Die evangelische Kirchengemeinde Westheim/Eschenau hat in geselliger Runde im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Westheim am Wochenende das neue Jahr begrüßt. Der Neujahrsempfang sollte Anlass sein, um sich auf das 500. Gründungsjahr der evangelischen Kirche zu besinnen, wie Pfarrer Kai T. Garben eingangs sagte.

Gemeinsam mit den katholischen Gläubigen, die ebenfalls geladen waren, stießen die Teilnehmer des Empfangs auf das neue Jahr an. Das Lied "Ode an die Freude", vorgetragen und etwas abgeändert von der Präparantin Alexa Wüscher, begleitet von Moritz Thelenberg an der Gitarre, stimmte auf den Abend ein.

Sich über eine friedliche Gegenwart und eine gemeinsam gestaltete Zukunft zu freuen und voneinander zu lernen und dankbar zu sein für die gute Zusammenarbeit in ökumenischer und politischer Perspektive war der Neujahrswunsch von Pfarrer Garben. Martin Luther wollte, wie der Pfarrer darstellte, die Kirchen nicht spalten, sondern reformieren, auf ihre Wurzeln, die Liebe Gottes in Jesus Christus zurückführen. Das habe er auch getan - für alle Kirchen, nicht nur die Evangelischen, bis auf den heutigen Tag, wie Pfarrer Garben bekräftigte.


Den Buchdruck genutzt

Martin Luther sei in seiner Zeit sehr erfolgreich gewesen. Zum einen habe er den neu erfundenen Buchdruck nutzen können, um so seinen Gedanken und kritischen Anfragen mit einem systematischen, theologischen Angebot schnell zur Verbreitung zu verhelfen. Das Glück und ein bisschen Fügung hätten den Erfolg von Luther gestärkt.

Auch heute könne man immer noch von Martin Luther lernen: "Das Wort ist oft erfolgreicher als eine eiserne Waffe". Denn Luthers Waffe sei die Tinte, das geschriebene Wort gewesen, das sehr viel erreichte. Nicht nur für sich selbst, sondern für die gesamte Menschheitsgeschichte, die mit der Reformation in ein neues Zeitalter eintauchte. Ähnliches geschieht laut Pfarrer Garben heute mittels Internet.

Damals wie heute müsse man auf seine Worte aufpassen, was bedeutet, nicht zu viel zu reden, sondern bewusst und gezielt zur richtigen Zeit. Damals wie heute würde sich die Welt ändern und das Internet würde in eine neue Form der Globalisierung führen, sagte der Redner.


Behutsam miteinander umgehen

So war es der Wunsch des Pfarrers, im kleinen Umfeld, in den Kirchengemeinden Westheim und Eschenau mit seinen 18 Dörfern in seinen ökumenischen Verflechtungen und politischen Beziehungen weiterhin behutsam miteinander umzugehen: "Denn Worte zur richtigen Zeit und am richtigen Ort können die Welt, auch unsere kleine Welt verändern", so Pfarrer Garben. Das konfessionsübergreifende Lied "Ein feste Burg ist unser Gott" von Martin Luther aus dem Jahr 1528 wurde, begleitet von Horst Zitterbart, gemeinsam gesungen.

Grußworte übermittelte der katholischen Pfarrer Jürgen Schwarz. Er wünschte unter dem Motto: "Alles wirkliche Leben ist Begegnung", dass man sich die Hände reiche, Gräben zuschütte und sich in aller Freundschaft und Christusverbundenheit begegne.

Im Ausblick verwies Pfarrer Garben auf einige Veranstaltungen, die anlässlich des Jubiläumsjahres zum Leben und Wirken Luthers in der Kirchengemeinde Westheim/Eschenau stattfinden. Den Schlussakkord beim Neujahrsempfang setzte Lorenz Eirich am Klavier.