Die Zeiler Kräuterhexe, im wahren Leben geprüfte Kräuterführerin Christine Karl, weihte ihre kleinen Lehrlinge in die Geheimnisse der Pflanzenwelt ein. Es drehte sich um Plantago Lanceolata, Urtica Dioica, besser bekannt unter den Namen Spitzwegerich und Brennnessel.

Zum Reinlegen gut ...

"Da kann man sich reinlegen", wusste Niklas, und das stimmt, pflichtete ihm die Kräuterhexe bei, denn ein "Brennnesselbad" hilft bei Rheuma. Die Kinder fanden es auch sehr spannend, dass man die brennende Brennnessel überlisten kann, indem man die Blätter von unten her anstreicht und pflückt. Das probierten sie aus.

Und woran erkennt man die weiblichen Brennnesselpflanzen? "Die haben längere Haare", wusste Antonia, und meinte damit die langen, vollgepackten und herabhängenden Samenstände. Was man alles aus der Brennnessel machen kann, das wusste Emilia schon: "Tee!"

Spitzwegerich auf Schürfwunden

Beim Spitzwegerich fragte Marie nach etwas, das sie schon einmal gehört hatte: "Kann man den auch auf Schürfwunden tun?" Und die Kräuterhexe gab ihr Recht und freute sich, dass sie schon so viel weiß. Die Geschichte vom Spitzwegerich, der kein Spitzwegerich mehr sein wollte, las Christine Karl den Kindern unter dem Nussbaum vor, und obwohl es recht heiß an diesem Nachmittag war, hörten alle ganz gebannt zu. Schließlich hielt der Nussbaum auch alle Insekten-Plagegeister fern.

Nach dem Sammeln auf der Wiese schmeckte in der Hexenküche (Mittagsbetreuung in der Grundschule) der Powertrunk. Den können sie selbst auch ganz leicht machen, wie die Kinder erfuhren, indem sie am Tag zuvor eine Handvoll Brennnesselblätter in ein mit Wasser gefülltes Gefäß geben.

Zu essen gab es Brennnessel-Chips, geröstete Urtica-Blätter, mit Nudeln. Das schmeckte allen, auch dem Vorsitzenden Günter Schneider und später den Eltern, die auch dazukamen. Nachspeise war Apfelsalat mit Spitzwegerichblättern - lecker.

Für die Mamas nahmen die Buben und Mädchen die Rezepte mit nach Hause. Vielleicht kocht ja doch mal jemand ein Hexenmahl nach?