Der eine Mann erfreut sich an dampfenden Lokomotiven in Miniaturform, der andere düst eben gerne mit einem schicken Wagen durch die Gegend. Letzteres lebt Willibald Klarmann nicht nur privat, sondern geschäftstüchtig aus.

Eigentlich sind gelb-orangene Baumaschinen - von kleingartentauglich bis baustellengigantisch - sein Geschäft. Die werden über Klarmann-Lembach an Kunden in Baiersdorf, Suhl, Würzburg oder Eltmann verliehen oder verkauft. Seit August 2011 verfolgt der unterfränkische Unternehmer einen zweiten Geschäftszweig - und lebt so seinen amerikanischen Traum im heimischen Eltmann: "Eine andere Welt von Autos", wie Klarmann selbst sagt. Vom Dodge Ram Pickup über die Corvette bis hin zum Ford Mustang Cabrio, von 146 bis 405 PS, von 30- bis 100.000 Euro - am Ende des Gewerbegebiets in Eltmann stehen zwischen 15 und 20 Wagen, die er erstmal auf den deutschen Standard umgerüstet hat.

Schließlich müssen auch die importierten US-Fahrzeuge beispielsweise die Umweltplakette erhalten können. Bei den Luxus-Wohntrailern - seinen neuesten Liebhaberstücken auf dem Hof - kann so ein Umbau der Bremsanlagen, Räder, Voltanlagen ... schon mal an die 10 000 Euro kosten, bis sie auf den deutschen Straßen zugelassen werden, erklärt Klarmann.

Spielerei, die Geld kostet

Willibald Klarmann kann man nicht unbedingt als redselig bezeichnen. Doch mit der neusten Truck-Broschüre in der Hand läuft der 59-Jährige warm: "Der Klang vom V8, des ist kein Geblubber...", schwärmt er. "Und mit 400 PS, da geht halt was."

So dachte er schon bei seinem ersten Aufenthalt in den Vereinigten Staaten. Damals wurde ihm als Angestellter einer amerikanischen Firma ein Freiflug nach Las Vegas gesponsert, als Belohnung für erfolgreichen Handel in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Autos auf den amerikanischen Straßen und die voll gestellten Verkaufshöfe mit einem Aussichtsturm in der Mitte, damit Kunden wie Verkäufer den Überblick behalten, haben Willibald Klarmann damals "ganz schön imponiert". Auch ansonsten ist die Automobilwelt für ihn "immer bisschen Hobby gewesen" und "schon immer" waren es auch die "Ami-Autos", die es ihm angetan haben.

Nachdem er sich noch näher mit dem Markt beschäftigt hat, ging es ganz schnell: "Auto gesehen, gefallen, gekauft." Und dann eben aus den USA nach Deutschland rübergeholt, privat erstmals im Jahr 2008.

Im Urlaub kommen die Ideen

So wurden aus den US-Autos etwas ungewöhnliche Urlaubsmitbringsel. Zwei mal im Jahr reist er mittlerweile mit der Familie nach Florida in die eigene Villa, die ansonsten an Urlauber vermietet wird: "Im Sommer ist es sehr schön hier", sagt Klarmann über den Landkreis Haßberge. Nichtsdestotrotz, im Herbst und Winter, sei nur in der Karibik alles so schön grün und warm.

Mittlerweile sind die spritzigen Autos, Caravan-Anhänger im Luxusstil oder US-Trucks eine ein Million schwere Spielerei im professionellen Geschäftsstil. Von acht Millionen Umsatz macht eine Million das amerikanische Wagengeschäft beim Unternehmen Klarmann Lembach aus. An die zwölf Autos verkauft der Chef im Jahr - persönlich, versteht sich. An den "Privatmann, der will und liebt".