Den Festabend anlässlich des 55-jährigen Bestehens des CSU-Ortsverbandes werden die Gäste in Erinnerung behalten. Schon die musikalische Eröffnung durch den Freizeitchor Neubrunn unter der Leitung von Franz Rödelmaier mit dem Lied "Gut wieder hier zu sein" und "Mein Heimatland ist unser schönes Franken" setzte ein Glanzlicht. Und die Liedauswahl für den Abend mit einem Walzerpotpourri und vielen heimatverbunden Liedern passte zu den Themen, die auf dem Programm standen.

Folgender Rückblick wurde von der Vorsitzenden Lilo Stubenrauch vorgetragen: "55 Jahre sind eine stolze Zahl. Der Ortsverband Neubrunn wurde am 24.10 1963 gegründet. Ein kurzer Rückblick auf das Jahr 1963: Im Juni besuchte John F. Kennedy Berlin und hielt eine vielbeachtete Rede, die er mit dem legendären Satz: "Ich bin ein Berliner" beendete. Keiner ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass er bereits im November einem schrecklichen Attentat zum Opfer fallen würde.

In den USA ging die Rede von Martin Luther King mit den Worten "I have a Dream" in die Geschichtsbücher ein. In Deutschland übernahm, nach dem Rücktritt von Konrad Adenauer, Ludwig Erhart als zweiter Kanzler der Bundesrepublik Deutschland das Amt des Bundeskanzlers.
In dem kleinen Nachbarort Dörflis erblickten 1963 neun Kinder das Licht der Welt. Zu dieser Zeit waren die Geburtenraten noch hoch und niemand musste sich Gedanken um die Schließung von Schulstandorten machen.


Der erste Vorstand

In Neubrunn gründeten elf Personen einen CSU-Ortsverband. Wir nehmen an, dass es elf Männer waren. Über die Hans-Seidel-Stiftung haben wir das Gründungsprotokoll erhalten. Es waren elf Mitglieder anwesend, davon sind sechs namentlich genannt. Dies waren Hans Hümmer als 1. Vorsitzender, Elmar Rennert als 2. Vorsitzender, Leopold Derra und Manfred Sauer als Schriftführer, Hans Schorr und Johann Schneiderbanger als Kassenwarte.

Von den namentlich genannten weilt nur noch unser Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzender Elmar Rennert unter uns. Er nimmt dann an unserer Talkrunde teil und kann bestimmt die eine oder andere Anekdote von damals zum Besten geben.

Die Geschicke des Ortsverbandes wurden von der Gründung 1963 bis heute von nur sieben Vorständen geleitet. Hans Hümmer führte den Verband für vier Jahre, ihm folgte Elmar Rennert, der für 20 Jahre im Amt blieb. Unser jetziger 2. Vorsitzender Horst Gehring führte den Ortsverband für 22 Jahre. Danach wurde Norbert Reinwand gewählt und blieb vier Jahre im Amt, ihm folgten Jochen Steppert und darauf Peter Stretz für jeweils zwei Jahre. Im Mai 2017 wurde ich als erste Frau an die Spitze des Verbandes gewählt und werde von Horst Gehring und allen anderen des Gremiums bestens unterstützt.

CSU steht für Christlich Soziale Union. Diese drei Themenfelder sind für unsere Mitglieder die Grundlage ihres Handels. Ich denke das zieht sich durch die ganzen 55 Jahre und ist immer noch aktuell. Im Laufe unsere Veranstaltung werden wir noch die Ehrungen unserer langjährigen Mitglieder vornehmen, die bereits seit 40 (Manfred Weingold und Bernhard Hümmer), für 30 (Paul Stubenrauch) oder zehn Jahre (Eva Maria Schmitt, Norbert Reinwand, Andreas Schneiderbanger) unserer Gemeinschaft die Treue halten.


Gut funktionierende Gemeinschaft

Unsere Dörfer sind christlich geprägt, was sich auch in dem täglichen Miteinander in unserem Leben widerspiegelt. Der Grundstein für unsere Gemeinschaft wurde vor 55 Jahren gelegt. Es beeindruckt bereits über Jahre, wie das Zusammenwirken der einzelnen Kräfte eine gut funktionierende Dorfgemeinschaft erkennen lässt. Die Vereine gehen aufeinander zu und meist sind es viele, die in mehren Vereinen tätig sind, womit der Zusammenhalt gelebt wird. Ich denke dies war damals der Grundgedanke bei der Gründung des Ortsverbandes und blieb bis heute bestehen.

Es ist immer wieder herausragend, was in den Dörfer geleistet wird. Das sollten auch unsere Politiker erkennen und honorieren. Wenn man alleine sieht, was in unserem Neubrunn alles geleistet wird, wie wir an unserer schönen Halle sehen können. Viele, denen man davon erzählt, können das gar nicht glauben und nachvollziehen.

Für die Neubrunner war das damals gar nicht einfach, nach Kirchlauter eingemeindet zu werden, und es gab viele Reibereien. In unserem Ortsverband wurden nach der Gemeindegebietsreform die Kirchlauterer mit aufgenommen. So haben wir die Mitglieder der CSU Kirchlauter bei uns eingemeindet.

Auch hier kann ich nur sagen das bei allen Veranstaltungen immer darauf geschaut wird, dass diese abwechselnd in den beiden Orten stattfinden. Vor allem unser traditionelles Fischessen am Freitag nach Aschermittwoch haben schon zahlreiche Persönlichkeiten besucht und und es bleibt ein alljährliches Highlight. Man kann auch sagen, dass alle Veranstaltungen, egal in welchem Ort sie stattfinden, immer von beiden Orten gut besucht sind.

Es ist schön auf 55 Jahre aktive Vereinsarbeit zurückzublicken und mit euch allen diesen schönen Festabend zu verbringen."


Die Erinnerungen

An der Talkrunde nahmen das Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzender Elmar Rennert, sowie Albert Meyer, Bernhard Hümmer und Heinz Stretz teil. Es ging um die Zeit der Gründung des Ortsverbandes sowie die Gemeindegebietsreform. Elmar Rennert ist bereits seit 60 Jahren Mitglied der CSU. Das liegt daran, dass er als junger Mann im Winter mit dem Fahrrad nach Ebern gefahren ist, um der CSU beizutreten, und dann Initiator für die Gründung eines Ortsverbandes in Neubrunn war.

Heinz Stretz erzählte eine Geschichte aus der Zeit der Landkreisreform. Da hatte ihn sein Freund Elmar Rennert auf die Kreistagsliste setzen lassen, ohne ihn vorher zu fragen. Sein Einverständnis hat er erst im Nachhinein eingeholt. Auch auf die Zwangsehe von Neubrunn und Kirchlauter ging er ein. Es war demnach nicht der Wunschgedanke der beiden Ortschaften, jedoch hat sich innerhalb der 40 Jahre eine aufstrebende und schuldenfreie Gemeinde entwickelt.

Bernhard Hümmer berichtete über die Junge Union in Kirchlauter, die 1975 von Peter Kirchner gegründet wurde und über die Einführung der Schulverbände. Albert Meyer als ehemaliger Vertreter des Landkreises Haßberge im Landtag München berichtete, dass es ihn mit Dankbarkeit erfülle, was er für Möglichkeiten hatte, die Heimat und die Ortschaften im Landkreis zu unterstützen. Heute seien die Zeiten wesentlich schwieriger, da Steffen Vogel einen größeren Stimmkreise zu vertreten habe.

Anschließend wurden die langjährigen Mitglieder von MdL Steffen Vogel geehrt, und zwar für 40 Jahre Bernhard Hümmer und Manfred Weingold, für 30 Jahre Paul Stubenrauch und für zehn Jahre Eva Maria Schmitt, Norbert Reinwand und Andreas Schneiderbanger.


Vogel: Wichtig ist die Infrastruktur

In seiner Festrede stellte Vogel im Rückblick fest, dass aus der CSU Neubrunn drei Kreisräte hervorgingen. Zuerst Elmar Rennert, später Peter Stretz und Jochen Steppert. Sich in einem Ehrenamt für eine Partei zu engagieren, stärke die Gemeinschaft. Und es sei keine Selbstverständlichkeit, dass jemand seine Freizeit opfert, um sich für die eigene Gemeinde einzusetzen und die Heimat voranzubringen.

Wirtschaftliche Entwicklung findet Vogel zufolge nicht nur in den Ballungsräumen statt, sondern auch im ländlichen Raum. Wichtig sei eine gute Infrastruktur, damit die Menschen in ihren Heimatdörfern wohnen bleiben und den etwas weiteren Weg zu ihrer Arbeitsstelle in Kauf nehmen. Über acht Millionen Euro seien in den letzten fünf Jahren in das Straßennetz im Raum Neubrunn investiert worden, wie die Straße Richtung Ebelsbach zeige.


"Keine Berliner Verhältnisse"

Zu der Debatte um Kreuze in den öffentlichen Gebäuden merkte Vogel an, dass man sich wieder auf seine Wurzeln besinnen dürfe und stellte heraus, was die Kirchen in der Gesellschaft leisten - vom christlichen Träger eines Kindergartens bis zu den kirchlichen Pflegediensten.

Zum Schluss bemerkte er: "Es besteht die Gefahr, dass im Herbst sechs Parteien in den bayerischen Landtag einziehen könnten. "Wir wollen keine Berliner Verhältnisse, das würde die Lebensbedingungen in unserem Bundesland drastisch verändern."

Bevor man zum gemütlichen Teil überging, wurden noch ein paar Lieder vom Freizeitchor vorgetragen und als Abschuss sang man gemeinsam das Frankenlied.