleute: Der Circus Lauenburger macht in Wonfurt immer Winterpause und ist inzwischen bekannt für sein pädagogisch wertvolles Wirken an Schulen und in Ferienzeiten.

In diesem Jahr machte die Familie Lauenburger auch Station in Ebelsbach und Circus-Chef André Lauenburger war sichtlich bewegt von dem großen Echo. Selten beteiligten sich so viele Kinder wie in Ebelsbach, erklärte er nach der Vorstellung vor Kurzem. Für die 400 Zirkusse in Deutschland ist es nicht leicht zu überleben angesichts der vielen Freizeitangebote. Das große Interesse der Ebelsbacher Kinder freute ihn, und er war ganz beeindruckt, welche Kunststücke die Buben und Mädchen in der Vorstellung zeigten. Lauenburger erklärte, es sei eine besondere Motivation für weitere Zirkusprojekte.

Jeweils eine Woche lang durften die Buben und Mädchen in Ebelsbach und jetzt in Haßfurt trainieren. In Haßfurt an der Schule im Nassachtal ist die große Aufführung am heutigen Freitag, 30. August, um 17 Uhr.

Echte Begabungen

Kleine Akrobaten, Seiltänzer, Trapezkünstler, Clowns, Hula-Hoop-Tänzer, Einradfahrer, Teller-Dreher, Diabolo-Spieler und Jongleure sind entstanden. Trainer sind Circus-Chef André Lauenburger und seine Kinder Manoel, Chiara, Charlize und Marvin, die zudem bei den öffentlichen Vorstellungen in der Manege agieren. Auch Ehefrau Nadine Lauenburger kümmert sich um die Kinder während der täglich drei Stunden Zirkusluft.

Erfahrungen mit Kindern hat die Familie Lauenburger in den vergangenen Jahren bei vielen Schul-Projekten auch im Landkreis Haßberge gesammelt. "Auch in dieser Woche können die Kinder und Jugendlichen einmal hinter die Kulissen blicken, selbst erleben, wie es im Circus zugeht und vor allem erfahren, wie viel Arbeit hinter einer Aufführung steckt", sagte Nadine Lauenburger. und: "Sie lernen, an einer Sache dranzubleiben und nicht aufzugeben, mit völlig fremden Jungen und Mädchen zusammenzuarbeiten, neue Freundschaften zu schließen und gegenseitige Verantwortung zu übernehmen. Denn im Circus muss sich jeder auf jeden verlassen können."

Natürlich stärkt so eine Woche das Selbstwertgefühl der Kinder, ihr Körpergefühl, ihre Konzentration, Motorik und Koordination. Neben dem "sinnvollen Zeitvertreib" werden die Kinder im Benehmen geschult und erlernen Durchhaltevermögen. "Manchmal muss man schon die Zähne zusammenbeißen", so Nadine Lauenburger. Denn was im Circus so leicht aussieht, ist gar nicht so einfach, wenn man nicht schon lange trainiert hat. André Lauenburger ist positiv aufgefallen, dass die Kinder insgesamt sehr motiviert sind. "Viele üben sehr fleißig und freuen sich dann auch über die Fortschritte", sagte er und seine Frau fügte an: "Einige haben einen großen Ehrgeiz entwickelt und könnten fast schon alleine in der Manege auftreten!" Das liegt auch daran, dass fast die Hälfte der Kinder schon zwei- bis dreimal am Ferienprogramm hier teilgenommen hat.

Die jüngsten Teilnehmer in Haßfurt sind Katharina und Anna Maria Neubert. Die vier und fünf Jahre alten Schwestern haben nicht nur gelernt, Hula-Hoop-Reifen zu schwingen. Sie üben auch kleine Kunststücke mit den Pois ein. Die zehnjährige Felicia Haar aus Haßfurt, die schon sechsmal dabei war, erzählte, dass ihr alle Kunststücke, die im Circus Lauenburger eingeübt werden können, gefallen. "Es ist auch schön, dass man im Circus Kunststücke sieht, für die man teilweise jahrelang üben muss", sagte sie. Sie ist sich sicher, dass ihr ihre Darbietung am Trapez bei der Vorführung gut gelingt. "Bisher waren die Vorstellungen immer sehr schön", sagt sie. Lena Weigl aus Haßfurt fährt heuer mit dem Einrad über die Slackline fahren. "Es ist gar nicht so schwer, wie ich dachte, wenn ich an einer Hand gehalten werde", berichtete sie. Sie ist außerdem Teil der Akrobatikgruppe. Am Freitag, 30. August, ist Einlass schon um 16.15 Uhr.