"Eine starke Frau, ein starker Abgang". Nach 44 Dienstjahren wurde Hannelore Glass, Rektorin der Dreiberg-Schule Knetzgau, mit einem großen Bahnhof unter Beisein zahlreicher Gäste verabschiedet. Die gesamte Schulfamilie machte dem "pädagogischen Urgestein" mit einem bunten Rahmenprogramm ihre Aufwartung. Während sich die Schüler mit Sketchen, Tanz und Gesang verabschiedeten, honorierten die "Großen" das Engagement einer engagierten Ideengeberin mit vielen Worten.


Tolles geleistet

Nur wenige Wochen nach ihrer eigenen Verabschiedung gab Ulrike Brech, noch einmal die Schulamtsdirektorin sprach als langjährige enge Wegbegleiterin die Laudatio für eine herausragende Lehrkraft und hochgeschätzte Persönlichkeit. Brech bezeichnete Hannelore Glass als eine, die richtig gut in ihrem Beruf war, und wie man es am neu renovierten Schulhaus sehen konnte, Tolles geleistet und vollendet habe.
Nach dem Studium an der Uni Bamberg kam die junge Lehramtsanwärterin aus dem Landkreis Bayreuth gemeinsam mit ihrem späteren Ehemann Manfred an die Hauptschule nach Knetzgau. In Knetzgau kam Tochter Cordula zur Welt. Die schulische Karriere führte Hannelore Glass 2001 zunächst als Konrektorin an die Grund- und Mittelschule Theres, um vier Jahre später zur Rektorin ernannt zu werden. Dort hatte Hannelore Glass als Bauherrin das Gesicht der Schule geliftet und zeitgemäß umgestaltet. An die Dreiberg-Schule Knetzgau wechselte Glass im Jahr 2011. In diesen sechs Jahren wurden unter der Federführung der scheidenden Rektorin viele Projekte angestoßen und umgesetzt: Jahrgangsmischung, Ganztags- und Bilinguale Schule, "Learning through the arts" sowie eine Schulpartnerschaft mit Finnland.


Pädagogin und Bauherrin

Zeitgleich war es Hannelore Glass gelungen, ein neues pädagogisches Konzept zu konzipieren und gemeinsam mit Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus (CWG/SPD) das Schulhaus auf den Kopf zu stellen. Die Dinge nicht unvollendet lassend hatte Hannelore Glass die Berufszeit zweimal um insgesamt 18 Monate verlängert bis zur Fertigstellung der Sanierungsarbeiten am Schulgebäude, in dem nach den Faschingsferien wieder der Schulbetrieb aufgenommen wurde. Claudia Schmitt, die heutige Leiterin des Schulamtes, übergab an Hannelore Glass die seit eineinhalb Jahren bereitliegende Entlassungsurkunde.

Als eine Persönlichkeit, die die Zeichen der Zeit erkenne, Entwicklungen anstoße und begeistern könne, bezeichnete stellvertretender Landrat Michael Ziegler (CSU) die scheidende Rektorin, für die er seine eigene Wertschätzung sowie die des Landkreises ausdrückte. Innovative Bildungsarbeit sei das Leitmotiv von Hannelore Glass gewesen. Mit ganzer Kraft habe sie sich für die Schule, das Kollegium und die Kinder eingesetzt. Ziegler dankte Glass, der es gelungen sei, "ihre" Schule hervorragend aufzustellen und sie fit für die Zukunft zu machen. Die Aufgabe als Schulleiterin sei eine Herzensangelegenheit und Lebensaufgabe gewesen. Glass sei eine Frau, die mit Leib und Seele Lehrerin war, die zwar forderte, sich aber auch unermüdlich für sie einsetzte.
Bürgermeister Paulus würdigte, dass die Schulleiterin bereit war, nicht nur die Verantwortung für Schüler und Lehrkräfte, sondern für vieles nebenher zu tragen. Viele Projekte seien unter ihrer Regie angestoßen worden, , um Kinder zu starken Persönlichkeiten zu machen.


Ein Dank mit Freud

Grußworte überbrachten für den örtlichen Personalrat Vorsitzender Matthias Weinberger und für das Lehrerkollegium Nina Fuchs und Anna Farmand. Ein eigens für die Feier zusammengesetzter Chor versprach: "Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an". Segensworte für Hannelore Glass und ihren Ehemann Manfred sprach Pfarrer Kai Thorsten Garben. Der Elternbeirat unter Vorsitz von Nadine Vogt-Pantazis und Sandra Reßmann sprach Dankesworte .

Hannelore Glass ihrerseits zitierte Sigmund Freud: "Gegen Angriffe kann man sich wehren - gegen Lob ist man machtlos". Am Tag des Abschieds aus dem Berufsleben, empfinde sie Wehmut, Zufriedenheit und vor allem Dankbarkeit.