Auch wenn es beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) hauptamtliche Mitarbeiter gibt, würde ohne das Ehrenamt vieles nicht funktionieren. Deshalb ehrte die Organisation einige ehrenamtliche Mitarbeiter aus dem Landkreis Haßberge für ihren langjährigen Einsatz für andere Menschen.

Landrat Wilhelm Schneider begann seine Ansprache auf der Veranstaltung im Landratsamt mit einem afrikanischen Sprichwort: "Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern." Eine bessere und schönere Charakterisierung des ehrenamtlichen Tuns lasse sich kaum finden, so Schneider. "Natürlich bin ich mir bewusst, dass dies nur eine kleine Geste ist im Vergleich zu dem, was Sie für uns alle leisten", kommentierte der Landrat die Ehrungen. Gemeinsam mit Vertretern des Roten Kreuzes überreichte er die Urkunden, die die Unterschrift des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) tragen.

Schneider nannte einige Tätigkeitsfelder, auf denen viele Ehrenamtliche aktiv sind, wie die Seniorenbetreuung, Blutspendetermine, Sanitätsdienst, Schwimmbaddienst oder die Schnelleinsatzgruppen zu Lande und zu Wasser. "All diese Tätigkeiten und noch viele mehr leisten Sie außerhalb des großen Rampenlichts der Öffentlichkeit ab", lobte der Landrat. Zudem betonte er die Vorbildfunktion der Geehrten. Wichtig sei auch, Kinder und Jugendliche zu motivieren, diese Aufgaben weiterzuführen. "Wir brauchen den Nachwuchs", sagte Schneider.

Ein Grußwort sprach auch der stellvertretende Vorsitzende des BRK-Kreisverbands, Reinhold Nastvogel. "Wie all unsere aktiven Helferinnen und Helfer haben Sie nur ein Ziel, nämlich Menschen zu helfen", sagte er. Er erwähnte auch einen Tätigkeitsbereich, der neu zu den Aufgaben des BRK gekommen war: "Seit August 2015 befinden wir uns in enger Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Haßberge, mit dem Technischen Hilfswerk und der Caritas im Flüchtlingseinsatz."

Ausgezeichnet wurden sechs aktive Helfer für ihre 25-jährige Tätigkeit und neun für 40 Dienstjahre. Eine besondere Ehrung erhielt Helmut Angermüller, der im März 1963 dem Roten Kreuz beitrat und damit nun für 50 Jahre aktive Dienstzeit geehrt werden konnte. Reinhold Nastvogel berichtete über Angermüllers Zeit beim BRK.
Der Geehrte war zunächst bei der Bereitschaft Ebern und später bei der Bereitschaft Untermerzbach aktiv, unter anderem als Sanitäter und bei der Festabsicherung, bis 1998 fuhr er außerdem regelmäßig als Rettungsdiensthelfer. Bei den Altpapiersammlungen, die das BRK seinerzeit noch verstärkt durchführte, war er auch an der Planung beteiligt. "Er unterstützte die hauptamtlichen Mitarbeiter bei ihrer Tätigkeit im Rettungswesen und war stets bereit, auch für einen kranken Kollegen kurzfristig einzuspringen", berichtete Nastvogel.

Eine weitere besondere Auszeichnung erhielt Peter Kachelmeier. Dieser trat im Mai 1971 der damaligen Rotkreuzkolonne Untermerzbach bei. Die Laudatio zu seiner Ehrung mit dem silbernen Ehrenzeichen der BRK-Bereitschaft hielt der stellvertretende Bezirksbereitschaftsvorsitzende Harald Erhard. "Beruf und Ehrenamt - Herr Kachelmeier schafft den Spagat und nutzt die Synergieeffekte", sagte Erhard über den Rettungsassistenten, der sowohl als Angestellter als auch als Ehrenamtlicher beim Roten Kreuz tätig ist. "Überdurchschnittlich groß ist sein Einsatz im Bereich Blutspenden und Mittelbeschaffung", sagte der Laudator. Zudem springe er immer ein, wo Not am Mann ist.


Die Geehrten

25 Jahre Patrick Hanus, Jochen Zürl (beide Ebern), Sieglinde Holgersson, Bernd Linsner sowie Ilse Seidlitz (alle Knetzgau) und Thomas Schaad (Pfarrweisach)

40 Jahre Ruth Metter, Irmgard Morgenroth (beide Ebern), Waldemar Lutter (Reckendorf), Helga Hartung (Untermerzbach), Erika Schorn, Dorothea Schubarth, Norbert Toni (alle Memmelsdorf), Franz Josef Holgersson (Knetzgau) und Klaus Schindler (Haßfurt)

Goldene Ehrennadel/50 Jahre Helmut Angermüller (Untermerzbach)

Ehrenabzeichen der BRK-Bereitschaft in Silber Peter Kachelmeier (Untermerzbach)