In der europäischen Union wird noch um eine einheitlichen Linie gerungen, in der Bundesrepublik um Solidarität geworben, Bayern sucht händeringend nach Unterbringungsmöglichkeit gesucht - in Ebern sind die Stadtverantwortlichen beim Umgang mit Asylbewerbern und Flüchtlingen viel weiter. Dies zeigte sich beispielsweise in der Sitzung des Bauausschusses am Mittwochabend.

Konkrete Weichenstellungen wurden für die Aufnahme weiterer Neubürger (auf Zeit?) aus dem Nahen Osten, Afrika, dem Balkan und aus Afghanistan vorgenommen.

Die Neuigkeit dabei: Im einstigen Kasernengelände ziehen zusätzlich zu den beiden schon genutzten Kompaniegebäuden weitere Asylbewerber in einen dritten Wohnblock ein. Dieses Gebäude (einst die Nr. 36) befindet sich in Privatbesitz und wird im Erdgeschoss vom Inhaber für seine Firma mit Süßwaren genutzt.

Den ersten Stock wird laut Darstellung von Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) die Regierung von Unterfranken für eine weitere Gemeinschaftsunterkunft anmieten. Bis zu 32 Flüchtlingen sollen dort untergebracht werden.


Hoher Belegungsdruck

"Die Regierung sucht händeringend nach Quartieren und durch die Nähe zur bereits bestehenden Gemeinschaftsunterkunft im einstigen Feldwebelwohnheim lässt sich das gut organisieren und verwalten", wurde dem Bürgermeister mitgeteilt. Mittlerweile sei die Unterbringung auch innerhalb von Gewerbegebieten zulässig, ergänzte Hennemann, wofür "wir noch eine Ausnahmegenehmigung benötigt hatten". Der Bürgermeister: "Aber der Druck ist jetzt so groß, dass das nun genehmigungsfähig ist."


Bezug in Bramberg

Weitere Verfahrensschritte zur Aufnahme von Asylbewerbern waren rein bürokratischer Natur: So die Nutzungsänderung für das einstige Jugend-Rot-Kreuz-Heim in Bramberg, wo ab nächster Woche bis zu zwölf Minderjährige, die ohne Erwachsene nach Bayern gekommen sind, von Jugendamt und Diakonie Würzburg betreut werden.


Notgruppe im Kindergarten

Auch die Einrichtung einer Notgruppe des Kindergartens Arche Noah für Kinder aus Asylbewerberfamilien im einstigen Pfarrzentrum wurde genehmigt.

In diesem Zusammenhang kündigte Bürgermeister Hennemann an, dass sich der Umzug der VHS in dieses Gebäude verzögert. "Der Einbau der Wendeltreppe erfolgt erst nächste Woche." Deswegen bleibe die VHS in diesem Semester bis Februar noch im einstigen Akademiegebäude.