Hunde sind nicht erst in jüngerer Zeit beliebt, denn die ursprünglichste Form des Hundesports kommt ja seit Jahrhunderten aus der Jagd. In Limbach tummelten sich am Wochenende aber viele Hundeführer mit ihren Vierbeinern, um einer ganz neuen Sportart nachzugehen. "Rally-Obedience" heißt diese und 30 Frauen und Männer absolvierten auf dem Parcour ihre Richterprüfung, mit welcher sie die Ausbildung in den Vereinen ermöglichen und die neue Sportart weiter verbreiten wollen.

"Rally-Obedience" ist tatsächliche eine relativ junge Sportart, die aus den USA kommt. Erst im Jahre 2000 schwappte sie nach Deutschland über und erst seit wenigen Jahren gibt es auch Turniere. "Rally-Obedience" trägt seinen Namen nicht von ungefähr. Es heißt so, weil es aufgebaut ist wie eine Rally: Das Mensch-Hunde-Team bewegt sich dabei möglichst schnell mit dem Hund bei Fuß oder an lockerer Leine durch einen Parcour mit verschiedenen Stationen. "Obedience" heißt Unterordnung, aber im Gegensatz zur klassischen Unterordnung und der hohen Schule des Gehorsams, dürfen hier Hund und Mensch während des Parcours nach Lust und Laune miteinander kommunizieren.

Der Hundeführer darf den Hund ansprechen, motivieren und anfeuern. Er darf Hör- und Sichtzeichen geben und darf sogar nach manchen Übungen eine Futterbelohnung geben. Tabu ist aber jegliche Korrektur des Hundes mit der Hand, Leine oder Stimme. Dahinter steht die Absicht, dass die Kommunikation und die partnerschaftliche Zusammenarbeit des Mensch-Hund-Teams im Vordergrund stehen. Das Team soll Freude an der gemeinsamen Arbeit haben und eine gute Zusammenarbeit erleben können.


Hundesport soll profitieren

"Endlich ein Hundesport für alle Zwei- und Vierbeiner, welche die gemeinsame Beschäftigung in den Vordergrund rückt und eine Hundesportart für die ganze Familie", ist die Meinung der Vorreiter. Die Sportart sei für fast jeden Hundehalter geeignet und passe zu den meisten Hunden. Es können alle Rassen teilnehmen, auch Mischlinge. Die Tiere müssen nur mindestens 15 Monate alt sein.

Unter den Führern sind nicht nur hundeerfahrene Personen angesprochen, schon Kinder können mit ihrem Hund Unterordnungsübungen probieren. Und nicht nur das, auch Hunde mit Behinderungen können hier teilnehmen und auch Hundeführer, die auf Fahrzeuge oder Rollstühle angewiesen sind.

Gerade hiervon versprechen sich viele Hundesportvereine wieder einen Aufwind für ihre Vereinstätigkeit. Das bisherige Training des Grundgehorsams bedeutete nämlich für so manch eher eine lästige Pflicht als ein Vergnügen, weswegen auch die Zahl an Hundebesitzern stagnierte, die an solchen Wettbewerben teilnehmen wollte. Man stellte deswegen Überlegungen an, Elemente der Unterordnung neu und attraktiv zu verpacken, um mehr Menschen und Hunde dafür zu begeistern. Und das scheint gelungen.

Die Kreisgruppe Unterfranken hatte nun Workshops ausgeschrieben wie jenen in Limbach mit der "Prüfung für Ausbilder". Die Teilnehmer aus dem Landkreis waren Heike Büttcher, Beate Sterzinger, Nicole Lorber, Marion Schmidt, Tatjana Geier, Heidi Brix, Sabrina Muth und Stefanie Brix von den "Hundefreunden Eltmann", Gerhard Mühlfriedel vom "Hundeverein Limbach" sowie Diane Henneberger und Simone Werner von "Hundesport Wonfurt". Wie es den Anschein hat, ist die neue Sportart, zumindest im Landkreis Haßberge, eine richtige "Domäne für die Damen".


Tiere dürfen gelobt werden

Unter der Aufsicht von Obfrau Vera Meier und Richteranwärterin Sabine Böhm hatten die Teilnehmer erst eine schriftliche Prüfung zu bewältigen, bevor sie mit ihren Hunden auf dem Parcour auch in die Praxis einstiegen. Die Aufgaben im Parcours bestanden dabei aus klassischen Unterordnungen wie Sitz-, Platz- oder Stehkommandos, Richtungsänderungen, Slalom um Pylonen und vielen anderen Dingen mehr. Statt Hindernissen wird hier jede Übung im Parcour mit einem Schild angezeigt, das die Aufgabe symbolisiert und dann vom Hund-Mensch-Team absolviert werden muss.

Die Teilnehmer waren von der neuen Sportart durchaus begeistert und sahen auch kein Problem für ihre Hunde, die ja auch schon an anderen Wettbewerben teilgenommen hatten. Heike Büttcher machte es sichtlich Spaß, mit ihrem Hund den Parcour zu absolvieren. "Das Schöne daran ist, dass Hund und Mensch während ihrer Arbeit ständig miteinander kommunizieren können und der Hund auch gelobt werden darf. Ich finde es auch toll, dass man Hunde mit Leckerli für ihre Arbeit belohnen kann. Auf diese Weise können Anfänger sie auch viel leichter zu Unterordnungen heranführen."