Besonders beim Heimatfest, das die Schnupferfreunde am Wochenende in Verbindung mit dem 45. Jubiläum im "Waldstadion" feierten. Das Fest dient der Geselligkeit und liefert den Grundstock fürs Vereinsleben. "Bei uns gibt es keinen Beitrag, nur freiwillige Spenden", erzählt Vorsitzender Frank Buschbeck, der die Schnupferfreunde seit drei Jahren anführt.


Nur einen Tag im Amt

Viele Vorgänger hat es in den 45 Jahren nicht gegeben. Der Ursprung geht auf eine Schnapsidee zurück. Geboren bei einem Kappenabend im Dorfwirtshaus "Hohler Stein". "Irgendwie hat einer mit dem Schnupfen angefangen und der Verein war gegründet", erinnert sich Ehrenvorsitzender Alfred Walz. Der erste Vorsitzende amtierte genau einen Tag, möglicherweise war er da wieder zur Besinnung gekommen. Sein Stellvertreter war ein drei Viertel Jahr im Amt, ehe er verzog und dann folgte 42 Jahre lang Alfred Walz.

Der kennt jeden Riechkolben seiner Mannen, die zwischen 17 und 81 Jahre alt sind. "Jünger geht nicht, weil das Mindestalter liegt bei 16 Jahren - wegen des Rauschmittels", erklären die Vereinsverantwortlichen, die sich über fehlenden Zulauf dennoch nicht beschweren können.


Kein Wettbewerb

Und so waren auch beim Schnupfer- und Heimatfest zwischen 60 und 70 Helfer an den fünf Tagen (mit Auf- und Abbau) im Einsatz. Gäste gab's genug, auch vom Patenverein aus Dorgendorf oder den befreundeten Feuerwehren aus Wasserberndorf oder Weißenbrunn.

"Wir haben über 50 Ehrenmitglieder, weil die über 70 Jahre alt sind", verweist Alfred Walz auf die Mitglieder-Statistik. "Des waren damals alle mal junga Leut'." Dazu gehört auch Altbürgermeister Rolf Feulner, ein passionierter Schnupfer. "Der hat uns im Verlauf der Jahrzehnte immer unterstützt", blickt Walz zurück. Sei es bei der Festgenehmigung, als das Landratsamt die Festeflut eindämmen wollte, oder beim Bau von Strom- und Wasserleitung.

Ein Riechkolben-Wettkampf gehört nicht zum Festprogramm. "Wir haben in den 80er Jahren mal im bayerischen Wald teilgenommen und gut abgeschnitten und auch bei der deutschen Meisterschaft zugeschaut. Da geht es um Zeit und Menge. Da wird aber auch viel geschummelt", weiß Alfred Walz.

Zum Ritual des Festes gehört vielmehr der Bieranstich, den der Schirmherr, Thomas Limpert (CSU), mittels Handflächen-Schlag bravourös erledigte. Vor seiner ersten Festrede war er nach eigenem Bekunden "sehr nervös". Da halfen auch keine Brisen vorher.

So sprach er erst von den "Sportfreunden", dann von den "Schnupperfreuden", um sie dann für ihre Heimatverbundenheit und gesellschaftlichen Aktivitäten zu loben, wie sie auch bei Spenden für Kirchengemeinden, Käppelesbauverein, Kinder in Afrika, die Lebenshilfe oder der Linus-Aktion zum Ausdruck kämen.

Zum Thema Heimat erklärte Limpert: "Man weiß erst, was man daran hat, wenn man sie nicht mehr hat." Und dazu zählte er auch das Herumfahren mit einem EBN-Kennzeichen oder einfach das Zusammensitzen mit guten Freunden.Als Geschenk hatte Limpert ein Schnupfer-Lexikon und eine Schnupfmaschine parat.