Das Nahwärmeprojekt der Gemeinde Wonfurt stellte Bürgermeister Holger Baunacher in den Fokus einer außerordentlichen und themenbezogenen Bürgerversammlung in der Turnhalle. Bereits kurz nach seiner Wahl im Jahre 2013 hatte er sich der JL-Politiker für die Vision "Nahwärmenetz mit Blockheizkraftwerk" in Wonfurt starkgemacht. "Die Gemeinde möchte die Versorgungssicherheit gewährleisten, und zwar ohne Gewinnabsicht mit einem überschaubaren und konstanten Energiepreis. "Das wichtigste Ziel ist, in die Zukunft zu denken", so Baunacher. Die rund zweistündige Versammlung ging sachlich und konstruktiv mit großem Interesse für die Energiewende über die Bühne. Die Ingenieure Anton Riedmayr und Sven Schuller vom Institut für Energietechnik IfE GmbH an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden informierten die rund 40 Teilnehmer, darunter auch Anwohner, die außerhalb des geplanten Versorgungsgebietes wohnen, mit einer ausführlichen Präsentation über das im Bereich Hauptstraße und Speiersbaumer Weg geplante Projekt.


Voller Erwartung

Auch der 66-jährige Alfred Dietrich, der am Ortsende von Wonfurt wohnt, kam als "Energie-Rückständiger" mit großem Interesse zur Versammlung, weil "ich immer noch mit Öl und Holz heize. Aber ich bin sehr offen für die erneuerbare Energieversorgung, so Dietrich vor dem Beginn der Versammlung. "Ich bin gespannt, wie hoch die Unkosten sind und ob es sich überhaupt rentiert".

Er glaubte zu wissen, dass die Realisierung in einer Stadt einfacher und günstiger ist. Dennoch sei für ihn, als Befürworter klar, dass "die geplante Nähwärmeenergie vor allem für unsere jungen Generationen ein wichtiger Schritt in die Zukunft ist."

Für Bürgermeister Holger Baunacher stehen zwei konkrete Faktoren im Vordergrund: "Den Energiepreis konstant unter zehn Cent zu erzielen und eine drastische CO2- Einsparung."


Zunächst gibt's eine Vorstudie

Nach seiner Einschätzung werden circa drei bis sechs Monate bis zu einer endgültigen Beschlusslage im Gemeinderat vergehen. Vorher werde eine erweiterte Vorstudie mit wirtschaftlicher Betrachtung erstellt. Hierfür werden persönliche Umfragen "von Haus zu Haus" durchgeführt, um alle Eckdaten für die Umsetzung mit verlässlichen Zahlen der Anschlussnehmer (Verbrauchswerte, Sanierungsabsichten, Anschlussbereitschaft) berücksichtigen zu können.

Nicht zu vergessen sei die Förderfähigkeit durch mehrere Förderprogramme bis zu 50 Prozent, die allerdings von vielen Faktoren abhänge. Baunacher ist hierbei zuversichtlich, "alle Fördergelder ausschöpfen zu können."