Losbergsgereuth könnte bald eine neue Ortsdurchfahrt bekommen. Der Kreistag des Landkreises Haßberge hat die grundlegende Erneuerung der Kreisstraße in seinen Haushalt 2015 aufgenommen. Jetzt sind die Anwohner gefragt, ob sie das möchten. Denn natürlich fallen hohe Kosten an, die sie zum Teil selbst tragen müssten. Insgesamt beläuft sich die Maßnahme auf rund 800 000 Euro, rund 300 000 Euro davon müssen sie finanzieren. Die Entscheidung muss bis zum Januar gefallen sein.
Bürgermeister Willi Sendelbeck (SPD) hatte am Montag zu einer Bürgerversammlung ins örtliche Feuerwehrhaus eingeladen. Mit dabei waren auch Alfons Schanz, der Leiter der Tiefbauverwaltung im Landratsamt, Martin Lang, der Leiter des Bauamts der VG Ebern, ein Vertreter des Planungsbüros Baur Consult und natürlich von fast jeder Einwohnerfamilie mindestens ein Mitglied. Sie hatten viele Fragen.

Beiträge der Anwohner

Der Hauptpunkt war: "Muss man wirklich einen teuren Neuausbau machen oder genügt eine umfangreichere Sanierung?" Nein, war da die deutliche Antwort von Josef Müller vom Bauamt Ebern, der die Maßnahme bearbeitet. "Eine Ortsstraße gilt nach 20 Jahren als verbraucht, so sieht es das Recht vor", betonte er. Deshalb müssen die Anlieger nach dem kommunalen Abgabengesetz, das auch für Rentweinsdorf gilt, zu Beiträgen herangezogen werden.
Und das kann im Einzelfall teuer werden. Mit mehr als 20 000 Euro sind die Eigentümer der größten Anwesen dabei. Viele, darunter auch Rentner, müssten hohe vierstellige Beträge bezahlen. Entsprechend angespannt war die Stimmung. Viele fragten sich, ob wirklich jeder Baum und jedes Detail so sein muss, als sie die ausführlichen Pläne, vorgestellt vom Ingenieurbüro Baur Consult, sahen. Und sie hakten nach. Insgesamt soll die knapp 600 Meter lange Kreisstraße überall auf 5,50 Meter Breite ausgebaut werden. Lediglich an einer Engstelle, kurz vor dem südlichen Ortsausgang, sind nur 4,20 Meter möglich, weil dort zwei Häuser direkt angrenzen. Neben der Straße soll auf einer Seite noch ein 1,50 Meter breiter Gehsteig verlaufen, der im Bereich der Engstelle aber auf 50 Zentimeter Breite an den schmalsten Stücken zusammenschrumpfen muss. Am südlichen Ortsausgang soll außerdem die Zufahrt eindeutiger geregelt werden und die Straße, die zu einem landwirtschaftlichen Anwesen mündet, deutlich als untergeordneter Weg gekennzeichnet werden.

Weitere Besprechung geplant

Weiter möchte die Gemeinde, wenn die Straßenbaufahrzeuge schon da sind, die Ortsmitte mit dem Hochwasserbehälter, die Zufahrt zum hinteren Bereich der Feuerwehr mit dem Feierplatz und den arg kaputten Beginn der oberen Siedlungsstraße instand setzen. Der Kreis würde die Fahrbahn der Kreisstraße inklusive der Randsteine komplett bezahlen. Das ist auch der größte Einzelbrocken. Die Anlieger müssten den Gehweg zu 55 Prozent finanzieren, 45 Prozent würde die Gemeinde tragen. Hier beläuft sich die Summe auf rund 200 000 Euro. Die Grundsanierung der kleinen Ortsmittestraße würde rund 70 000 Euro kosten. Da es aber eine gewidmete Nebenstraße ist, fallen hier 80 Prozent auf die Anwohner zurück. Ebenso verhält es sich bei der Zufahrt und dem Platz hinter der Feuerwehr mit 50 000 Euro und der Einmündung der oberen Siedlungsstraße mit 40 000 Euro.
In rund zweieinhalb Wochen soll die nächste Besprechung stattfinden. Diese wird der neu gewählte Ortssprecher Stefan Batz organisieren. Hier sollen auch die Kosten nochmal genauer aufgeschlüsselt werden. In Bereichen, wo es möglich ist, etwa beim Straßenpflaster, sollen verschiedene Alternativen vorgerechnet werden, ebenso bei der Begrünung. Hier machten der Zweite Bürgermeister Kurt Weißheimer (ÜWG) und Bauamtsleiter Martin Lang aber deutlich: "Ihr plant für die nächsten 20, 25 Jahre, überlegt euch, wie euer Dorf dann aussehen soll. Auch wenn Bäume jetzt Arbeit machen und teuer sind, kann das Grün dann eine Bereicherung sein." Vorgestellt werden sollen außerdem neue Straßenlaternen.

Weitere Meldungen aus der Bürgerversammlung

Feuerwehrhaus Das Feuerwehrhaus wird derzeit umgebaut und verschönert. Der Anbau ist schon fertig. Demnächst ist der Giebel dran und eine neue Haustür kommt. Die Finanzierung wird diskutiert.

Spielgeräte Der Spielplatzverein hat einen Zuschussantrag für neue Spielgeräte, eine Sitzgarnitur und ein Ballfangnetz an den Gemeinderat gestellt.

Internet Der Breitbandausbau soll bis 2018 kommen, sagte Bürgermeister Willi Sendel-beck. Die Leerrohre würden beim Straßenbau gleich eingelegt.

Leitungen Vor einem Baubeginn an den Straßen findet eine Befahrung der Wasser- und Kanalleitungen statt. Die Kosten dafür fließen in die Abwassergebühr ein.