Das Projekt läuft, so nach und nach machen die Teilnehmer gute Schritte. Sie finden Freude an der eigenen Bewegung und Beweglichkeit, arbeiten an ihrem Ausdruck, lernen Gefühle durch Bewegung auszudrücken, ihre Sinne zu entfalten und ihr Selbstwertgefühl neu zu entwickeln. "Unsere Klienten hatten in dem Projekt die Möglichkeit, sich angstfrei auszuprobieren und unbekannte Potenziale zu entdecken, die sie in der alltäglichen Kommunikation ein- und umsetzen können", erklärt Therapeutin Birgit Hofmann-Betz. Sie spricht vom Projekt "Kreativer Tanz - Tanzimprovisation mit psychisch kranken Menschen".

Dieses Angebot konnte sie Klienten des sozialpsychiatrischen Tageszentrums der Caritas in Haßfurt in den vergangenen Monaten ermöglichen, weil die Caritasstiftung Würzburg den größten Teil der Kosten trug.
Tanzen ist Therapie bei vielen Krankheiten, auch bei psychischen Erkrankungen. Birgit Hofmann-Betz weiß das und nutzt gerne jede Möglichkeit, ihren Klienten mit besonderen Projekten unter die Arme zu greifen. Deshalb startete sie jetzt das Tanz-Projekt.

Wahrnehmungsstörungen beeinträchtigen Beziehungen

Psychisch kranke Menschen leiden unter Wahrnehmungsstörungen. Sie nehmen sich selbst und die Umwelt ganz anders wahr als das andere tun. Das beeinträchtigt die zwischenmenschlichen Beziehungen sehr. Schizophrene Menschen verlieren oft jegliches Selbstwertgefühl. Der Eindruck, dass die Umwelt mit Abwehr reagiert, erzeugt bei ihnen Angst und Anspannung. Diese Anspannung könne auch die Kontrolle des Körpers beeinträchtigen, bis hin zur Bewegungslosigkeit, erklärt Birgit Hofmann-Betz im Gespräch mit unserer Zeitung.

Deshalb war es ist so wichtig, dieses Projekt anbieten zu können. Die Tanz- und Bewegungstherapeutin Claudia Girge-Diehl hat bereits Erfahrung in unterschiedlichen Gruppen. Sie arbeitete schon für Pro Familia oder den Sozialdienst katholischer Frauen sowie für die Schön-Klinik.

Vertrauen gewinnen

Einmal pro Woche traf sie sich sechs Monate lang mit den Teilnehmern in Haßfurt zur Tanztherapie. Die Tanztherapie soll vor allem Erfahrungen ermöglichen, die Angst reduzieren und Harmonie stiften. Die Teilnehmer sollen Sicherheit und Vertrauen in den eigenen Körper gewinnen.

"Viele der Klienten haben anfangs gezögert, teilzunehmen. Doch jetzt berichten sie von vielen positiven und überraschenden Erlebnissen für sich selbst und als Gruppe", erzählt Birgit Hofmann-Betz.
Gerne würde sie im nächsten Jahr das Projekt fortführen. Dann sollen im Rahmen der Ergotherapie Tanzmasken entstehen.