Ein Rapsfeld bei Bramberg, darinnen steht Michael Schneider und zählt Pflanzen. Er soll feststellen, welcher Ertrag bei der Ernte zu erwarten ist. Das kann dauern bei über vier Hektar Fläche....
Durchzählen ist nicht, logisch. Zumal die beiden Prüfer Clemens Schmittfull und Erhard Prinz eine schnelle Antwort von Schneider erwarten. Der zählt also nur die Pflanzen, die er auf einem Quadratmeter vorfindet, dann die Schoten und Samenkörner und rechnet im Kopf, dass etwa 0,3 Kilogramm Korn pro Quadratmeter zu erwarten sind. Für den Hektar (das sind 10 000 Quadratmeter, entspricht etwa der Größe von eineinhalb Fußballfeldern) macht das dann 3000 Kilogramm. Die Prüfer nicken zufrieden.


Mehrere Runden

Der Wert, der dabei herauskommt, diene der Orientierung, man könne damit ungefähr einschätzen, welche Ernte zu erwarten sei, sagt Martin Mack. Der "Ausbildungsberater Landwirtschaft für Unterfranken" vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Schweinfurt hat seine Schützlinge gerade in die verschiedenen praktischen Prüfungsrunden geschickt. Dem Nachwuchs traut er viel zu, "die sind gut drauf", sagt er.
Michael Schneider aus Burgpreppach ist einer der sechs Prüflinge, die am gestrigen Donnerstag nach Bramberg gekommen sind, um ihre Abschlussprüfung abzulegen. Mit Tobias Schmitt aus Hofheim ist ein weiterer Kandidat aus dem Kreis Haßberge dabei. Auf dem Hof von Biolandwirt Rainer Schauer und auf umliegenden Feldern auch von anderen Landwirten sind die Prüflinge und ihre Prüfer zu Gange. Bis in den Nachmittag dauern die Prüfungen, bei denen Fachwissen über Tiere, Pflanzen und etwa auch Maschinentechnik abgefragt wird und praktisch angewendet werden muss. An insgesamt sechs Terminen in Unterfranken werden heuer 74 Nachwuchslandwirte geprüft, wie Ausbildungsberater Mack erklärt. Und wie lief's in Bramberg? "Alle bestanden", sagt Mack - mit seiner Einschätzung am Morgen lag er richtig.